Schlafkrankheit

  • Informationen zum Film
  • Schlafkrankheit

  • Originaltitel:
    Schlafkrankheit
    Genre:
    Drama
    Produktionsländer:
    Frankreich, Deutschland, Niederlande
    Produktionsjahr:
    2011
    Kinostart Deutschland:
    23.06.2011
    Verleiher Deutschland:
    Farbfilm Verleih
  • Inhalt
  • Ebbo Velten arbeitet als Missionarsarzt in Kamerun. Seit einigen Jahren lebt er, gemeinsam mit seiner Frau und der 14 jährigen Tochter Helen, in Afrika. Nun ist die Zeit gekommen Abschied zu nehmen und nach Hause zu fahren. Doch Ebbo fällt der Gedanke, in das fremdgewordene Deutschland zu reisen, enorm schwer. Daher lässt er seine zwei Familienmitglieder vorfahren und verspricht, dass er so schnell wie nur möglich nachkommt. Seine Tätigkeiten, jene vorrangig das Thema SACHLAFKRANKHEIT beinhalten, sind so gut wie beendet. Das Programm zur Bekämpfung dieser Tropenerkrankung hat Früchte getragen, und so könnte Ebbo jetzt leicht seine liebgewonnene neue Heimat verlassen.

    Drei Jahre später fährt ein junger Arzt namens Alex Nzila von Paris nach Kamerun. Im Auftrag der WHO soll er das Schlafkrankheitsprojekt überprüfen. Ein Termin mit dem dort leitenden Arzt Ebbo Velten ist seit Monaten fixiert. Kaum angekommen ist der Doktor nicht aufzufinden. Als er sich zu den Schlafkranken führen lässt, stellt er fest, dass bloß bei einer einzigen Patientin die Symptome aufscheinen.

  • Filmkritik
  • Regisseur Ulrich Köhler verarbeitet in seinem dritten abendfüllenden Spielfilm SCHLAFKRANKHEIT seine eigenen Kindheitserinnerungen. Er verbrachte einige Jahre mit seinen Eltern im damaligen Zaire. Der 1969 geborene Deutsche gewann mit dem Erstlingswerk BUNGALOW ( 2002 ) und MONTAG KOMMEN DIE FENSTER ( 2006 ) viele Fürsprecher. Festivalbesucher und Filmkritiker lobten die beiden Werke wegen der Nähe zu den Charakteren. Im Jahre 2011 übergab Isabella Rossellini den silbernen Bären für die beste Regie an Ulrich Köhler. Daher liegt es nahe dass er auch mit SCHLAFKRANKHEIT seinen erfolgreichen Weg fortsetzt.

    Leider kann ich die Jury der Berlinale nicht verstehen. Denn anstatt eine seriöse Regie vorzuweisen wurden in SCHLAFKRANKHEIT zu viele ernste Themen behandelt, die milde gesagt nur peripher ausgearbeitet wurden. Es ist kein Drama dass ein noch relativ unerfahrener Filmemacher zu viel möchte, und seine Vorgaben nicht einhalten kann. Es ist auch weiter nicht tragisch, dass er des Öfteren sein Ruder aus der Hand gibt, und gerade deshalb der Film ab und an „führerlos“ wirkt. Aber für Missgeschicke oder nicht geglückte Vorhaben sollte es keine Preise geben.

    Dieses Werk SCHLAFKRANKHEIT ist über die gesamte Distanz sehr langsam, sodass sich trotz der überdurchschnittlichen Geschichte, die 91 Minuten wie eine kleine Ewigkeit anfühlen. Auch der Bruch zur Halbzeit, indem der Hauptcharakter einfach ersetzt wird, verwirrt ein wenig. Es dauert wieder einige Zeit bis man sich auf die neue Situation eingestellt hat. Das Publikum wird oft im Stich gelassen und in so manchen Handlungssträngen nicht aufgeklärt. Zum Beispiel könnte ich auch nach dem Betrachten nicht sagen ob der Missionar Ebbo Velten nun ein guter Charakter war, oder möglicherweise sogar ein Rassist? Wahrscheinlich konnte der Regisseur eben wegen der vielen Thematiken, die er ja unbedingt unterbringen wollte, nicht alles auflösen. Fast scheint es so dass Ulrich Köhler dem Publikum nur Puzzleteile als Ergebnis vorsetzen konnte.

    SCHLAFKRANKHEIT ist im technischen Bereich aber auch in der Erzählstruktur ziemlich banal geraten. Durch den fehlenden Soundtrack kommt immer wieder das Gefühl auf eine Semidokumentation zu sehen. Das bereits erwähnte langsame Tempo, gepaart mit den viel zu dunkel geratenen Außenaufnahmen, lässt den Zuschauer in mehreren Phasen richtig leiden. So sehr wünscht man sich in diesen Passagen noch eine Armbanduhr aus den 80er Jahren, auf denen man das Licht aufdrehen konnte, um so besser auf die Uhr zu sehen. Denn der Drang zu schauen ob die 91 Minuten bald vorbei sind, kommt des Öfteren vor.

    Fazit:

    SCHLAFKRANKHEIT hat ohne jeden Zweifel gute Absichten, ein interessantes Thema, und nicht zuletzt eine realistische Komponente. Leider konnte Regisseur Ulrich Köhler dank seiner fehlenden Erfahrung viele Dinge, die er unbedingt einbringen wollte, nicht fachgerecht an den Mann bringen. Sein Ergebnis ist sehr langatmig, und lässt letztendlich den Zuschauer sehr müde und mit vielen offenen Fragen zurück.

  • Wertungen
  • Story
    3,0
    Unterhaltung:
    1,0
    Anspruch:
    3,5
    Darsteller:
    2,0
    Gesamt:
    2,0
    Verfasst von:
    Richard Lammel
    Bestellen bei:
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