Die Nacht der lebenden Toten

  • Informationen zum Film
  • Die Nacht der lebenden Toten

  • Originaltitel:
    Night of the Living Dead
    Genre:
    Mystery, Horror
    Produktionsland:
    USA
    Produktionsjahr:
    1968
    Kinostart Deutschland:
    18.03.1971
    Kinostart USA:
    01.10.1968
  • Cast & Crew
  • Regie:
    George A. Romero
    Drehbuch:
    George A. Romero, John A. Russo
    Musik:
    Scott Vladimir Licina
    Darsteller:
    Duane Jones, Judith O'Dea, Karl Hardman, Marilyn Eastman, Keith Wayne, Judith Ridley, Kyra Schon, Charles Craig, S. William Hinzman, George Kosana, Frank Doak, Bill 'Chilly Billy' Cardille, A.C. McDonald, Samuel R. Solito, Mark Ricci, Lee Hartman, Jack Givens, Rudy Ricci, Paula Richards, John Simpson, Herbert Summer, Richard Ricci, William Burchinal, Ross Harris, Al Croft, Jason Richards, Dave James, Sharon Carroll, William Mogush, Steve Hutsko
  • Inhalt
  • Barbara (Judith O'Dea) und ihr Bruder Johnny (Russell Streiner) fahren auf einen entlegenen Friedhof um das Grab ihres Vaters zu besuchen. Plötzlich werden sie von einem lebenden Toten angegriffen. Während Barbara flüchten kann, fällt Johnny dem Angreifer zum Opfer. Sie flüchtet sich in ein nahegelegenes Farmhaus. Kurze Zeit später trifft Ben (Duane Jones) dort ein, ebenfalls auf der Flucht vor den Zombies. Bald stellt sich heraus, dass sich noch fünf weitere Leute im Haus befinden und im Keller Zuflucht gesucht haben. Während draussen die Nacht hereinbricht und sich immer mehr der unheimlichen lebenden Toten vor dem Haus scharen, bahnen sich innerhalb der Gruppe ernste Konflikte an. Die Lage wird immer bedrohlicher und die Überlebenschancen scheinen zu schwinden...
  • Filmkritik
  • The unburied dead have been returning to life and seeking human victims. -----
    NIGHT OF THE LIVING DEAD markiert die Geburtsstunde des modernen Zombiefilms. Bis Dato waren Zombies im Horrorfilmgenre primär Menschen, welche unter Einfluss von Woodoo Zauber ihrer Identität beraubt wurden, keinen eigenen Willen mehr hatten und somit kontrolliert werden konnten. Die Bezeichnung "Zombie" oder "Untote(r)" bezog sich primär auf den Geisteszustand der Opfer. Klassische Zombiefilme dieser Art waren z. B. Victor Halperin's WHITE ZOMBIE (1932) mit Bela Lugosi, Jacques Tourneur's I WALKED WITH A ZOMIBE (1943), oder die britische Hammer Studio Produktion PLAGUE OF THE ZOMBIES (1966) von Regisseur John Gilling. Mit NIGHT OF THE LIVING DEAD betrat der junge Regisseur George A. Romero Neuland im Horrorgenre. Seine Zombies sind "echte" Untote, d. h. verstorbene Menschen die als mordlüsterne Menschenfleischfresser von den Toten zurückkehren und Angst und Schrecken unter den Lebenden verbreiten. Wie maßgeblich er damit das gesamte Genre geprägt hat zeigt sich daran, dass heute - über 35 Jahre später - die Idee der fleischfressenden Untoten längst zum primären Genrestandard geworden ist und nur sehr wenige Zombiefilme von dieser Idee abweichen. NIGHT OF THE LIVING DEAD bildete sozusagen das Frameset des den modernen Zombiefilms. Es gibt kaum eine neue Produktion, die sich nicht mit Zitaten oder sonstigen Hommagen vor NIGHT OF THE LIVING DEAD verbeugt. Obwohl erst Romero's Nachfolgefilm DAWN OF THE DEAD (1978) eine regelrechte Welle an Zombiefilmen auslöste und damit zum unumstrittenen Zombie Kultfilm avancierte, war NIGHT OF THE LIVING DEAD die eigentliche Initialzündung. Nicht nur für den jungen Regisseur selbst, sondern für ein gesamtes Genre.

    They're coming to get you, Barbara! -----
    Der wohl berühmteste Friedhofsbesuch der Filmgeschichte entwickelt sich nicht nur zu einen höchst innovativen Film, der das Zombiefilmgenre für immer geprägt hat, NIGHT OF THE LIVING DEAD ist darüber hinaus aber auch ein äußerst spannender und unheimlicher Horrorfilm. Trotz einfachen handwerklichen Mitteln und geringem Budget versteht es George A. Romero eine vielschichtige Bedrohung aufzubauen, die an den Nerven des Zusehers zehrt. Das Bedrohungsbild manifestiert sich zunächst mal durch die Vielzahl der unheimlichen Zombies, welche eine kleine Gruppe von Menschen in das abgeschlossene System eines kleinen Farmhauses zwingt. Alle Verbindungen zur Außenwelt brechen zusammen, mit Ausnahme des Fernsehers. Die Nachrichten über das Phänomen der Untoten steigern jedoch die Bedrohung noch zusätzlich. Zwar hat NIGHT OF THE LIVING DEAD noch nicht so einen permanent apokalyptischen Unterton wie sein Nachfolger, es ist allerdings bereits jetzt evident, dass es sich um eine landesweite Katastrophe handelt. Somit relativiert sich die Idee jedes Fluchtversuchs ganz deutlich, denn wirklich sicher ist man scheinbar nirgends. In dieses Szenario fügt sich noch eine dritte Ebene der Bedrohung ein. Die Gruppe der Menschen ist untereinander zerstritten, nach und nach enstehen ernsthafte Konflikte innerhalb der Gruppe, die immer mehr zur destruktiven Kraft im Film werden und letztendlich genauso bedrohlich sind wie die lebenden Toten vor den verbarrikadierten Türen des Farmhauses. NIGHT OF THE LIVING DEAD beschreibt die Auflösung gesellschaftlicher Strukturen und Wertvorstellungen "im Kleinen", die Sequels DAWN OF THE DEAD (1978) und DAY OF THE DEAD (1985) setzen hier noch einiges drauf, spielen ihr gesamtes apokalyptisches Potenzial konsequent aus bis letztendlich das Verhältnis der Zombies zu den Menschen bei 400.000:1 liegt. Selbst wenn es am Ende von NIGHT OF THE LIVING DEAD den Anschein hat, dass die Menschen die Kontrolle erlangen konnten, bleibt die Tatsache bestehen, dass die Gruppe in sich angesichts der Katastophe völlig versagt hat. Zur Zerstörung von Außen gesellt sich die fortschreitende Selbstzerstörung von Innen heraus, mit äußerst fatalen Folgen...

    Kill the brain, and you kill the ghoul. -----
    Handwerklich betrachtet ist es wirklich bemerkenswert was Regisseur Romero und sein Team aus einem billigen B-Movie herausholen konnten. Die stimmungsvolle S/W-Fotographie des Films vermag es, allein schon über die Bilder, eine grandios unheimliche Atmosphäre aufzubauen. NIGHT OF THE LIVING DEAD ist bei weitem der gruseligste, spannendste und unheimlichste Teil von Romero's "Living Dead" Serie. Während sowohl DAWN OF THE DEAD als auch DAY OF THE DEAD stilistisch völlig anders funktionieren, was zweifellos auch ihren Reiz ausmacht, ist NIGHT OF THE LIVING DEAD in seinen Stilmustern augenscheinlich ein Film des klassischen Horror bzw. Thriller Spannungskinos. Dazu gesellt sich eine direkte, unverfrorene Darstellung von Gewalt welche zur damaligen Zeit in keinster Weise als üblich zu bezeichnen ist. Nicht zuletzt durch die blutige Darstellung, die geschickte Montagetechnik, das einfache, aber effektive Make Up und die unheimliche Ausleuchtung der S/W-Szenerie erreicht der Film eine atmosphärische Dichte, die einem zeitweise den kalten Angstschweiß auf die Stirn treibt. So stehen mir bei der Szene im Keller, als die zum Untoten gewordene Tochter ihre Mutter umbringt, heute noch die Nackenhaare zu Berge. All das macht NIGHT OF THE LIVING DEAD einerseits zu einem spannenden und hochgradig unheimlichen Horrorfilm, andererseits zu einem immer wiederkehrenden Klassiker im Olymp der ewigen Top 10 Listen vieler Horrorfans. Absoluter Pflichtfilm!
  • Wertu
  • Story
    4,0
    Musik:
    3,0
    Unterhaltung:
    4,5
    Anspruch:
    3,5
    Spannung:
    5,0
    Darsteller:
    4,5
    Gesamt:
    5,0
    Verfasst von:
    eXistenZ

Kommentare

Um einen Kommentar verfassen zu können müssen Sie sich einloggen. Sollten Sie noch keinen DVD-Forum.at Account haben, registrieren Sie sich bitte hier.

Userkritiken

User Kritiken

Um eine Kritik auf DVD-Forum.at abzugeben musst du angemeldet sein.

Da der Film von 68 ist war von vornherein klar, dass die Effekte noch nicht so der bringer sind, darauf kam es mir aber auch nicht an. Die Atmosphäre in dem Film, war leider nur teilweise packend, da die Zombies eher wehrlos waren und bis zum Ende nie versucht haben, ins Haus zu gelangen. Die Atmosphäre wurde aber durch das Schwarz-Weiß gerettet, weil in Farbe wäre es irgendwie nur lächerlich gewesen.
Die Zombies an sich waren halt "nur" die 08/15 Zombies, welche langsam sind und durchgehend stöhnen. Netter Bonus war, dass sie Steine oder ähnliches benutzt haben um ins Haus einzudringen. Und hungrig wie immer, wurde auch schön gespeist und dies gut in Szene gesetzt.
Die schauspielerischen Leistungen waren ganz passabel bis gut, wobei ich mir bei der Rolle von Barbara immer noch nicht einig werde. Soweit spielt sie ihre Rolle klasse, aber manchmal habe ich das Gefühl, dass es zuviel des Guten ist und es damit unrealistisch wird. Mit den anderen Rollen bin ich ganz zufrieden, vom "hyperaktiven Pessimisten" bis zum "Coolen", welcher alles im Griff hat.
Die Story ist zwar relativ simpel, jedoch sehr gut umgesetzt, da man die Gründe und alles weitere erst im Laufe des Films erfährt und dies durch den Fernsehsprecher. Die Sequenzen mit dem Fernseher fand ich persönlich top und total authentisch!
Das Ende des Filmes fand ich sehr unterhaltsam, vorallem, da es so abrupt kam und für eine ganz bestimmte Person sehr dumm gelaufen ist.

5/10 Punkten

geschrieben am 15.02.2012 um 21:31

Inhalt: Barbara und ihr Bruder Johnny fahren auf einen entlegenen Friedhof um das Grab ihres Vaters zu besuchen. Plötzlich werden sie von einem lebenden Toten angegriffen. Während Barbara flüchten kann, fällt Johnny dem Angreifer zum Opfer. Sie flüchtet sich in ein nahegelegenes Farmhaus. Kurze Zeit später trifft Ben dort ein, ebenfalls auf der Flucht vor den Zombies. Bald stellt sich heraus, dass sich noch fünf weitere Leute im Haus befinden und im Keller Zuflucht gesucht haben. Während draussen die Nacht hereinbricht und sich immer mehr der unheimlichen lebenden Toten vor dem Haus scharen, bahnen sich innerhalb der Gruppe ernste Konflikte an. Die Lage wird immer bedrohlicher und die Überlebenschancen scheinen zu schwinden...


Kritik: Was muß man zu diesem Film noch sagen? Ich bin mir recht sicher, daß zumindest alle Horror-Fans älteren Semesters diesen Film kennen. Ob er bei dem jüngeren Publikum ebenso gut ankommt wie bei den älteren, weiß ich nicht zu sagen, er gehört aber definitiv zu den Meilensteinen und Wegbereitern im Horrorbereich!
„Night of the living Dead“ hat den Horrorfilm verändert und eine neue Dimension eröffnet. Zombies gab es bis dahin schon in anderen Filmen, jedoch schuf George A. Romero mit seinem Regiedebut im Jahr 1968 einen bis dahin nie gesehenen Schrecken. Auch wenn der Film kaum explizite Gewaltszenen zeigt, so muß der Streifen in der damaligen Zeit wohl sehr furchteinflößend gewirkt haben.

Romero schaffte es, durch seine Kameraführung, für die damalige Zeit hervorragende Maske (die Zombies sahen im Gegensatz zu älteren Filmen wesentlich bedrohlicher aus), toller klaustrophobische Atmosphäre und einer großen Portion Spannung, den Zuschauer in seinen Bann zu ziehen. Der „Godfather of all Zombies“ erfand die Zombies zwar nicht, schuf aber den wohl ersten Zombiefilm moderner Prägung. In früheren Filmen kam zwar eine gewisse Gruselstimmung auf (ich liebe die Klassiker ebenso wie die heutigen Werke), doch jetzt war es mehr das Grauen vor den untoten Wesen. Menschen, auch wenn sie Zombies sind, töten die Lebenden um ihr Fleisch zu essen. Soetwas gab es bis dahin nicht. Romero löste 1968 zwar keine Zombiefilm-Welle aus (das kam nach meiner Meinung erst durch seinen „Dawn of the Dead“), doch orientierten sich unbestreitbar viele Regisseure an seinem Erstlingswerk. Zombies konnten sich im Horrorfilm „etablieren“ und gehören auch zu meinen Lieblings-Genres.

Das Großartige an „Night of the living Dead“ ist die dichte und klaustrophobische Atmosphäre, die von Beginn an vorhanden ist. Schon die ersten Szenen auf dem Friedhof, wo in großem Abstand einzelne Gestalten durch die Gegend torkeln, sorgt gleich für eine unheimliche Spannung. Durch geschickte Kameraführung läßt Romero den Zuschauer vorerst im unklaren über die Gestalten. Er nutzte geschickte Schnitte, um die unheilvolle Spannung immer weiter zu steigern. Sofort mit dem Auftauchen des ersten Zombies verdichtet sich dann die Atmosphäre und die Spannung nochmal rasant. Mit sehr geringem Aufwand hat es George A. Romero geschafft, ein Meisterwerk zu schaffen, das auch heute noch sehenswert ist!

Wie eigentlich in all seinen Filmen, so geht auch hier die Gefahr nicht nur von den Zombies aus. Konflikte innerhalb der Gruppe sorgen für zusätzliche Spannung und bringen die Überlebenden ständig in neue Gefahr. Durch die sehr guten Schauspieler, nur die Rolle der Barbara finde ich nicht gelungen, kommen diese Konflikte sehr gut rüber. Die Machtspiele zwischen Ben und Harry Cooper (beide toll von Duane Jones und Karl Hardman gespielt) sind legendär und geben dem Film einen zusätzlichen Kick. Der Fokus liegt nicht nur auf den Zombies, sondern auf den unterschiedlichen Charakteren der kleinen Schar. Die Mischung ist einfach hervorragend gelungen und stellt viele andere Genrebeiträge noch heute in den Schatten!

Auch wenn man die „...of the Dead“ Filme von George A. Romero nicht unbedingt als Reihe betrachten kann (sie sind keine Fortsetzungen im eigentlichen Sinne), werden sie dennoch als solche gesehen. Mittlerweile besteht diese „Reihe“ aus immerhin sechs Filmen, die Romero in einem Zeitraum von 41 (!) Jahren gedreht hat.

„Night of the living Dead“ wurde übrigens in die Filmsammlung des Museum of Modern Art aufgenommen und ist seit 1999 in der National Film Registry eingetragen!

Wer „Night of the living Dead“ mag, dem kann ich das Remake von Tom Savini (1990) ans Herz legen. Für mich ein ganz starkes Remake, das mir in Teilen (die Rolle der Barbara z.B.) sogar besser gefällt als das Original!


Bewertung: Kurz und knapp: Pflichtprogramm für jeden Horror-Fan!

9/10 Punkte

geschrieben am 29.10.2011 um 21:39

Cover

Cover

Bewerte den Film!

Meine Wertung:


Community Wertung:

ø Wertung: 8,3/10 | Wertungen: 13 | Kritiken: 2