Hell

  • Informationen zum Film
  • Hell

  • Originaltitel:
    Hell
    Genre:
    Thriller, Sci-Fi, Horror
    Produktionsländer:
    Deutschland, Schweiz
    Produktionsjahr:
    2011
    Kinostart Deutschland:
    22.09.2011
  • Inhalt
  • Wir befinden uns im Jahre 2016. Seit geraumer Zeit wird die Lichteinstrahlung der Sonne immer intensiver. Die gesamte Natur hat sich schon vor längerem geschlagen gegeben. Die Flora und die Fauna sind so gut wie nicht mehr existent. Wasser ist zum absoluten Luxusgegenstand geworden. Und da es weder Fleisch noch Gemüse zum Essen gibt, und auch die trinkbaren Flüssigkeiten zur Neige gegangen sind, ist der Überlebenskampf der gesamten Menschheit ebenfalls verflossen. Nur wenige durften diese Apokalypse überleben, und haben ihren persönlichen Kampf bislang noch nicht aufgegeben. So auch das Geschwisterpaar Marie ( Hanna Herzsprung ) und Leonie ( Lisa Vicari ), die sich Phillip ( Lars Eidinger ) angeschlossen haben. Gemeinsam versuchen die Drei mit ihrem Auto, raus aus der Stadt, und weg in Richtung Berge zu fliehen. Dort erhoffen sie sich jene Quellen, die diverse Mineralwasserfirmen auf ihren Etiketten zeigen. Da das bloße Licht ihre Haut in wenigen Minuten verbrennen würde, haben sie ihr Fahrzeug, bis auf kleine Streifen zum Durchsehen, abgedunkelt. Auf der Suche nach Nahrungsmittel, Trinkbares oder Benzin zum Vorankommen, halten sie auf einer verlassenen Tankstelle. Ein wenig verschmutztes Wasser konnten sie aus den Heizaggregaten entnehmen, und auch das ölige Zeug aus der Kanalisation kann ebenfalls zum Befeuchten herhalten. Noch kurz bevor sie wieder in den Wagen steigen, entdecken sie den völlig abgemagerten Tom ( Stipe Erceg ), den sie nach einer heftigen Auseinandersetzung ebenfalls mit auf ihre Reise nehmen. Als sie die Straße in den Bergen erreichen, stoßen sie auf eine mysteriöse Blockade. Schon bald werden die Vier feststellen, dass weder die fehlende Nahrung, noch die gleißend heiße Sonne die größten Gefahren sind, mit denen sich die Helden auseinander setzen müssen.

  • Filmkritik
  • „Seit 3 Jahren gibt es keine Ernte mehr. Nur wenige von uns haben überlebt. Manche sagen, dass es über der Baumgrenze wieder regnet. Ich glaube nicht daran.“


    Regisseur Tim Fehlbaum hätte sich für sein Erstlingswerk einen richtigen Zombiefilm gewünscht. Daher inszenierte er im Jahre 2006 AM FLAUCHER, um zu beweisen wie gut er mit den Untoten umgehen kann. Über Bekannte des Filmemachers bekam Produzent Thomas Wöbke jene Arbeit zu Gesicht, und war sehr angetan von den vielen Ideen, die in diesem Kurzfilm steckten. Thomas berichtete seinem Freund Roland Emmerich von dem talentierten Neuling. Als sich beide in einem langen Gespräch von Tim Fehlbaum begeisterten, darf er nun mit Thomas als Produzent und mit Roland als ausführender Produzent im Gepäck seinen ersten Langspielfilm realisieren. Nur ein Zombiefilm ist es nicht ganz geworden, denn Tim wurde „überzeugt“ sein Drehbuch zu ändern. Nur die Machart und die Stimmung sollte er jedoch von dem Kurzfilm in diese neue Arbeit transportieren.


    „Wir fahren in die Berge. Da ist das Wasser. Das steht sogar auf den Flaschen.“


    Es gab viele Einfälle, welche Gefahr man statt den Zombies aufgreifen könnte. Eine davon war die Sonne als unmittelbarer Gegner für die Protagonisten einzusetzen. Tim Fehlbaum war fasziniert von dieser Idee. Schließlich kann man hier stilistisch viel herausholen. Das Spiel zwischen Licht und Schatten, oder den gesamten Look mit grellen Licht auszustatten. Es bestünde auch viel Raum mit Überbelichtungen und Hitzeflimmern zu experimentieren. Dies führte schließlich dazu, dass die Verantwortlichen kurzerhand den Titel von AM ENDE DER NACHT in HELL umbenannten. Ein weiterer Aspekt diesen Film in dem Look zu zeigen war der Finanzielle. Denn mit deutschen Geldern finanziert, muss mit vielen Tricks gearbeitet werden, um sein Produkt teurer aussehen zu lassen als es tatsächlich war. Daher wurde auch immens mit den sündteuren visuellen Effekten gespart, wenn nicht gänzlich darauf verzichtet. Hier mussten auch die schon genannten Überbelichtungen, oder viel Rauch an einzelnen Stellen herhalten, um dahingehende Mängel zu kaschieren.


    „Ich tu dir nichts; im Gegenteil. Ich dachte du bist tot.“


    Meine ersten Gedanken stimmten mich bedenklich. Ein postapokalyptischer Film aus Deutschland mit deutschen Darstellern, noch dazu mit einem völligen Neuling, dessen Idee einen Zombiefilm drehen zu wollen, es aber nicht machen durfte… Objektiv betrachtet sollte man ein für alle Mal, diese Gedanken einfach in den Wind setzen. Denn mit neuen jungen und ungemein ambitionierten Regisseuren, die Deutschland gegenwärtig zu bieten hat, sollte man solche Zweifel für immer ad acta legen. HELL sieht so gar nicht aus wie ein typischer Film aus dem deutschem Raum. Tim Fehlbaum erschuf mit seinem Endzeitszenario ein Werk, welches sich international, und nicht zuletzt sehr modern verkauft. HELL wurde aus verschiedenen Gesichtspunkten ein Werk, jenes jeden Standard aus Amerika erfüllen würde. Dieser genreübergreifende Film ist in Besitz derart vieler guter Ideen, sodass man ihm sofort einen Qualitätsstempel aufdrücken müsste. Zum Beispiel wurde bei der Aneinanderreihung der Sequenzen bedacht, dass vor jeder sehr hellen Einstellung einige „dunklere“ Szenen gezeigt werden, um so das Auge des Betrachters im richtigen Moment zu schocken. So sieht auch der Zuseher was die Charaktere im Film erleben. HELL schafft es mühelos, dass wir als Konsumenten förmlich spüren, welcher Hitze die Helden im Film ausgesetzt sind, und mit welchen Lichtverhältnissen sie zu kämpfen haben.


    „Sie kommen alle paar Wochen runter, fangen Leute ab und verschwinden wieder.“


    Zwar erfindet sich die Geschichte in HELL nicht neu, als Beispiel darf gerne der großartige THE ROAD herhalten, ist aber dank einiger Raffinessen zu den Besseren zu zählen. Die wenigen Charaktere sind mit seriösen Darstellern besetzt. Tim Fehlbaum erzählt gerne die Geschichte als er ein Interview mit seinem Vorbild Ridley Scott verfolgte. Ridley gab vor Drehbeginn zu ALIEN von sich, dass er für diesen Film nur den bestmöglichen Schauspielern eine Chance gibt, um sich so mehr auf den Film selbst konzentrieren zu können. Er bräuchte sich dann nicht so sehr zusätzlich um die einzelnen Personen kümmern. Mit Hanna Herzsprung, Stipe Erceg, Angela Winkler, Lars Eidinger und Lisa Vicari im Cast ist Tim Fehlbaum ein ähnlich guter Schachzug gelungen.

    Fazit:
    Was für ein Regiedebüt !! HELL ist ein atmosphärisch dichter Überlebenskampf in einer aussichtslosen Welt. Dieser Endzeitthriller vermag den Zuseher augenblicklich in seinen Bann zu ziehen. Durch die spektakuläre Optik, den innovativen Ideen, und der einnehmenden Brisanz gilt er als Paradebeispiel für das neue deutsche Kino. Angesichts dieser Leistung muss der Name Tim Fehlbaum im Gedächtnis behalten, und sich auf den zweiten Streich dieses Filmemachers gefreut werden.

  • Wertungen
  • Story
    4,0
    Musik:
    4,0
    Spannung:
    4,0
    Animation:
    3,0
    Darsteller:
    4,0
    Gesamt:
    4,0
    Verfasst von:
    Richard Lammel
    Bestellen bei:
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Komentare (2)

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Ja, Hell war für mich wieder eine der Überraschungen.

geschrieben am 06.05.2012 um 17:28 Uhr #2

kann ich nur zustimmen!

geschrieben am 03.05.2012 um 18:52 Uhr #1

 

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Apokalypsen Filme sind immer gerne gesehen. Aber im Moment der Klima Erwärmung ist diese Art Film wieder voll in. Der König der Apokalypsen Filme ist wohl Roland Emmerich. Dieser ist auch der execotive Producer dieses Films. Aber ob er genau an sei...

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geschrieben am 16.08.2011 um 10:49

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ø Wertung: 6,2/10 | Wertungen: 6 | Kritiken: 1