Der Kollaborateur und seine Familie

  • Informationen zum Film
  • Der Kollaborateur und seine Familie

  • Originaltitel:
    The Collaborator and His Family
    Genre:
    Krimi, Dokumentation, Familie, Drama
    Produktionsländer:
    Frankreich, USA, Kanada, Israel
    Produktionsjahr:
    2011
  • Inhalt
  • Die Dokumentation RECHOKIM – The Collaborator and his Family zeigt das tägliche Leben eines Mannes, der seine Heimatstadt Hebron verlassen musste. Aus ideologischen Zwecken arbeitete der palästinensische Mitarbeiter mit israelischen Geheimagenten zusammen. Seine eigenen Landsleute zu verraten, das wird natürlich nicht gerne gesehen. Und weil man mit solchen Verrätern kurzen Prozess macht, muss Ibrahim fluchtartig nach Tel Aviv fliehen. Er lässt seine Familie, die ab sofort auf Schritt und Tritt überwacht wird, zurück. Sieben lange Jahre lebten sie voneinander getrennt. Als Ibrahim erfährt, dass sein Sohn Muhammad von den Hamas rekrutiert werden soll, beschließt der Vater, seine Familie in einer Nacht und Nebelaktion zu sich zu holen.

  • Filmkritik
  • Die dunklen Folgen für ihn und seine Familie


    Obwohl der Palästinenser Ibrahim für Israel arbeitete, und dem Land während seiner Tätigkeiten enorm von Nutzen war, besitzt er mitsamt seiner Familie keinen Rechtstatus. Ständig könnte ihm eine Abschiebung, die eine Rückkehr nach Palästina bedeutet, drohen. Eine solche würde sein Leben drastisch gefährden. Trotz der ständig vorherrschenden Angst versuchen sich Ibrahim, seine drei Söhne Mahmud, Sufian und Muhammad, sowie die Gattin Yusra, mit den Bedingungen abzufinden. Demütigungen müssen ertragen, und mit der Einsamkeit umgegangen werden.

    Laut einem Bericht sollen im Jahre 2010 mehr als 6000 palästinensische Kollaborateure samt ihren Familien ihr Land verlassen haben und nach Israel geflüchtet sein. Es handelt sich daher in dieser Dokumentation nicht um einen Einzelfall, den die Filmemacher Ruthie Shatz und Adi Barash auf die Leinwand bringen. Und jeder einzelne Flüchtling muss ständig damit rechnen, verhaftet und abgeschoben zu werden. Sie müssen sich zusätzlich alle drei Monate melden und eine neue Aufenthaltsgenehmigung beantragen. Werden sie von Israel verwiesen, sieht die palästinensische Regierung den Tod für ihre Landesverräter vor.

    In RECHOKIM – The Collaborator and his Family sieht man die unmittelbare Gefahr nicht, aber spürbar ist sie allemal. Glaubhaft versichert Ibrahim und weitere Augenzeugen, wie die Regierung mit Verrätern umgeht. Diese sehr realistische Dokumentation ist auch weniger eine, die mit visuellem Material glänzt. Vielmehr sollte sich der Zuseher auf die Monologe konzentrieren, denn diese sind mit einer dramatischen Essenz behaftet. Interessant gestaltet sich auch die Variante, wenn sich Ibrahim während seiner „ernsten“ Interviews mit alltäglichen Problemen auseinandersetzen muss. Der eine Sohn der scheinbar nur noch Mädchen im Sinn hat. Oder der Jüngere, der in der Schule die Neuen traktiert.

    Wenn man nicht aus diversen Medienberichten wüsste, dass diese Erzählung der Wahrheit entspricht, dann könnte der Betrachter die Geschichte auch als ein Märchen abtun. Denn sehen kann man die Gefahren zu keiner Zeit. Und damit kommen wir zur Schwäche des Gesamten. Optisch bietet RECHOKIM durchschnittliches. Keine Frage, die Monologe des Protagonisten sind durchwegs interessant und kurzweilig. Aber es fehlt ein wenig die Abwechslung. Immer dieselbe Problematik zu hören, und in der gleichen Umgebung zu drehen, dies macht dieses Werk ein wenig langatmig. Möglicher Weise wäre ein zweiter Fall, oder weitere Stimmen die dringend benötigte Alternative. So gesehen ist die Laufzeit von 85 Minuten nicht zu lange aber knapp an der Grenze.

    Fazit:

    Vorausgesetzt man mag diese Thematik und ist auch an der vorherrschenden Politik interessiert, dann bietet RECHOKIM – Der Kollaborateur und seine Familie, durchwegs einen ansprechenden Stoff. Die eigene Lebensgeschichte gibt Ibrahim unverblümt von sich:


    „Ja ich habe mein Land verraten, und es verkauft. Aber für was ??“
  • Wertungen
  • Story
    4,0
    Unterhaltung:
    2,5
    Anspruch:
    3,0
    Gesamt:
    3,0
    Verfasst von:
    Richard Lammel
    Bestellen bei:
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