Einst galt Chris Farraday ( Mark Wahlberg ) als der beste Schmuggler des Landes. Mittlerweile ist er sauber und lebt als Sicherheitskraft gemeinsam mit seiner Frau Kate ( Kate Beckinsale ) und den beiden Söhnen ein zufriedenes Leben. Dies ändert sich als sein Schwager Andy ( Caleb Landry Jones ), der ohne das Wissen der Familie ebenfalls im kriminellen Gewerbe als Drogenkurier arbeitet, unnötiger Weise eine große Menge Kokain über Board wirft. Dadurch gerät der jüngere Bruder der Frau in unmittelbare Lebensgefahr. Chris, der die Szenerie noch gut kennt versucht zu vermitteln. Vergeblich, denn ab sofort ist auch er mitsamt seiner Familie in Gefahr. Nur wenn er wieder für einen gefährlichen Job zum Schmuggler wird, kann er Andy retten. Dieser Auftrag führt Chris mit seinem schnell zusammengestellten Team nach Panama. Eine Menge Falschgeld soll von dort in die Staaten geschmuggelt werden. Als der ausgeklügelte Plan misslingt, muss Chris so schnell wie nur möglich genug Geld auft reiben, damit Kate und die Kinder außer Gefahr gebracht werden.
Um die Jahrtausendwende schaffte der isländische Filmregisseur Baltasar Kormàkur mit 101 REYKJAVIK nicht nur in seiner Heimat den Durchbruch. Danach folgte mit THE SEA ein Werk, welches nicht ganz die Erwartungen erfüllen konnte. Im Jahre 2005 inszenierte der Filmemacher A LITTLE TRIP TO HEAVEN mit Forest Whitaker und Jeremy Renner in den Hauptrollen. Mit diesem Thriller verstärkte sich wieder der Bekanntheitsgrad. Anstatt einige Angebote aus den Staaten anzunehmen blieb Baltasar seinem Land weiterhin treu und verfilmte mit Mýrin und Brúðguminn urbane Produktionen. Dank Mark Wahlberg, der für CONTRABAND auch als Produzent zur Verfügung stand, wurde Kormàrkurs neuestes Werk mit amerikanischen Geldern finanziert. Mark dürfte mit der kollektiven Arbeit zufrieden gewesen sein, denn mit 2 GUNS steht eine weitere gemeinsame Produktion in den Startlöchern.
Es ist doch so, dass wir im ersten Quartal des Jahres wegen der diversen Verleihungen vor allem mit qualitativ hochwertigen und seriösen Produkten überhäuft werden. Da tut es doch gut als Alternativprogramm einen Actionfilm oder einen Thriller auf dem Markt zu werfen. Zwischen den Dramen, seriösen BioPics, oder den „besonderen“ Werken der Regisseur Elite einen grundsoliden unterhaltsamen Kracher zu veröffentlichen, bei dem das Nachdenken keine wesentliche Rolle spielt. Dafür sollte doch CONTRABAND wie geschaffen sein. Nun, der erste Teil der Vorgabe, nämlich jener der für die actionreichen Sequenzen verantwortlich zeichnet, dieser Teil wurde ganz einfach erfüllt. Die schnellen Passagen des Filmes können durchaus als geglückt bezeichnet werden. Auch über die darstellerischen Fähigkeiten des schauspielerischen Personals, und die direktive Handhabe des Filmemachers kann nicht gelästert werden. Das Übel in diesem Film liegt eindeutig in seiner Geschichte. Diese darf wegen der div ersen Querverstrebungen in der sonst linearen Grundstruktur als viel zu „durcheinander“ bewertet werden. Dadurch geht der sonst runde Eindruck des Gesamten verloren.
Ein Mann der sauber geworden ist, muss wegen des Schwagers noch ein illegales Unterfangen starten. Dieses Drehbuch darf zwar als X-beliebig angesehen werden, jedoch hätte dessen Inhalt allein für einen Actionfilm gereicht. Die Verantwortlichen sahen dies aber ganz anders und fügten mehrere kleinere Geschichten hinzu. Anstelle dem Projekt was Gutes zu tun, haben sie dem Werk mit ihrer „Idee“ sichtlich geschadet. Zum Beispiel gibt es dem besten Freund von Chris, jener von Ben Foster gespielt wird. Der sollte in Abwesenheit von dem Protagonisten für die Familie da sein. Anstelle wurde der Figur noch eine Vergangenheit angehaftet, die nicht zum eigentlichen Charakter passt. Auch für die Ehefrau halten die Verantwortlichen eine eigene Story bereit. Wahrscheinlich war die Rolle für eine Kate Beckinsale zu gering, und so mussten sie dieser Figur noch ein paar Zeilen mehr zuordnen. Dies waren nur zwei der fünf bis sechs Querstränge, die den Film zu den machten, was er letztendlich da rstellt. CONTRABAND ist im Gesamteindruck ein unrunder Film geworden, der ohne diese Extras wesentlich spannender und dadurch besser geworden wäre.
An den Darstellern liegt es nicht, dass CONTRABAND nicht ganz die Erwartungen erfüllen kann. Denn Mark Wahlberg, Kate Beckinsale, Ben Foster, Giovanni Ribisi, Lukas Haas und die restliche Besetzung spielen in jener Liga, in der man sie auch gewöhnlich sieht. Der Regisseur gibt ebenfalls eine gediegene Leistung ab, ohne in irgendeine Richtung aufzufallen. Auch die Musik und der Kameramann ordnen sich dem Gesamten unter. Einzig der Schnitt hat durch den eben beschriebenen Inhalt eine unmögliche Aufgabe hinter sich. Denn den vielen dahingehenden Problemen konnten die Verantwortlichen der „Schere“ nicht gerecht werden.
Fazit:
Viele Aspekte von CONTRABAND können sich wirklich sehen lassen. Der Action oder Thriller Fan kommt in etlichen Passagen voll auf seine Kosten. Leider wollte man den zahlreichen Stars im Film Rechnung tragen, indem man für jeden bekannten Namen was Gutes wollte, und so jedem Charakter noch zu Extrazeilen verhalf. So wurde aus einem ansonsten recht gut gemachten Genrefilm einer der zu viele Ecken und Kanten besitzt. Dadurch wirkt CONTRABAND nicht mehr geradlinig, und den Zusehern werden diese Abweichungen vom Wesentlichen störend auffallen.
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