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Die Tribute von Panem - Catching Fire

  • Informationen zum Film
  • Die Tribute von Panem - Catching Fire

  • Originaltitel:
    The Hunger Games: Catching Fire
    Genre:
    Action, Thriller, Sci-Fi, Abenteuer
    Produktionsland:
    USA
    Produktionsjahr:
    2013
    Kinostart Österreich:
    21.11.2013
    Kinostart Deutschland:
    21.11.2013
    Kinostart USA:
    22.11.2013
    Verleiher Österreich:
    Constantin Film
    Verleiher Deutschland:
    Studiocanal Filmverleih
  • Inhalt
  • Katniss und Peeta haben die Hungerspiele überlebt. Doch viel mehr: Sie haben dem mächtigen Kapitol die Stirn geboten. Ihr Beispiel ermutigt die unterdrückte Bevölkerung in den Distrikten zur Rebellion gegen das Regime. Doch dann ändert Präsident Snow kurzerhand die Spielregeln und lässt alle bisherigen Gewinner bei den anstehenden Hungerspielen noch einmal gegeneinander antreten. Auch Katniss und Peeta werden in die Arena geschickt und müssen sich erneut dem Kampf ums Überleben stellen. Und langsam wird ihnen klar, dass sie in Wirklichkeit Teil eines viel größeren Plans sind…

  • Filmkritik

  • Nordamerika hat sich in einer nicht näher festgelegten Zukunft mit Kriegen und diversen Katastrophen fast selbst zerstört. Aus den Trümmern entstand das neue Reich Panem, das hauptsächlich aus einer blühenden Hauptstadt und 13 Distrikten bestand, die die Hauptstadt mit verschiedenen Gütern versorgten. Irgendwann reichte es den Distrikten, es gab eine Rebellion, die in einem grausamen Krieg niedergeschlagen wurde. Im Lauf dieses Bürgerkriegs wurde Distrikt 13 vernichtet. Als Erinnerung an den Krieg und den Schaden, den er angerichtet hat, müssen seither alle Distrikte ein Mal pro Jahr einen Jungen und ein Mädchen als Tribute nach Kapitol schicken, wo diese erst medial groß inszeniert werden und dann in einer freiläufigen Arena kämpfen müssen, bis nur noch ein Überlebender übrig ist. Willkommen in der wunderschönen Welt von Suzanne Collins Romantrilogie Die Tribute von Panem oder Hunger Games im englischen Original-Titel.


    Der erste Band der Bücher wurde 2012 finanziell erfolgreich verfilmt, von der Kritik aber mit gemischten Gefühlen aufgenommen. Als Erbe von Erfolgen wie Twilight oder Harry Potter war die Verfilmung mit Jennifer Lawrence, Josh Hutcherson, Woody Harrelson, Liam Hemsworth, Elizabeth Banks, Stanley Tucci, Donald Sutherland und Lenny Kravitz in führenden Rollen geplant und erreichte auf Grund der schriftlichen Vorlage dabei doch eine kritische Tiefe, die man den beiden genannten Reihen nicht zusprechen kann. Dies gilt auch für den zweiten Teil Catching Fire, dessen Handlung die des ersten Teils unmittelbar fortsetzt.



    Neben der offensichtlichen Medienkritik durch die dargestellte Inszenierung der Hunger Spiele und die Sensationsgier in ihrem Umfeld ist auch der Gedanke spannend, Nordamerika mit den dekadenten Strukturen des Römischen Reichs gleichzusetzen. Sklaverei, Gladiatorenspiele, raffinierte überlegene Kriegsführung, orgiastischer Überfluss – alles Konnotationen zum antiken Rom, die sich in Panem wiederfinden. Wer die Bücher zur Panem-Trilogie gelesen hat, wird merken, dass im ersten wie auch im zweiten Film einige geringe Veränderungen stattfanden. Die offensichtlichste, die dabei aber vermutlich den wenigsten auffällt, ist der Wechsel der Erzählperspektive. Die Bücher sind aus der Ich-Perspektive erzählt, wodurch die Leser zu jedem Zeitpunkt Zugriff auf Katniss Gedankenwelt haben, was Collins nutzt um Details ihrer Welt zu erklären. Die Erzählperspektive des Films ist teilweise personal, teilweise auktorial. Während das Buch die Welt im Detail genau erklären kann, müssen manche Situationen und Vorkommnisse im Film vom Zuschauer interpretiert werden.


    Andererseits kann der Film durch die Loslösung von Katniss aber auch zu Präsident Snow (Donald Sutherland) und den Game-Makers springen. Man sieht, was mit dem obersten Spielmacher Seneca Crane passiert, im zweiten Buch kann Katniss dessen Schicksal nur erahnen. Um den Zuschauern dennoch eine an Katniss gebundene subjektive Erzählsituation vorzugaukeln, wurde im ersten Teil viel mit Close-Ups und der wenig geliebten Wackelkamera gearbeitet. Catching Fire führt seine Kamera deutlich ruhiger, wodurch das Geschehen oftmals aber distanzierter wirkt. Ob Buch oder Film nun besser ist, bleibt völlig irrelevant, da beide Medien sich im jeweils eigenen Rahmen bewegen und andere Vor- und Nachteile mitbringen und ausnutzen.



    Schnell werden im Zusammenhang mit Hunger Games auch Stimmen laut, die einen ebenfalls unnötigen Vergleich zum japanischen Film Battle Royale ziehen. Es mag zwar stimmen, dass das Grundgerüst der Handlung gewisse Parallelen aufweist – Kinder und Jugendliche müssen sich in einer Arena gegenseitig umbringen, die Sieger werden anschließend gerühmt und am Ende kommen zwei raus, die eine Revolution lostreten – doch sowohl die Intention als auch der filmtechnische Zugang sind komplett anders. Während Battle Royale mit einer zynischen und extrem blutigen Inszenierung die Härte des japanischen Schulsystems kritisiert, greift die Panem-Trilogie allgemeinere gesellschaftliche Probleme wie die Ausbeutung billiger Arbeitskräfte, aber auch die Blindheit für eben diese Themen in der ersten Welt auf.


    Inszenatorisch lässt sich Hunger Games sowohl in Teil 1 als auch Teil 2 viel Zeit um Panem als Land stimmungsvoll und im starken Kontrast zur Hauptstadt zu inszenieren, Gewaltszenen in der Arena sind hektisch und (im ersten Teil) stark verwackelt, Gewaltvoyeurismus wird in keinem der Teile in keiner Weise unterstützt. Während bei Battle Royale der männliche Hauptcharakter Shuya seine Freundin Noriko beschützen will, ist in Hunger Games Katniss (Jennifer Lawrence) die starke Figur, die den männlichen Charakter Peeta (Josh Hutcherson) in der Arena beschützt und rettet.



    Durch seine völlig anders angelegte Erzählweise und Darstellung haben die beiden Hunger Games Teile ihre eigene Existenzberechtigung und sind in keiner Weise als eine Art entschärfte amerikanische Neuauflage von Battle Royale zu sehen. Es gibt eigentlich keinen vernünftigen Grund, die beiden Hunger Games Teile und Battle Royale gegeneinander auszuspielen, denn beide sind auf ihre Art großartig und vermitteln die jeweilige Idee und erfüllen den jeweiligen Zweck.


    Wie bereits der erste Teil lässt sich auch Catching Fire gehörig Zeit, bis die Spiele beginnen. Dabei greift die Handlung viele Elemente auf, die dem Publikum bereits aus dem ersten Teil bekannt sind, etwa der Schwarzmarkt im Distrikt 12, die Parade vor den Spielen, das Trainingscenter et cetera. An Hand der wiederkehrenden Elemente findet man schnell in die Welt von Panem zurück, ohne dass Langeweile aufkommt, weil sich die Elemente wiederholen. Sie werden aufgegriffen und mit ihnen wird die Handlung fortgeführt. In der ersten Hälfte müssen Katniss und Peeta auf einer Victory Tour durch die Distrikte fahren und für die Kameras lächeln. Was im ersten Buch deutlicher als im ersten Film ausgedrückt wurde, wird nun im zweiten Film verstärkt. Katniss Liebe zu Peeta war gespielt und diente in erster Linie dem Überleben. Nun müssen sie als falsches Liebespaar diese Rolle weiterführen. Ziel ist es, den Distrikten die Liebe vorzuspielen, damit diese den Doppelsieg von Katniss und Peeta nicht als Akt der Rebellion auffassen und womöglich weitere Unruhen geschürt werden. Wirklich gut verläuft die Victory Tour nicht, es kommt bei ihren Auftritten sogar zu Todesopfern.



    Snow hat die Nase voll und will die Unruhestifterin Katniss endgültig verschwinden lassen. Hilfe bekommt er vom ehrgeizigen neuen Game-Maker Plutarch Heavensbee (Philip Seymour Hoffman), der mit grausamen Rat und Tat zur Seite steht. Alle 25 Jahre finden sogenannte Quarter Quell Spiele unter besonderen Regeln statt. Da es sich bei den 75. Hunger Games um das dritte Quarter Quell handelt, wird als besondere Regel eingeführt, dass sich die Tribute aus bisherigen Gewinnern rekrutieren. Eine feine Gelegenheit um das unbequeme Liebespaar Peeta und Katniss doch noch los zu werden. Aber auch in der Arena gibt es neue tödliche Überraschungen, die Peeta und Katniss überwinden sollten und diesmal endet es nicht mit einem romantischen Doppelgewinn. Wie die Handlung um die Aufstände und die aufkeimende Rebellion weiter geht, wird man aber erst im dritten und vierten Film sehen, denn der letzte Teil der drei Romane wurde für die Verfilmung in zwei Teile gespalten. Ein Schelm, wer hinter dieser Aktion finanzielle Gedanken vermutet.


    Schauspielerisch ergänzen die Neuzugänge Phillip Seymour Hoffman, Jeffrey Wright, Lynn Cohen und Jena Malone wunderbar die bestehende Truppe und können die durchaus spannenden neuen Charaktere gut in das Gesamtbild integrieren. Kritisiert am ersten Teil wurde, dass die Charaktere trotz der entbehrlichen Spiele kaum vom gängigen Hollywood Hochglanzdruck Schönheitsideal abwichen. Auch der in Wien geborene Regisseur Francis Lawrence (Water for Elephants, Constantine, I am Legend) , der beim zweiten Teil Gary Ross am Regiestuhl ablöste, traut sich kaum, die Darsteller zu beschmutzen. Kurzzeitig müssen die Charaktere zwar ordentlich einstecken, doch nach einem kurzen Bad strahlen die Herrschaften wieder im schönsten Glanz. Die Gesamtoptik des Films wirkt eine Spur düsterer, die Farben sind kälter, was einerseits in der Handlung durch den Wintereinbruch erklärt wird, andererseits aber auch den zunehmenden Ernst der Lage unterstützt. Wie bereits erwähnt, wurde der Einsatz der Wackelkamera deutlich reduziert, was viele Fans freuen dürfte, andererseits inkonsequent und in gewisser Weise auch identitätsraubend wirkt da so eine kühle Distanz zu Katniss entsteht.



    Fazit:


    Catching Fire greift ohne größere Erklärungen die Handlung des ersten Teils auf, dessen Kenntnis empfehlenswert ist. Es gibt auch im zweiten Teil Änderungen verglichen zum Buch, es wird auch bei Catching Fire Menschen geben, die das Buch besser finden werden. Viele Kritiken sehen im zweiten Film eine deutliche Steigerung und Verbesserung, verglichen mit der ersten Verfilmung, wirklich nachvollziehbar scheint das nicht. Es gelingt Die Tribute von Panem – Catching Fire zwar, dass trotz erneutem Aufgreifen vieler bekannter Elemente keine Langeweile aufkommt, dennoch gleicht das Sequel im erzählerischen Aufbau dem Erstling über weite Strecken und das bedeutet vor allem auch, Catching Fire ist langwierig und obwohl der Film zu fesseln vermag und immer wieder starke emotionale Momente beinhaltet, sollten sich die Zuschauer im Klaren sein, dass der Ausflug nach Panem stolze 146 Minuten beansprucht. Wer mit dem ersten Teil überhaupt nichts anfangen konnte, wird auch mit dem zweiten Teil nicht zufrieden sein, Fans dürfen sich aber auf eine gelungene Fortsetzung freuen und anschließend auf eine lange Wartezeit bis es endlich mit Teil 3 Mockingjay – Part 1 weitergeht.


  • Wertungen
  • Story
    3,5
    Musik:
    3,5
    Unterhaltung:
    3,5
    Anspruch:
    4,0
    Spannung:
    3,5
    Darsteller:
    4,0
    Gesamt:
    4,0
    Verfasst von:
    Johannes Mayrhofer
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BILDER ZUM FILM

Komentare (4)

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Hab ihn jetzt auch gesehen und bin ebenfalls der Meinung - er ist besser als sein Vorgänger! Zu "gut" fehlt dennoch ein großes Stück. Werd mit der Geschichte einfach nicht warm...

geschrieben am 02.12.2013 um 21:00 Uhr #4

Gut.. dann soll es wohl tatsächlich nicht anders sein. Naja, nicht jeder Film kann einem gefallen. :D

geschrieben am 24.11.2013 um 10:23 Uhr #3

Dann rat ich dir davon ab. Teil 2 hat definitiv nichts magisches, was Teil 1 nicht hat... Wenn du mit dem ganzen Film, der Handlung, seinem Aufbau, seiner Welt nichts anfangen kannst, wird dir Teil 2 sicher nicht viel besser gefallen...

geschrieben am 24.11.2013 um 03:27 Uhr #2

Der Film hat ja bisher ausnahmslos gute Kritiken, noch besser als Teil 1. Aber ob ich den deswegen im Kino sehen muss? Neulich nochmal den ersten Teil gesehen und fand ihn nach wie vor sehr schwach...

geschrieben am 23.11.2013 um 22:07 Uhr #1

 

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Userkritiken

Userkritiken

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Ein Film besser als der andere.

Auch mit dem zweiten Teil hat man wieder eine Top Verfilmung hinbekommen.

Catching Fire ist sogar noch ein klein wenig besser als der erste Teil. Ich weiß nicht wie man das noch toppen will. Bin sehr gespannt a...

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geschrieben am 12.10.2014 um 19:33

Gut 2 Jahre nach dem Erfolg von „The Hunger Games – Die Tribute von Panem“, wurde nun auch der zweite Teil der Buchtrilogie verfilmt. Doch bei „Die Tribute von Panem – Catching Fire“ hat man einiges verändert als bei seinem Vorgänger. G...

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geschrieben am 21.11.2013 um 11:57

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ø Wertung: 8,2/10 | Wertungen: 13 | Kritiken: 2