Inside Llewyn Davis

  • Informationen zum Film
  • Inside Llewyn Davis

  • Originaltitel:
    Inside Llewyn Davis
    Genre:
    Drama
    Produktionsland:
    USA
    Produktionsjahr:
    2012
    Kinostart Österreich:
    06.12.2013
    Kinostart Deutschland:
    05.12.2013
    Verleiher Österreich:
    Constantin Film
    Verleiher Deutschland:
    Studiocanal Filmverleih
  • Inhalt
  • New York, 1961. Was macht ein erfolgloser New Yorker Musiker ohne ein Zuhause? Was passiert, wenn er fast jede Nacht auf einer anderen Couch schläft und dabei mal die Frau eines Freundes schwängert und mal die geliebte Katze eines anderen aussperrt? Und was, wenn er diese Katze dann einfach nicht mehr los wird? Llewyn Davis (Oscar Isaac) lebt für die Folkmusik, doch der große Durchbruch lässt auf sich warten. Während sich in den Clubs von Greenwich Village aufstrebende Musiker die Klinke in die Hand geben, pendelt Llewyn zwischen kleinen Gigs und Songaufnahmen. Nacht für Nacht sucht er einen neuen Platz zum Schlafen und landet dann meist bei befreundeten Musikern wie Jim (Justin Timberlake) und Jane (Carey Mulligan), mit denen ihn mehr als eine oberflächliche Freundschaft verbindet. Doch Llewyn kann seine Gefühle nur in der Musik und nicht im echten Leben äußern, und so lässt er sich weitertreiben – von New York bis Chicago und wieder zurück, ganz wie die Figuren in den Folksongs.

  • Filmkritik

  • Dave van Ronk war Ende der Fünfziger und Anfang der Sechziger Jahre eine Schlüsselfigur für die Folkszene im Greenwich Village in New York. Van Ronk war der vergessene Wegbereiter für Stars wie Bob Dylan, Joan Baez oder Joni Mitchell. Mit Inside Llewyn Davis schufen Joel und Ethan Coen nicht nur ein fiktionales Tribut, das von Van Ronks Lebensgeschichte inspiriert ist, sondern auch ein Portrait der Ära der Folkmusik im Amerika der frühen Sechziger. Der Film beginnt mit einer kompletten Performance des Traditionals Hang Me, Oh Hang Me, die drei Minuten lang dauert und den Ton des Films angibt: Man merkt sofort,dass die Musik in diesem Film eine Hauptrolle spielt.Seit O Brother Where Art Thou? von 2000 haben die Coen Brüder keinen Film mehr gemacht, dessen Musik ein so integraler Bestandteil der Handlung ist. Der Fakt, dass die Lieder von den Schauspielern direkt am Set eingespielt wurden, verleiht der Filmmusik von Inside Llewyn Davis eine selten gehörte Authentizität.



    Die Hauptfigur Llewyn Davis wird von Oscar Isaac gespielt und gesungen. Llewyn Davis ist ein sperriger Zeitgenosse, der keine Kompromisse eingeht, sich nicht verkaufen möchte und letztendlich an seiner Ambition zu scheitern scheint. Oscar Isaac spielt die Mischung aus lethargischer Hoffnungslosigkeit und Zynismus perfekt. Im Film ist er jedoch nicht nur als Hauptdarsteller mehr als überzeugend, sondern auch als ausgezeichneter Sänger. Isaac singt in seinen Liedern jeweils selbst. Wenn nun eine Gesangsszene kommt, fühlt man sich direkt, als würde man dem Konzert in dem kleinen Kellertheater beiwohnen, anstatt im Kinosaal zu sitzen. Da kann es auch durchaus vorkommen, dass man das Bedürfnis bekommt, nach Ende des Liedes zu applaudieren, so wie die Gäste im Film.
    Carey Mulligan spielt Jean, die Ehefrau seines besten Freundes Jim (Justin Timberlake) als beleidigende und verbal verletzende ehemalige Flamme von Llewyn. Während man Mulligan aus Filmen wie The Great Gatsby, Alles, was wir geben mussten oder Shame eher in Rollen als schüchterne oder ambivalente Frauen kennt, taucht Mulligan hier in eine andere Art von Rolle wieder und brilliert wie auch in ihren vorherigen Rollen auch in dieser.
    Auch Justin Timberlake als hoffnungsvoller und leicht naiver Folksänger Jim ist hervorragend für diese Rolle besetzt. Ebenso hervorzuheben sit Garret Hedlund als wortkarger, aber dadurch nicht minder intensiver Jimmy Five, der als Chaffeur des Jazzmusikers Roland (John Goodman) fungiert. Der langjährige Coen-Kollaborateur John Goodman ist natürlich großartig wie immer, diesmal als der ungemütliche Besserwisser mit Cäsar-Haarschnitt Roland Turner.




    Von Kameramann Bruno Debonnel wurde Inside Llewyn Davis in melancholisch-graue anmutende Bilder gesetzt, die ganz konträr zum bunten Image der Sechziger Jahre stehen. Hier sieht man die andere, vielleicht ehrlichere Seite dieses Kapitels in der amerikanischen Geschichte. Das Szenenbild von Jess Gonchor ist sehr überzeugend und perfekt mit der Farbgebung von Delbonnel abgestimmt. Die Kostüme fügen sich auch nahtlos in dieses Bild ein.
    Die Musik des Film besteht fast ausschließlich aus den Songs, die während der Handlung des Films von den Schauspielern dargeboten wird, produziert wurde der Soundtrack von T-Bone Burnett, der sich für eine hörbar authentischen Klang der Musik einsetzte.


    Das Drehbuch und die Regie des Films folgen keinen gewöhnlichen Handlungsmustern, was jedoch nicht heißen soll, dass der Filme keine Struktur hat. Vielmehr soll mit Inside Llewyn Davis ein guter Einblick in diese spezielle Zeit gewährt werden, an dem Beispiel der fiktiven Hauptfigur.
    Den Coen Brüdern gelingt dies, schnörkellos, aber nicht simpel, so wie die Folk Music selbst sein soll. Der Film und insbesondere der sehr schöne Soundtrack lassen den Zuschauer auch nicht mehr los, nachdem er den Kinosaal verlassen hat. Inside Llewyn Davis zieht einen langsam in seinen Bann bis man den Film gar nicht mehr enden lassen will.




    Fazit
    Inside Llewyn Davis ist ein glaubhaftes, authentisches Abbild der Folk Music Szene der frühen Sechziger Jahre. Er schafft es eine Stimmung zu erzeugen, die man im Werk der Gebrüder Coen schon seit einiger Zeit vermisste. Der Film erinnert im Grundton eher an Werke wie Barton Fink oder The Man Who Wasn't There als an ihre bekannteren Filme wie The Big Lewbowski oder Fargo. Der Film kann neben ausgezeichneten Schauspiel-Performances auch mit einem sehr schönen Soundtrack überzeugen. Inside Llewyn Davis ist auf jeder Ebene gelungen und wird sich daher in das Ouvre von Joel und Ethan Coens Klassikern mühelos einreihen.


  • Wertungen
  • Story
    4,5
    Musik:
    5,0
    Unterhaltung:
    4,0
    Anspruch:
    4,5
    Spannung:
    3,0
    Darsteller:
    5,0
    Gesamt:
    5,0
    Verfasst von:
    Phil Heron
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Komentare (1)

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Wenn ich den Film irgendwo sehen kann, ohne dafür Kosten aufzubringen, würde ich mir den schon ansehen. Ich stehe den Coens aber eher mit Verachtung gegenüber.. Inside Llewyn Davis sieht einfach nur nach einem Film aus, der in seiner Machart, Thematik und nicht zuletzt mit seinem Starttermin einfach auf die Oscars zugeschnitten ist.

geschrieben am 03.12.2013 um 12:13 Uhr #1

 

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