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Die Nacht der lebenden Toten

  • Informationen zum Film
  • Die Nacht der lebenden Toten

  • Originaltitel:
    Night of the Living Dead
    Genre:
    Mystery, Horror
    Produktionsland:
    USA
    Produktionsjahr:
    1968
    Kinostart Deutschland:
    18.03.1971
    Kinostart USA:
    01.10.1968
  • Inhalt
  • Barbara (Judith O'Dea) und ihr Bruder Johnny (Russell Streiner) fahren auf einen entlegenen Friedhof um das Grab ihres Vaters zu besuchen. Plötzlich werden sie von einem lebenden Toten angegriffen. Während Barbara flüchten kann, fällt Johnny dem Angreifer zum Opfer. Sie flüchtet sich in ein nahegelegenes Farmhaus. Kurze Zeit später trifft Ben (Duane Jones) dort ein, ebenfalls auf der Flucht vor den Zombies. Bald stellt sich heraus, dass sich noch fünf weitere Leute im Haus befinden und im Keller Zuflucht gesucht haben. Während draussen die Nacht hereinbricht und sich immer mehr der unheimlichen lebenden Toten vor dem Haus scharen, bahnen sich innerhalb der Gruppe ernste Konflikte an. Die Lage wird immer bedrohlicher und die Überlebenschancen scheinen zu schwinden...
  • Filmkritik
  • The unburied dead have been returning to life and seeking human victims. -----
    NIGHT OF THE LIVING DEAD markiert die Geburtsstunde des modernen Zombiefilms. Bis Dato waren Zombies im Horrorfilmgenre primär Menschen, welche unter Einfluss von Woodoo Zauber ihrer Identität beraubt wurden, keinen eigenen Willen mehr hatten und somit kontrolliert werden konnten. Die Bezeichnung "Zombie" oder "Untote(r)" bezog sich primär auf den Geisteszustand der Opfer. Klassische Zombiefilme dieser Art waren z. B. Victor Halperin's WHITE ZOMBIE (1932) mit Bela Lugosi, Jacques Tourneur's I WALKED WITH A ZOMIBE (1943), oder die britische Hammer Studio Produktion PLAGUE OF THE ZOMBIES (1966) von Regisseur John Gilling. Mit NIGHT OF THE LIVING DEAD betrat der junge Regisseur George A. Romero Neuland im Horrorgenre. Seine Zombies sind "echte" Untote, d. h. verstorbene Menschen die als mordlüsterne Menschenfleischfresser von den Toten zurückkehren und Angst und Schrecken unter den Lebenden verbreiten. Wie maßgeblich er damit das gesamte Genre geprägt hat zeigt sich daran, dass heute - über 35 Jahre später - die Idee der fleischfressenden Untoten längst zum primären Genrestandard geworden ist und nur sehr wenige Zombiefilme von dieser Idee abweichen. NIGHT OF THE LIVING DEAD bildete sozusagen das Frameset des den modernen Zombiefilms. Es gibt kaum eine neue Produktion, die sich nicht mit Zitaten oder sonstigen Hommagen vor NIGHT OF THE LIVING DEAD verbeugt. Obwohl erst Romero's Nachfolgefilm DAWN OF THE DEAD (1978) eine regelrechte Welle an Zombiefilmen auslöste und damit zum unumstrittenen Zombie Kultfilm avancierte, war NIGHT OF THE LIVING DEAD die eigentliche Initialzündung. Nicht nur für den jungen Regisseur selbst, sondern für ein gesamtes Genre.

    They're coming to get you, Barbara! -----
    Der wohl berühmteste Friedhofsbesuch der Filmgeschichte entwickelt sich nicht nur zu einen höchst innovativen Film, der das Zombiefilmgenre für immer geprägt hat, NIGHT OF THE LIVING DEAD ist darüber hinaus aber auch ein äußerst spannender und unheimlicher Horrorfilm. Trotz einfachen handwerklichen Mitteln und geringem Budget versteht es George A. Romero eine vielschichtige Bedrohung aufzubauen, die an den Nerven des Zusehers zehrt. Das Bedrohungsbild manifestiert sich zunächst mal durch die Vielzahl der unheimlichen Zombies, welche eine kleine Gruppe von Menschen in das abgeschlossene System eines kleinen Farmhauses zwingt. Alle Verbindungen zur Außenwelt brechen zusammen, mit Ausnahme des Fernsehers. Die Nachrichten über das Phänomen der Untoten steigern jedoch die Bedrohung noch zusätzlich. Zwar hat NIGHT OF THE LIVING DEAD noch nicht so einen permanent apokalyptischen Unterton wie sein Nachfolger, es ist allerdings bereits jetzt evident, dass es sich um eine landesweite Katastrophe handelt. Somit relativiert sich die Idee jedes Fluchtversuchs ganz deutlich, denn wirklich sicher ist man scheinbar nirgends. In dieses Szenario fügt sich noch eine dritte Ebene der Bedrohung ein. Die Gruppe der Menschen ist untereinander zerstritten, nach und nach enstehen ernsthafte Konflikte innerhalb der Gruppe, die immer mehr zur destruktiven Kraft im Film werden und letztendlich genauso bedrohlich sind wie die lebenden Toten vor den verbarrikadierten Türen des Farmhauses. NIGHT OF THE LIVING DEAD beschreibt die Auflösung gesellschaftlicher Strukturen und Wertvorstellungen "im Kleinen", die Sequels DAWN OF THE DEAD (1978) und DAY OF THE DEAD (1985) setzen hier noch einiges drauf, spielen ihr gesamtes apokalyptisches Potenzial konsequent aus bis letztendlich das Verhältnis der Zombies zu den Menschen bei 400.000:1 liegt. Selbst wenn es am Ende von NIGHT OF THE LIVING DEAD den Anschein hat, dass die Menschen die Kontrolle erlangen konnten, bleibt die Tatsache bestehen, dass die Gruppe in sich angesichts der Katastophe völlig versagt hat. Zur Zerstörung von Außen gesellt sich die fortschreitende Selbstzerstörung von Innen heraus, mit äußerst fatalen Folgen...

    Kill the brain, and you kill the ghoul. -----
    Handwerklich betrachtet ist es wirklich bemerkenswert was Regisseur Romero und sein Team aus einem billigen B-Movie herausholen konnten. Die stimmungsvolle S/W-Fotographie des Films vermag es, allein schon über die Bilder, eine grandios unheimliche Atmosphäre aufzubauen. NIGHT OF THE LIVING DEAD ist bei weitem der gruseligste, spannendste und unheimlichste Teil von Romero's "Living Dead" Serie. Während sowohl DAWN OF THE DEAD als auch DAY OF THE DEAD stilistisch völlig anders funktionieren, was zweifellos auch ihren Reiz ausmacht, ist NIGHT OF THE LIVING DEAD in seinen Stilmustern augenscheinlich ein Film des klassischen Horror bzw. Thriller Spannungskinos. Dazu gesellt sich eine direkte, unverfrorene Darstellung von Gewalt welche zur damaligen Zeit in keinster Weise als üblich zu bezeichnen ist. Nicht zuletzt durch die blutige Darstellung, die geschickte Montagetechnik, das einfache, aber effektive Make Up und die unheimliche Ausleuchtung der S/W-Szenerie erreicht der Film eine atmosphärische Dichte, die einem zeitweise den kalten Angstschweiß auf die Stirn treibt. So stehen mir bei der Szene im Keller, als die zum Untoten gewordene Tochter ihre Mutter umbringt, heute noch die Nackenhaare zu Berge. All das macht NIGHT OF THE LIVING DEAD einerseits zu einem spannenden und hochgradig unheimlichen Horrorfilm, andererseits zu einem immer wiederkehrenden Klassiker im Olymp der ewigen Top 10 Listen vieler Horrorfans. Absoluter Pflichtfilm!
  • Wertungen
  • Story
    4,0
    Musik:
    3,0
    Unterhaltung:
    4,5
    Anspruch:
    3,5
    Spannung:
    5,0
    Darsteller:
    4,5
    Gesamt:
    5,0
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Da der Film von 68 ist war von vornherein klar, dass die Effekte noch nicht so der bringer sind, darauf kam es mir aber auch nicht an. Die Atmosphäre in dem Film, war leider nur teilweise packend, da die Zombies eher wehrlos waren und bis zum Ende n...

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geschrieben am 15.02.2012 um 21:31

Inhalt: Barbara und ihr Bruder Johnny fahren auf einen entlegenen Friedhof um das Grab ihres Vaters zu besuchen. Plötzlich werden sie von einem lebenden Toten angegriffen. Während Barbara flüchten kann, fällt Johnny dem Angreifer zum Opfer. Sie f...

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geschrieben am 29.10.2011 um 21:39

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ø Wertung: 8,5/10 | Wertungen: 30 | Kritiken: 2