Als die junge Lehrerin die Klasse betritt, wird ihr vorerst keine Beachtung geschenkt. Viel zu sehr sind die Jugendlichen mit sich selbst beschäftigt. Auch als Yuko Moriguchi ( Takako Matsu ) auf die Schüler einredet wird es nur unmerklich leiser. Erst allmählich beginnen sie der Klassenlehrerin zuzuhören. Yuko erzählt, dass ihr erst kürzlich ein schreckliches Ereignis widerfuhr. Ihre kleine Tochter ist in einem Swimmingpool tot aufgefunden worden. Und sie weiß, dass die Mörder in dieser Klasse sitzen. Daher hat sie zwei Portionen der Schulmilch mit HIV präpariert. Yuko erzählt weiter, dass die Person A und B die Milch mittlerweile bis auf den letzten Schluck ausgetrunken haben. Während die restliche Klasse mittlerweile gebannt den Worten ihrer Lehrerin lauscht, werden in diesem Moment A und B kreidebleich. Während der Eine eher fassungslos den Erzählungen lauscht, verlässt der Andere fluchtartig die Klasse. Doch wer denkt die Rachehandlungen sind durch diesen Akt vollendet, der irrt sich gewaltig.
GESTÄNDNISSE bietet dem Betrachter vor allem in den ersten 30 Minuten fast ausschließlich Szenen, in denen sich die Protagonistin langer Monologe hingibt. Zunächst verwirrt diese Tatsache ein wenig. Aber im weiteren Verlauf blickt man durch diese unkonventionelle Strukturierung. Spätestens nach dieser Phase aber kann sich das Publikum entfalten, und sich auf diese normabweichende Weise einlassen. Es gilt für die kommenden Minuten eine eingehende und nicht sehr oft verwendete Visualität zu beobachten.
Tetsuya Nakashima hat mit "CONFESSIONS - GESTÄNDNISSE" eine extrem facettenreiche Abwandlung des Genres erschaffen, jenes zeigt, dass der Einfluss des Monologes bedrohlicher ist, als die Machtposition einer Kettensäge. Der Filmemacher setzt sein Augenmerk viel mehr auf die Dinge, die sich beim Zuseher im Kopf breitmachen. Zudem zentriert er seine Visionen auf optische Belange, und verzichtet vollends auf die sonst im Horror Genre üblichen Gewaltdarstellungen. Und zwei Dinge sind wegen dieser Handhabe vergleichsweise vom Vorteil. Die Spannung erhält in einem größeren Rahmen Einzug. Und zudem bleibt so eine Art von Film unvorhersehbarer. Beide Umstände sind von ungeheurer Bedeutung, und zudem eine essenzielle Vorraussetzung für eine geglückte Produktion.
Auch mit den Darstellern kann GESTÄNDNISSE überzeugen. Sowohl die Lehrerin, als auch die Schüler werden der Charakterisierung gerecht. Takaku Matsu als Yuko beweist in jeglicher Hinsicht welch Gewandtheit in ihr steckt. Sie zeigt mehrere Seiten von ihr, und dies absolut glaubhaft. Sie agiert gekonnt zwischen der verletzlichen Seite, hinweg bis zur kompromisslosen Rächerin. Ganz offensichtlich, dass die 1977 geborene Japanerin schon in über 30 Produktionen mitgewirkt hat. Eine gewisse Routine ist in ihrer Zurschaustellung klar erkennbar. Das Lob, jenes ihr zweifelsfrei gebührt, darf auch für die jugendlichen Schauspieler ausgesprochen werden. Dabei gebraucht es keine einzelnen Namen. Die Besetzung im Gesamten ist dahingehend als gelungen zu bezeichnen.
Fazit:
Dieses von Tetsuya Nakashima inszenierte Werk lebt von seiner Einzigartigkeit. Die Vorgehensweise im filmischen Bereich hat man noch nicht oft gesehen. Fast könnte man von einer Innovativität sprechen. Auch das Drehbuch funktioniert auf einer ähnlichen Weise. Es ist von Beginn an Extravagant und fernab jeglicher Norm. Jene Filmliebhaber, die die übliche Handhabe eines durchschnittlichen Hollywoodfilms favorisieren, werden mit GESTÄNDNISSE nicht viel anfangen können. Wird jedoch zu den besprochenen Vorzügen noch ein gewisser Anspruch vorausgesetzt, dann ist dieser japanische Film mit großer Wahrscheinlichkeit einer, den man sich gerne zur Sammlung ins Regal stellt.
Rachefilme gibt es viele, wirklich Viele. Eigentlich wurde alles irgendwie schon malerzählt. Doch manchmal kann man das was schon erzählt wurden ist neu Verpackung und etwas anders machen. So macht es „Geständnisse“ hier gibt es die Rache gleich am Anfang und dann die Auswirkungen dieser Rache. Jedenfalls wirkt es so für den Zuschauer bis zum Finale. Doch was passiert hier? Was sehen wir.
Der Film ist sehr Optisch gehalten und auch die Erzähl Struktur erinnert an eine Sion Sono Film, dies merkt man einfach immer wieder. Dies ist nicht Negativ gemeint sondern Possitiv denn der Film erzählt die Geschichte halt anders als man denken könnte und geht seine Eigenen Wege und lässt sich auch Zeit für ein paar Charaktere, die genauer beleuchtet werden und das auch nur Stück für Stück, so gibt es immer wieder punkte die man schon gesehen hat aber nicht so. Die Rache ist hier zwar das Hauptthema, doch die Charakterzeichnung zeigt uns noch viel mehr, nicht nur die Auswirkung des Racheaktes sondern auch Geschichten die dahinter stehen, warum sind die Personen so wie so sind. Niemand wird als Gut oder Böse dargestellt, wir müssen halt selbst entscheiden ob die Rache gerechtfertigt ist. Das auch im Finale auch wenn dies der größte Racheakt ist. Dies sah man nicht kommen und bietet eine Wunderschön gefilmte Szene welche auch schon eigentlich Grausam ist.
„Geständnisse“ ist ein Guter Rache Thriller der vielese Anders macht aber eigentlich nichts neues erzählt, das stört aber nicht. Er Unterhält gut und hat ein gutes Niveau. Wer Sion Sono Filme mag kann sich diesen Film auch anschauen.
Kommentare
Um einen Kommentar verfassen zu können müssen Sie sich einloggen. Sollten Sie noch keinen DVD-Forum.at Account haben, registrieren Sie sich bitte hier.