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Whiplash

  • Informationen zum Film
  • Whiplash

  • Originaltitel:
    Whiplash
    Produktionsjahr:
    2014
    Kinostart Österreich:
    20.02.2015
    Kinostart Deutschland:
    19.02.2015
    Kinostart USA:
    09.10.2014
    Verleiher Österreich:
    Sony Pictures
    Verleiher Deutschland:
    Sony Pictures
  • Inhalt
  • Der 19-jährige Jazz-Schlagzeuger Andrew Neiman (Miles Teller) träumt von einer großen Karriere. Nach dem Scheitern der Schriftsteller-Laufbahn seines Vaters ist er fest entschlossen, sich durchzukämpfen und es auf dem renommiertesten Musikkonservatorium des Landes ganz nach oben zu schaffen. Eines Nachts entdeckt der für seine Qualitäten als Lehrer ebenso wie für seine rabiaten Unterrichtsmethoden bekannte Band-Leiter Terence Fletcher (J.K. Simmons) den jungen Drummer beim Üben. Wenngleich Fletcher in diesem Moment nur wenige Worte verliert, entfacht er in Andrew eine glühende Entschlossenheit. Zu dessen Überraschung veranlasst der Lehrer am nächsten Tag, dass der begabte junge Mann ab sofort in seiner Gruppe spielt – ein Schritt, welcher Andrews Leben für immer verändern wird.

  • Filmkritik

  • Obsession kann oft zum persönlichen Untergang, zur Selbstzerstörung aber auch zum Erfolg führen. Was passiert, wenn man alles für eine Sache gibt und sein ganzes Leben auf sein Talent ausrichtet, Tag und Nacht übt und schuftet und es aber immer noch nicht genügt. Zumindest aus der Sicht des Lehrers, der über Grenzen des Zumutbaren steigt und einem keine ruhige Minute lässt. Davon erzählt der Film Whiplash von Damien Chazelle, der damit ein originelles, intensives und authentisches Musikerdrama erschaffen hat.

    Die Handlung des Filmes ist schnell erzählt. Was bei Whiplash zählt, ist vor allem die Ausführung der Geschichte und die Zeichnung der Charaktere, die diesen Film so besonders macht. Hier gibt es keine sentimentalen Liebesszenen oder Subplots, die versuchen, die Aktionen und Intentionen der Figuren zu erklären, wie man es sonst in so manchem Film sieht. Der Film fokussiert sich auf die harte Zeit, die Andrew Neiman (Miles Teller) unter seinem Lehrer Terence Fletcher (J.K. Simmons) durchmachen muss und was dies auch für sein Privatleben und seine psychologische Verfassung bedeutet. Sehr authentisch und vor allem äußerst intensiv behandelt Chazelle im Drehbuch die verschiedenen Facetten und ambivalenten Gefühle, die in dem Film aufkommen. Ist Fletcher nun ein wahres Monster oder ist sein Verhalten doch nur ein fehlgeleiteter Ausdruck seines Engagements? Whiplash gibt uns keine direkte Antwort darauf und lässt den Zuschauer selbst darüber nachdenken.



    Miles Teller ist hervorragend in der Hauptrolle, kann die verschiedenen Gefühlszustände und die Überforderung und Anstrengung seiner Figur sehr glaubhaft und greifbar machen. Man fühlt direkt mit Andrew mit, als Fletcher ihn stundenlang am Drumkit quält, bis dessen Finger bluten und er weinend endlich dessen Anforderungen entspricht. Teller zeigt in Whiplash, was wirklich in ihm steckt und bietet eine einprägsame und nervenzerreißende Performance, die nachhaltig im Gedächtnis bleibt. Dies ist natürlich keine leichte Aufgabe, wenn man J.K. Simmons als Terence Fletcher als Gegenüber hat, aber Teller harmoniert ausgezeichnet mit Simmons. J.K. Simmons ist eine Naturgewalt in Whiplash, gnadenlos und beleidigend, fordernd und fördernd, selten hat man Simmons so Furcht erregend und mit solcher Intensität erlebt wie in Whiplash, in dem man manchmal fast Angst hat, dass seine Figur aus der Leinwand heraus springt und anfängt, einen auch noch anzuflegeln. Simmons offenbart uns eine großartige, vielschichtige Darbietung, die man hoffentlich mit einigen Preisen ehren wird.

    Auch kinematographisch hat Whiplash einiges zu bieten und spielt meist im nächtlichen New York, das von Kamerafrau Sharone Meir mit einem guten Auge für das nächtliche Leben eingefangen wurde. Die eigentliche Ehre bei der visuellen Gestaltung gilt aber in erster Linie dem Schnitt von Tom Cross. Cross hat einen präzisen, der Musik angepassten Schnitt gewählt, der die Spannung und Anspannung des Filmes noch um einiges erhöht. Doch Whiplash wäre nicht Whiplash ohne die Musik, dazu hat man auch gleich zwei Komponisten beauftragt, den Score und die Jazzmusik des Filmes separat zu schreiben. Während Justin Hurwitz' Score eher minimalistisch und subtil gehalten ist, sind die Jazzkompositionen von Tim Simonec voller Leben und Drive und geben dem Film die passende Jazz-Atmosphäre, die auch wieder verständlich macht, warum Andrew diese Qualen über sich ergehen lässt.




    Fazit:
    Whiplash ist ein außerordentliches Musikdrama, das intensiv, unangenehm, mitreißend und immersiv ist. Miles Teller und J.K. Simmons geben sich einen unglaublichen Schlagabtausch, der ins Physische geht und immer glaubhaft bleibt. Mit einem sehr guten Drehbuch und einem ausgezeichneten Schnitt entsteht ein einprägsamer Film, der nicht nur, aber auch von seiner großartigen Musik lebt, die in Whiplash auch eine Hauptrolle hat und diese mit Bravour meistert.



  • Wertungen
  • Story
    4,0
    Musik:
    5,0
    Unterhaltung:
    4,0
    Anspruch:
    4,0
    Spannung:
    4,5
    Darsteller:
    5,0
    Gesamt:
    4,5
    Verfasst von:
    Phil Heron
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