J. Edgar

  • Informationen zum Film
  • J. Edgar

  • Originaltitel:
    J. Edgar
    Genre:
    Krimi, Biographie, Geschichte, Drama
    Produktionsland:
    USA
    Produktionsjahr:
    2011
    Kinostart Österreich:
    20.01.2012
    Kinostart Deutschland:
    19.01.2012
    Kinostart USA:
    11.11.2011
    Verleiher Österreich:
    Warner Bros.
    Verleiher Deutschland:
    Warner Bros.
  • Cast & Crew
  • Regie:
    Clint Eastwood
    Drehbuch:
    Dustin Lance Black
    Musik:
    Clint Eastwood
    Darsteller:
    Stephen Root, Josh Hamilton, Manu Intiraymi, Judi Dench, Leonardo DiCaprio, Naomi Watts, Jordan Bridges, Josh Lucas, Kevin Rankin, Geoff Pierson, Josh Stamberg, Ken Howard, Zach Grenier, Lea Thompson, Jessica Hecht, Geoff Stults, Dermot Mulroney, Christian Clemenson, Ed Westwick, Christopher Shyer, Jeffrey Donovan, Damon Herriman, Cheryl Lawson, Billy Smith, Jack Axelrod, Austin Basis, Miles Fisher, Jack Donner, Emily Alyn Lind, Michael Gladis, Gunner Wright, Armie Hammer, Kaitlyn Dever, Brady Matthews, Ryan McPartlin, Michael Rady, Keith Middlebrook, Amanda Schull, Tom Archdeacon, Sadie Calvano, David A. Cooper, Kelly Lester, Dylan Burns, Michael James Faradie, Scot Carlisle, Allen Nabors, William Bebow
  • Inhalt
  • J. Edgar hatte über Jahrzehnte alles für sein Land getan, nur um eine Person zu werden die geliebt und geehrt wird. Hoover gründete 1912 eine professionelle Polizeieinheit, die bis heute für Schlagzeilen sorgt. Das FBI unter J. Edgars Führung war für die Festnahme von Al Capone verantwortlich. Zudem war er durch die Todesmeldungen von Bonnie & Clyde in aller Munde. Seine Vorgehensweise galt als konsequent, und seine Feinde ließ er bis zum letzten Atemzug verfolgen. Trotz seiner Erfolge schaffte es J. Edgar nicht, dass ihn sein Land liebt. Er wurde respektiert, aber er erlangte nie die Popularität, die er sich wünschte. Die Politik, und all die Personen im Scheinwerferlicht achteten Hoover, denn von einem Jeden kannte er diverse Geheimnisse, die er geschickt zu benutzen wusste. Aber auch er selbst hatte ein Geheimnis, jenes er bis zum Tode im Jahre 1972 verbarg. J. Edgar Hoovers Homosexualität wurde bis heute nicht endgültig bewiesen.


    „THE BLOOD IS ON YOUR HAND EDGAR“

  • Filmkritik
  • Vor allem im letzten Jahrzehnt wurde es modern, einen Film über berühmte Persönlichkeiten zu inszenieren. Da sich qualitative Biopics ( Biographic Pictures ) aus finanzieller Sicht meistens lohnen, sind sie gegenwärtig zum fixen Bestandteil in der Kinolandschaft geworden. Nun hat sich die einstige Ikone der amerikanischen Macho Schauspieler, und mittlerweile zur Legende gewordene Clint Eastwood einem solchen angenommen. In seinen jungen Jahren startete Clint seine Laufbahn als Filmregisseur vermehrt mit Western. EIN FREMDER OHNE NAMEN ( 1973 ), DER TEXANER ( 1976 ), PALE RIDER ( 1985 ) und ERBARMUNGSLOS ( 1992 ) sind nur einige Stationen in seiner Filmographie. Danach öffnete Clint sein Spektrum und inszenierte auch in andere Richtungen. Lobenswert erwähnt könnten an diesem Punkt Werke wie MYSTIC RIVER ( 2003 ), MILLION DOLLAR BABY ( 2004 ), DER FREMDE SOHN ( 2008 ) und GRAN TORINO ( 2008 ) werden, die allesamt mit gewichtigen Preisen ausgezeichnet wurden. Zuletzt drehte Clint Eastwood mit HEREAFTER – DAS LEBEN DANACH einen Film, der in Europa fälschlicherweise zu wenig Beachtung bekam.


    „BASED ON A TRUE STORY“


    Eastwoods Stil hat sich in den letzten Jahren etabliert. Seine filmische Sprache ist eine sehr dezente, und eine behutsame Ruhige geworden. Oft schreibt der Hollywoodstar auch den Soundtrack für seine Produktionen selbst. Auch hier geht der 71 Jährige sehr sorgfältig mit jeden einzelnen Ton vor, sodass seine Musik als minimalistisch bezeichnet wird. Aber wie kaum ein anderer Filmemacher schafft damit Clint eine eindringliche Stimmung und sorgt mit seine Licht und Schattenspiele ein enormes Flair. In J. EDGAR bleibt er seiner Stilistik absolut treu. Detailliert und mit Fingerspitzengefühl löst er den etwas trockenen Stoff eines Mannes, der geliebt und verehrt werden wollte. Wieder sind es seine typisch kahlen Farben und die exakte Beleuchtung die den Kinogänger in die typische Welt eines Clint Eastwood entführt.

    Es ist eine logische Folge, dass ein jeder Film von der Hollywoodlegende im Kampf um den begehrten Oscar mitmischen wird. Aber welche Kategorien hätten den goldenen Kerl auch wirklich verdient. Aus subjektiver Sicht hat die Sparte MAKE UP die größten Chancen. Es ist unglaublich wie realistisch die Maskenbildner aus einem Leonardo DiCaprio einen über 70 jährigen J. Edgar Hoover zaubern können. Aber auch das Make Up für seinen besten Freund Clyde ( Armie Hammer ) und seiner Sekretärin Miss Gandy ( Naomi Watts ) sind von allererster Güte. Obwohl die Konkurrenz bei den MÄNNLICHEN HAUPTDARSTELLER in diesem Jahr enorm ist, könnte auch Leonardo DiCaprio hier ein gewichtiges Wörtchen mit plaudern. Der Schönling bietet als J. Edgar Hoover seine beste Performance seit WHAT`S EATING GILBERT GRAPE. Und für den wurde er schließlich mit einem Oscar belohnt. In den Kategorien REGIE und BESTER FILM wird Clint Eastwood mit Sicherheit nominiert. Ob er sich gegen seine Gegner auch durchzusetzen vermag, bleibt eher zweifelhaft.


    J. EDGAR HOOVER hat das FBI über viele Jahrzehnte geleitet. Daher war es den Verantwortlichen nicht möglich in der Lauflänge von 137 Minuten alles Essenzielle unterzubringen. Viele wichtige Stationen auf Hoovers Lebensweg wurden zwar detailliert geschildert. Einiges aber wurde nur peripher behandelnd, und Unzähliges so gut wie nicht erwähnt. Was aber dieser Produktion gelang ist ein Gefühl zu übermitteln. Und zwar jenes welches J. EDGAR in den Momenten verspürt in denen er bemerkt, dass er niemals die Ehre und die Popularität erlangen wird, die ihm aus seiner Sicht gebührt. Bei diesen Sequenzen handelt es sich ohne Zweifel um die stärksten und intensivsten Augenblicke im Film.

    Fazit:
    Clint Eastwood hat mit J. EDGAR HOOVER wieder ein qualitativ hochwertiges Produkt abgeliefert. Wenn sich dieses Biopic auch dank den immens vielen Dialogszenen, und den schon erwähnten trockenen Stoff ein wenig lang anfühlt, so verliert er das Wesentliche nie aus den Augen. Clint`s Stilistik ist und bleibt mit das Beste was Hollywood zu bieten hat.


    J. Edgar Hoover:
    „Ich muss Ihnen nicht sagen, dass das Vermächtnis eines Mannes oft auf etwas beruht, was man nicht sieht.“
  • Wertu
  • Story
    4,0
    Musik:
    3,5
    Unterhaltung:
    3,5
    Anspruch:
    3,5
    Spannung:
    3,0
    Darsteller:
    4,5
    Gesamt:
    4,0
    Verfasst von:
    Richard Lammel

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Clint Eastwood zählt zu den ganz grossen in Hollywood. Und dies nach einer langjährigen Kariere wohl auch zurecht. In den 50er Jahren begann er mit der Schauspielerei. Sein erster grösserer Film war Tarantula, in dem er einen kleinen Auftritt hatte. In den 60er Jahren verliess er Amerika und ging nach Italien. Dort machte er mit Sergio Leone die Italowestern gross. So kam erst einmal die grosse Dollar Trilogie. So war er dann den Gegenpart zu John Wayne, der Western Legende schlechthin in Hollywood. Doch Eastwood spielte mit seiner dreckigen und fiesen Art überwältigend. So konnte er sich langsam in Hollywood hoch arbeiten. Anfang der 70er gab er mit „Play Misty for me“ sein Regiedebüt. Später kamen dann die grossen Hollywoodklassiker wie Dirty Harry mit Clint Eastwood. So folgte ein Erfolg den nächsten. Die Western liessen ihn aber nie mehr ganz los, so taucht er immer wieder mal in einem Western auf. In den letzten Jahren hat er sein Können hinter der Kamera als Regisseur mehr als nur bewiesen. Meist bekam er eine Oscarnominierung für den Film. So ist es nicht verwunderlich, dass man als Fan seiner Arbeiten auch sein jüngstes Werk im Kino sehen musste. J. Edgar.

„J. Edgar“ erzählt die Lebensgeschichte von J. Edgar Hoover. Dem Gründer und langjährigen Chef des FBI’s (Federal Bureau of Investigation). Er gilt als einer der mächtigsten und rätselhaftester Männer in Amerika. Er erlebte 8 US-Präsidenten. Klar, ein solches Leben musste einmal auf die Leinwand gebracht werden.
Edgar Hoover (Leonardo di Caprio) erlebte die Unruhen in Amerika von 1917 bis ’21 mit. Indem er sein Jurastudium mit einem Job in der Library of Congress verdiente, erhielt er Einblick in das neue Katalogiesierungssystem der grossen Bibliothek. Er half mit dieses noch zu verbessern. Mit der Idee auch Verbrecher mit einem ähnlichen System zu erfassen stieg er ins BOI (Bureau of Investigation) 1921 als Vizedirektor ein. Von da an versuchte er mit einer eisernen Disziplin die er von seiner Mutter (Judi Dench) hatte die Institution für eine Bundesweite Reichweite zu errichten. Er stellte früh seine Sekretärin Helen Gandy (Naomi Watts) ein, welche er zuerst als seine Lebensgefährtin auserwählt hatte. Da sie aber keine Bindung wollte, blieb es bei dem Sekritären Job. 1925 führte er die Fingerabdrück Kartei des FBIs ein, und ein Wissenschaftliches Labor. 1927 bewarb sich Clyde Tolson (Josh Lucas) beim FBI, nachdem er Hoover in einer Bar kennenlernte. Schon 1930 war er zum Stellvertreter von Hoover aufgestiegen, dies sollte der Beginn einer Partnerschaft sein, welche Hoover versuchte zu vertuschen, da er nicht als Homosexuell gelten wollte. 1935 konnte Hoover bewirken, dass das Tragen von Schusswaffen bei FBI Agenten erlaubt ist. 1932 erlangte das FBI allgemeines Ansehen im Fall der Entführung des Babys von den Lindberghs. Hoover nutzte diesen Fall um Bundesweit ermitteln zu können und Waffen zu tragen und noch vieles mehr. Da die Öffentlichkeit an der Aufklärung dieses Falles interessiert war, gab man Hoover immer mehr Rechte. Durch neue Technische Errungenschaften ermittelte Hoover mit versteckten Mikrofonen und erstellte Dossiers über viele Personen des öffentlichen Lebens, diese Akten waren oft in seiner privaten Aktensammlung. Bei dem Attentat auf Kennedy übernahm Hoover persönlich die Ermittlung. 1972 verstarb Hoover im Schlaf an Herzversagen. Und seine getreue Sektretärin vernichtete die Akten die er persönlich anlegte.

Der Film erzählt die Geschichte eines Menschen, der verehrt und gehasst wird. Einem etwas paranoiden aber brillianten Kopf in der amerikanischen Geschichte. Die Geschichte verläuft nach dem Abschluss seines Studiums Linear zu seinem Tod. Kein wirklicher Höhepunkt, dies wusste auch der Drehbuchautor Justin Lance Black der schon „Milk“ geschrieben hatte. So wird die Geschichte nicht linear erzählt, sondern beginnt wie der alte Hoover seine Geschichte einem Mitarbeiter der seine Geschichte aufschreiben sollte zu erzählen. So springt die Geschichte von dem Erzähler in die 20er Jahre, dann in die 50er, wieder zurück und dann in die 30er und so weiter. Jahreseinblendungen sucht man in diesem Film vergebens. Der einzige Anhaltspunkt sind politische oder andere grossen Namen, welche einem zeigen, in welcher Zeit man sich gerade befindet. Dies heisst, der Film setzt voraus, etwas über die Amerikanische Geschichte und deren Persönlichkeiten des 20. Jahrhunderts zu kennen. Für Amerikaner sollte es kein Problem sein, für den ein oder anderen Europäer könnte es da schon Schwierigkeiten geben, vor allem das jüngere Publikum, kennt vielleicht nicht jeden Namen. Das Politdrama ist von der Geschichte her spannend, gerade weil es nicht linear ist, dies führt aber dazu, einiges an Hintergrundwissen mitzubringen. Das Makeup der Schauspieler ist eher mässig. Das von Josh Lucas als alter Mr. Tolson wirkt mehr lächerlich als ernst gemeinte Tatsache. Auch ist seine eher mässige Schauspielkunst am Schluss des Films etwas ermüdend, da hier seine Figur etwas mehr Gewicht bekommt. Leonardo diCaprio spielt die Rolle des Edgar Hoover sehr überzeugend, auch sein Makeup ist wohl eines der besseren im Film. Leider trägt er nicht allein den Film, so ist die gesamt Darstellung nicht ganz befriedigend. Aber seine Leistung könnte hier eine Oscarnominierung einbringen. Der Film selbst wohl eher nicht, da er das Mittelmass nicht wirklich übersteigt. Schade, von Eastwood hätte ich mehr erwartet, vor allem, da ich sein letzter Film, „Hereafter“, eher mässig fand. Aber Eastwood verzeiht man diesen Film, der als „Ok“ bewertet werden kann gut. Denn er hat schon so tolle Filme abgeliefert, da schaut man über sowas gerne mal hinweg.

geschrieben am 24.01.2012 um 10:38

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ø Wertung: 7/10 | Wertungen: 3 | Kritiken: 1

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