Traumtypen sehen anders aus. Die Schulabgänger Will, Neil, Jay und Simon sind wahrlich keine Schönheiten. Aber warum sollte das die besten Freunde daran hindern in den Urlaub zu fahren. Also lösen sie sich zum ersten Mal von ihren Familien und fliegen als PUSSAY PATROL nach Kreta. Angekommen müssen die Vier schnell feststellen, dass sie sich das wahrscheinlich schäbigste Hotel des Landes ausgesucht haben. Ein toter Hund im Brunnen, versiffte Matratzen oder halbfertige Balkons sind doch keine Gründe sich die Laune verderben zu lassen. Also machen sich die „Buddys“ ausgehfertig und ziehen optimistisch in das Innere der Stadt. Dieses Zentrum entpuppt sich als Partymeile, und zwar eine die die Jungs in ihrem Leben noch nicht gesehen haben. Braungebrannte Körper, attraktive Frauen und Animateurinnen, die sich sehen lassen können. Und die Drinks sind auf dem ersten Blick auch gar nicht zu teuer. Vieles deutet trotz der missratenen Absteige auf einen richtig schönen Urlaub, denn die ersten Mädel zeigen Interesse an den Jungs.
Vier Wochen auf Platz Eins der Kinocharts und ein Einspielergebnis von über 50 Millionen Euro lassen SEX ON THE BEACH zur besten britischen Komödie der letzten 10 Jahre werden. Dieses Werk basiert auf einer Fernsehserie, die auf der Insel drei Staffeln lang sehr erfolgreich lief. Und die Protagonisten dieser TV Show sind auch die Hauptdarsteller im Kinofilm. Daher kennen die englischen Kinogeher diese Typen und dementsprechend erklärbar ist auch der riesige Erfolg. Sie wollten ganz einfach wissen wie es den Jungs in ihren weiteren Leben ergeht.
Es ist kaum vorstellbar das SEX ON THE BEACH auch in unseren Breiten zu einem ähnlichen Erfolg avanciert. Viel zu platt sind die Gags und ihre Charaktere hat man genauso schon in AMERICAN PIE oder in anderen ähnlich konzipierten Filmen gesehen. Keine Frage kann so ein Konzept urban funktionieren. Wir stellen uns unsere vier St. Pöltner aus dem ATV Quotenhit Saturday Night Life – So feiert Österreich vor, die in einem Kinofilm auf Urlaub fliegen. Auch diese Variante würde beim heimischen Zielpublikum auf Interesse stoßen und in den Kinos für relativ volle Kassen sorgen. Aber das restliche Europa würde keinen Cent für unsere Helden ausgeben. Und in der Relation gesehen wird es auch THE INBETWEENERS MOVIE, so der englische Titel, ähnlich ergehen.
Auch den Vergleich zu den zahlreichen Vorgängern hält SEX ON THE BEACH nicht stand. Die oben angesprochene AMERICAN PIE Serie, oder die EIS AM STIEL Teile sind allesamt mit einem ideenreicheren Drehbuch ausgestattet. Aber auch die Besetzungen waren immer sympathischer, als diese völlig verdrehten Protagonisten. Das Publikum außerhalb der Insel wird sich erst im Verlauf, wenn nicht gegen Ende des Filmes, mit den „Helden“ anfreunden. Erst im Finale entwickelt der Zuseher so etwas wie ein Gefühl für sie. Nach den suboptimalen 97 Minuten wird man feststellen, dass die wenigen netten Ideen und so manch seltener Wortwitz viel zu wenig ist um für SEX ON THE BEACH ein Ticket zu lösen. Nur wer hartgesotten ist, und derbe Komödien mag, der könnte unter Umständen nicht enttäuscht aus dem Kinosaal wandern.
Mit den Darstellern kann das restliche Europa wenig anfangen. Die Hauptdarsteller kennt man nicht, es sei denn man hat die Serie zu THE INBETWEENERS gesehen. Die Darsteller die extra für den Film engagiert wurden, durfte man allerhöchstens in kleinere Produktionen verfolgen. Die Ausnahme ist Theo James, der als James einen richtigen Fiesling spielt. Theo konnte schon für Woody Allen arbeiten, und hat soeben mit Kate Beckinsale den Film UNDERWORLD AWAKENING abgedreht.
Fazit:
Nur wer auf derbe Komödien steht, und zudem nicht zwingend auf die Qualität achtet, dem könnte SEX ON THE BEACH unter Umständen gefallen. Man muss sich auch bewusst werden, dass viele der vorkommenden Witze schon in diversen anderen Filmen verwendet wurden, und somit nicht Neues mehr darstellen.
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