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The Raid 2: Berandal

  • Informationen zum Film
  • The Raid 2: Berandal

  • Originaltitel:
    The Raid 2: Berandal
    Produktionsjahr:
    2014
    Kinostart Österreich:
    24.07.2014
    Kinostart Deutschland:
    24.07.2014
    Verleiher Österreich:
    Thim Filmverleih
    Verleiher Deutschland:
    Studiocanal Filmverleih
  • Inhalt
  • Der Jung-Polizist überlebt als einziger eine tödliche Mission, die seine Einheit in einem Hochhaus beschreitet. Jetzt soll er Undercover in ein Gefängnis eingeschleust werden, um sich mit Ucok anzufreunden - dem Sohn des Gangsters Bangun, der ganz Jakarta kontrolliert. Doch als die beiden entlassen werden, droht die ganze Geschichte aus dem Ruder zu laufen und Ramas Tarnung aufzufliegen...

  • Filmkritik

  • Mit The Raid gelang dem britischen Regisseur Gareth Evans im Jahr 2011, was schon Prachya Pinkaew vor einigen Jahren mit Ong-Bak schaffte – er hob den Kampfsportfilm auf ein ganz neues Level und belebte das Genre mit nie gesehenen Choreographien. Umso größer fiel das Staunen aus, als ein Sequel zur Sprache kam – denn mit einer solchen Ankündigung geht meist schon vorab Enttäuschung einher. Wann konnte denn ein zweiter Teil schon einmal mit dem Original mithalten oder sogar noch einen draufsetzen? Wenige Ausnahmen bestätigen die Regel – Ausnahmen, zu denen nun auch The Raid 2: Berandal gehört. Denn was uns Evans mit „seinem“ Schützling Iko Uwais hier abliefert, wird selbst erfahrenste Martial Arts-Fans in Staunen versetzen. Evans zieht nicht nur in seiner Action sowohl Tempo als auch Härte an, sondern versucht Teil 1 auch hinsichtlich Look und Story zu übertreffen – und das gelingt ihm ohne Wenn und Aber.

    Während man The Raid trotz unglaublich starker Szenen dennoch seinen minimalistisch dreckig, fast schon ein wenig billig wirkenden, freilich Budget bedingten Look ankreiden muss, macht uns der Film erst gar nicht vor, eine Geschichte zu erzählen – geradlinig und effektiv. Dies ändert sich in The Raid 2: Berandal, denn der Film behandelt eine knapp zweieinhalb stündige Geschichte und ist somit gut 45 Minuten länger als sein Vorgänger. Doch wer nun glaubt, der Film würde sich deswegen in die Länge ziehen, irrt. Er braucht die Zeit, um nicht nur zahlreiche ausdauernde Kämpfe in Szene zu setzen, sondern auch um eine Undercover-Geschichte zu erzählen, die man fast schon als Hommage an das Hong Kong-Kino verstehen darf. Man bekommt also nicht bloß einen hirnfreien Actionkracher vorgesetzt, sondern gleichzeitig auch einen fesselnden Gangster-Thriller mit glaubhafter Charakterzeichnung, selbst die Emotionen kommen nicht zu kurz.



    Die bereits angesprochene Optik lässt sich mit Evans‘ Vorwerk in keinster Weise vergleichen. Um Dialoge und anderweitige ruhige Szenen nicht als notwendiges Übel zwischen den Kämpfen wirken zu lassen, kommt Evans‘ ungemeines Stilbewusstsein zum Vorschein. Es scheint fast so, als hätte er sich bei seinen südkoreanischen Kollegen etwas abgesehen, denn nirgends sonst werden derart brutale Szenen so wunderschön gefilmt und durch klassische Musik geradezu zu einem anmutenden Kunstwerk. Zwischen Lederhandschuhen und Sonnenbrillen, Mänteln und stets sitzenden Frisuren zählt The Raid 2: Berandal zu einem der elegantesten und gleichzeitig coolsten Filme der letzten Zeit. Wer sich also lediglich auf gute Kampfchoreographien einstellt, wird von jener unsagbaren Ästhetik zweifelsfrei überrascht werden. Doch keine Sorge, auch wenn die Fäuste fliegen, sind Kamera und Musik mindestens genauso präsent.

    Oft wird behauptet, der Plot spiele nun wirklich keine Rolle in einem Martial Arts-Film – solange die Kämpfe unterhalten, funktioniert er. Das mag wohl auch stimmen, gerade deswegen lässt sich The Raid 2: Berandal aber auch mit keinem anderen Film vergleichen. Denn neben seiner Geschichte, die Anleihen aus Filmen wie Hard Boiled oder Infernal Affairs in sich trägt, sind es wohl dennoch die Kämpfe, auf die es ankommt. Und was uns Gareth Evans hier abliefert, hat man schlicht und ergreifend noch nie gesehen. Trotz einer ausführlich erzählten Story bieten die gut 150 Minuten Laufzeit genug Raum, um aus kampfsportlicher Sicht aufzuzeigen – und das tut Evans bzw. Uwais derzeit wie kein anderer.

    Schon vor dem ersten Auftritt von Iko Uwais bekommt man das musikalische Signal vermittelt, dass man sich jetzt besser anschnallen sollte. Fortan bringt uns Regisseur Evans immer wieder dazu, die musikalische Untermalung des Films zu schätzen, die einen Fight schon aufregend macht, bevor er überhaupt begonnen hat. Sobald die Fäuste aber tatsächlich fliegen, kommt man aus dem Staunen gar nicht mehr heraus. Nach einer ersten Kampfszene bekommen wir beispielsweise eine Trainingseinheit von Uwais präsentiert, in der er lediglich eine Wand bearbeitet – die wohl unglaublichste Schlagfolge, die man jemals auf Film sehen durfte!



    Doch Evans weiß auch um die unumgänglichen Genre-Konventionen und steigert sich von Kampf zu Kampf. Während die Massenschlägerei im Schlamm vor allem durch seine Härte und die Anzahl seiner Teilnehmer gefällt, begeistert eine unfassbar ausgiebige Schlägerei im Inneren eines Autos – Bilder, wie man sie noch nie gesehen hat. Während aber nicht nur die Settings ständig wechseln, wird hier und da auch die Hauptfigur ersetzt. So hat ein Wiederkehrer aus dem ersten Teil erneut das Vergnügen, seine Gegner zahlreich aufzumischen. Nach einigen weiteren Fights, wie etwa in einer Lagerhalle die zwangsläufig an John Woos Filme erinnert, dürfen wir uns schließlich auf das nicht enden wollende Finale freuen, das wohl zum Besten gehört, was das Genre jemals hervorbrachte. Diese Aussage mag im ersten Moment hoch gegriffen wirken, hat man Ähnliches doch auch schon bei Ong-Bak oder The Raid des Öfteren hören müssen, was sich aber in der letzten halben Stunde von The Raid 2: Berandal abspielt, sorgt nicht nur bei seinen Protagonisten, sondern auch bei seinen Zusehern für schwerste Atemnot. Ohne nur einmal durchzuatmen stürzt sich Kuwais von einem Kampf in den nächsten, die selbst dann noch gesteigert werden, wenn es nicht mehr möglich scheint. Unterschiedlichste Gegner, Waffen, Kampfsportarten und Locations, unfassbare Ausdauer der Hauptdarsteller und ein Härtegrad Jenseits von Gut und Böse – ein Finale, das Geschichte schreiben wird.  


    Fazit:

    Wer von The Raid begeistert war, wird The Raid 2: Berandal zum Film aller Filme erklären, so viel ist wohl sicher. Der Film steigert sich zum einen in Sachen Kampfkunst und legt einen Splatter in noch nie da gewesenem Tempo vor, funktioniert zum anderen aber genau so gut als Thriller bzw. Drama. Selbst wenn Evans für Teil 2 schon weit mehr Budget zur Verfügung hatte, als für Teil 1, ist es schlichtweg unglaublich, was der Regisseur letzten Endes daraus macht. Wer Martial Art-Kino etwas abgewinnen kann, John Woos Filme oder asiatische Undercover-Thriller mag oder sich selbst als Gorehound bezeichnet, der von Splatter nie genug bekommen kann, ist bei The Raid 2: Berandal an der richtigen Adresse.

    The Raid 2: Berandal – hammerharter Martial Arts-Splatter, raffinierter Thriller und stylisches Asia-Kino. Ein Film, der das Genre in neue Sphären schießen lässt.


  • Wertungen
  • Story
    3,5
    Musik:
    4,0
    Unterhaltung:
    5,0
    Anspruch:
    3,0
    Spannung:
    4,0
    Darsteller:
    4,0
    Gesamt:
    5,0
    Verfasst von:
    Daniel Fabian
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BILDER ZUM FILM

Komentare (2)

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Vielen Dank! Und ja, in gut 2 Wochen ists ja so weit! Ich werd definitiv nochmal reingehen.

geschrieben am 14.07.2014 um 20:11 Uhr #2

Diese tolle Review lässt einem das Wasser im Mund zusammenlaufen!

Hoffentlich kommt der Film in die Kinos. Ich freu mich irre drauf, könnte der beste Film des Jahres 2014 werden.

geschrieben am 19.05.2014 um 16:28 Uhr #1

 

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geschrieben am 10.09.2016 um 19:24

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ø Wertung: 9,1/10 | Wertungen: 14 | Kritiken: 1