Retreat

  • Informationen zum Film
  • Retreat

  • Originaltitel:
    Retreat
    Genre:
    Thriller
    Produktionsland:
    UK
    Produktionsjahr:
    2011
    Kinostart USA:
    21.10.2011
  • Inhalt
  • Einen RETREAT ( Rückzug ) begeht das Ehepaar Martin und Kate, weil sie in ihrem Leben nach einem neuen Weg suchen. Durch einen Schicksalsschlag wurde ihr glückliches Beieinandersein durcheinander gewirbelt. Kate war im 4ten Monat schwanger, als sie ihr Kind verlor. Ein Kind, das Martin gar nicht wollte. Um einen Neuanfang zu starten, ziehen sich die beiden auf jene einsame Insel zurück, auf welcher sie vor Jahren einen wunderschönen Urlaub verbrachten. Martin hielt es für eine gute Idee, das alte Umfeld für einige Zeit hinter sich zu lassen, um ihrer Ehe die letzte Chance zu geben. Martin und Kate probieren es wirklich, jedoch gestaltet sich das Vorhaben schwieriger als erwartet. Als sie eines Tages vor ihrem Haus auf der ansonsten unbewohnten Insel einen verletzten Soldaten finden, sind die familiären Probleme mit einem Schlag nicht mehr relevant. Sie schleppen den stark blutenden jungen Mann in Uniform ins Innere ihres Gebäudes, und legen den Bewusstlosen auf die Couch. Kate bemerkt eine Schusswaffe, die sie vorsichtig in ihren Besitz nehmen, und im Schlafzimmer verstecken. Als Jack endlich erwacht, erzählt er dem Ehepaar eine Geschichte, die sie zunächst nicht glauben konnten. Eine Pandemie soll sich ausgebreitet haben, und sich auf den Weg in Richtung der Insel bewegen. Einmal angesteckt und den Virus eingeatmet, ist das Leben nach wenigen Stunden vorbei. Die einzige Rettung sei es laut Jack, das Haus so gut wie möglich dicht zu machen, um so dieser Seuche zu entgehen. Nach anfänglichen zögern glauben sie dem Soldaten, aber schon bald kommen erneut große Bedenken auf…

  • Filmkritik
  • Was würdest du glauben, oder wie würdest du reagieren ?

    Angenommen du verbringst mit deinem Lebenspartner einen Urlaub auf einer verlassenen Insel. Nach Tagen der absoluten Zweisamkeit kommt ein Dritter auf die Insel der Dir eine unglaubliche Geschichte erzählt. Ein falsches Urteil könnte den Tod bedeuten. Was glaubst du ? Gibst du der Story eine Chance obwohl dieser Typ alles andere als seriös aussieht ? Oder fasst du allen Mut zusammen, traust dem Kerl nicht, und versuchst mit deinem Partner die Insel fluchtartig zu verlassen ? Dabei solltest du aber noch bedenken, dass die raue See es auf dein viel zu brüchiges Boot abgesehen hat, und das Wasser dich nicht gerade lange am Leben erhält. Wie würdest du reagieren ?

    Es gibt Situationen im Leben, da kommt es auf die eine Entscheidung an. Die Falsche könnte für dein weiteres Leben fatale Folgen bedeuten. In seinem Erstlingswerk RETREAT stellt Carl Tibbetts genau diese Frage. Und sie stellt sie nicht nur seinen Charakteren, sondern gibt sie an den Betrachter weiter. Wie würde man reagieren und wie könnte man womöglich handeln, um eine prekäre Situation zu meistern. Die Protagonisten im Film entscheiden sich. Ob sie die richtigen Wege gehen, dies wird an dieser Stelle natürlich nicht verraten. Aber zu gut einer Hälfte macht diese interessante Sachlage den Film RETREAT aus. Die andere Hälfte ist mit einer enormen Spannung verbunden. Das Drehbuch lässt bis zum Finale offen, ob es sich bei dem mysteriösen Ankömmling um einen ehrlichen Mann handelt, der sich und den beiden bloß das Leben retten will. Oder ist er ein Psychopath der gerade begonnen hat, mit Martin und Kate ein tödliches Spiel zu spielen. Wie auch immer. Beide Möglichkeiten tragen diesen Thriller mit einer Leichtigkeit durch die gesamten 90 Minuten.

    Obwohl RETREAT nur vier wesentliche Charaktere beinhaltet, überkommt dem Zuseher nie das Gefühl, hier wären zu wenig Darsteller am Werk. Durch die Präsenz aller Anwesenden wird die stets anregende Geschichte mit Bravour bewältigt. Wenn das Drehbuch lediglich vier Schauspieler vorsieht, dann müssen diese auch durch ihr Talent und nicht zuletzt durch ihre Persönlichkeit überzeugen. Den wichtigsten Part, und zeitgleich die dankbarste Rolle bekam Jamie Bell, der mittlerweile nicht nur in England ein gefragter Darsteller geworden ist. Als der mysteriöse Jack besticht Jamie als Typ, den man glaubt was er sagt. Aber er könnte gleichzeitig auch mühelos als kranker Psychopath durchgehen. Der 26 jährige Engländer beweist ein ums andere Mal wie vielseitig er sein kann. RETREAT bestätigt diese schon längst gewonnene Erkenntnis. Thandie Newton wurde bislang eher als hübsches Beiwerk in größere Produktionen eingesetzt. MISSION IMPOSSIBLE II ist in diesem Zusammenhang als passendes Beispiel zu nennen. Als Kate spielt ihre Attraktivität keine große Rolle. Hier muss sie einen gar nicht so einfachen Charakter glaubhaft und mit einer gewissen Ausdruckskraft verkaufen. Und dies macht die 40 jährige in London geborene Thandie überraschend konsequent. Als dritter Charakter wurde Cillian Murphy engagiert. Aber obwohl er mit großem Abstand den bekanntesten Namen dieser Besetzung trägt, hält für ihn das Skript die am wenigsten tiefgründige Rolle parat. Cillian wirkt in seinem Spiel ohne Zweifel glaubhaft und präsent. Aber glänzen, oder dem Gesamten noch eine besondere Note verpassen, dies schafft der 36 jährige Ire nicht.

    Fügt man nach der Betrachtung von RETREAT die gesammelten Eindrücke in eine Form, dann bleibt ein Thriller der nur drei Komponente zum funktionieren braucht. Schauspieler, denen man gerne zusieht. Eine Geschichte, die von Beginn an zu fesseln versteht. Und nicht zuletzt wird auch der Zuseher zum Nachdenken angeregt, wie er sich wohl in gewissen Situationen verhalten würde. Dies alles zusammen ergibt einen Thriller, der zugegeben nicht die Welt verändern wird. Aber es ist mit wenigen Mitteln ein Film gelungen, den man wegen seiner Attraktivität, und nicht zuletzt wegen der Auflösung, unbedingt bis zum Ende verfolgen will.

  • Wertungen
  • Story
    4,0
    Musik:
    3,0
    Anspruch:
    3,0
    Spannung:
    3,5
    Darsteller:
    4,0
    Gesamt:
    3,5
    Verfasst von:
    Richard Lammel
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