Achtung: Diese Kritik enthält SPOILER!
Leider ist die Verzögerung von Filmreleases in Amerika und Österreich/Deutschland derart groß, dass es mir jedes Jahr schwer fällt Filme zu sehen die bei den Oscars verteten sind, bevor es dann zur Verleihung kommt. 2011 war für mich ein Film aber ganz besonders präsent - BLACK SWAN. Von allen Seiten wurde ich mit dem Film bombardiert. Der beste Film des Jahres sei es. Natalie Portman würde gut wie noch nie spielen. Andererseits sei der Film aber auch "einfach nur krank". Versucht diese Vorurteile liegen zu lassen ging ich mit den Erwartungen ins Kino nicht nur eine sehr gute Portman zu sehen, sondern auch einen außergewöhnlichen Film à la Aronofsky. Denn der hat, ob mit Pi, Requiem for a Dream oder The Fountain wirklich außerordentliches Kino geschaffen, wie es kein Zweiter kann. Somit hat er sich selbst einiges vorgelegt...
Gleich vorweg: Ich habe den Film gestern Abend im Kino gesehen und war leider zu müde um meine noch frischen Gedanken zum Film zu verschriftlichen. Daher gehe ich davon aus, dass ich den ein oder anderen Punkt nicht mehr ganz so gut in Erinnerung habe wie gestern...
Der Film erzählt die Geschichte der jungen Nina Sayers (gespielt von Natalie Portman), die seit Jahren für's Ballett lebt und ihrem Traum nachläuft die Schwanenkönigin zu werden - so könnte man die Story wohl kurz und bündig beschreiben. Dabei handelt es sich eigentlich um den grundlegenden Storyteil, der aber nur einer von vielen Komponenten ist, die in diesem vielschichtigen Werk parallel laufen.
Der Film beginnt gleich mit einer eindrucksvollen, atmosphärischen Ballettszene und ich bin weiß Gott kein Fan dieses Tanzes oder dieser Kunstform, aber Aronofsky's Inszinierung - mit klassischer Musik untermalt - ist einfach nur göttlich. Diese Einleitungsszene dauert gut 2 Minuten und verzaubert den Zuseher ohne dass auch nur ein einziges Wort fällt. Mit dieser Sequenz und den darauffolgenden Minuten lernt man die Protagonistin des Films kennen. Von Anfang an ist klar, dass diese eine Leidenschaft für Ballett pflegt. Wie tief diese aber in ihrem Inneren verankert ist, wird erst im Laufe des Films immer deutlicher - dazu aber später mehr.
Wie einem der Hauptcharakter nähergebracht wird ist von Anfang an einzigartig und ist eines der Merkmale des Films, die ihm Wiedererkennungswert verschaffen. Schon nach kurzer Zeit aber ist zu sehen, dass Ballett das Leben der jungen Nina in all seinen Zügen bestimmt. Sie wird beispielsweise Nachts von Träumen heimgesucht, die ich alles andere als positiv - bezogen auf ihr Leben - empfinde. Sie würde nie eine Probe verpassen und übt jede freie Minute zuhause vor dem Spiegel. Dabei steht natürlich der unglaubliche Wille dahinter, die Schwanenkönigin zu werden, doch ihrer Mutter - gespielt von Barbara Hershey - schreibe ich eine ganz essentiell wichtige Rolle zu. Sie ist es, deren (Ballett-)Karriere nicht so wie erhofft verlief und diesen unglaublichen Druck, das Streben nach absoluter Perfektion ihrer Tochter weitergibt. Dass das Verhältnis zwischen Mutter und Tochter nur Dank dieser geteilten bzw. weitergereichten und wohl "eingetrichterten" Leidenschaft existiert wird im wahrsten Sinne des Wortes atemberaubend inszeniert. Wenn das ach so gute Miteinander plötzlich zu kippen droht wird's von einer Sekunde auf die andere todernst, was zumindest bei mir einen kalten Schauer auslöste wie ich's selten erleben durfte. Dass diese Passion für das Ballett alles andere als Vergnügen ist wird im Laufe des Films immer wieder sehr roh und gleichzeitig berührend klargemacht. Dafür sorgt nicht nur der Part der Mutter, sondern auch der des Trainers Thomas - verkörpert von Vincent Cassel. Er spielt seine Rolle ebenfalls oscarverdächtig gut, was dieser auch Intensität verleiht, die der Zuseher sogar im Kinosaal spürt. Wie die junge und ehrgeizige Nina Stück für Stück an ihrem Traum zerbricht ist einfach nur herzzereißend, was mir allerdings erst besonders auffiel als ich den Film Revue passieren ließ. Die Gegensätze - der Hass und die Liebe - sprechen hier eindeutig für die Farben Weiß und Schwarz, die in BLACK SWAN ja eine ganz besondere Bedeutung haben. Genauso eindrucksvoll wird auch die Entwicklung, sowohl des schwarzen als auch des weißen Schwans, in der hingebungsvollen Tänzerin inszeniert. Aus dem Anfangs perfekten weißen Schwan entwickelt sich im Laufe der Zeit auch sein Gegenstück, der schwarze Schwan. Diese Parallele zwischen dem im Film behandelten Stück (Schwanensee) und dem Leben der Protagonistin wird mit der Zeit immer deutlicher und eindrucksvoller. Bis zum Grande Finale, in dem Nina das Stück auch zu Ende lebt und mit der Verwandlung in den schwarzen Schwan selbst ihr Leben lässt. Sie stirbt für ihren Traum, für ihr Leben in Perfektion, für die Öffnung die den schwarzen Schwan in ihr zulässt. Nach den selbstverletzenden Handlungen und den gravierenden Auswirkungen dieses Drucks auf ihre Psyche findet sie nun die Erlösung in ihrem Tod.
Die eben benannte Szene ist eine der beeindruckendsten, die ich je sehen durfte und das nicht nur im Bezug auf den filmischen Inhalt. Hier lässt Aronofsky wieder das visuelle Genie in ihm wieder einmal erwachen und kreiert mit wunderschönen Farben, klassischer Musik und einem Special Effect ein Kunstwerk. Die Filmmusik von BLACK SWAN hat mit Schwanensee natürlich eine gute Basis, macht aus dieser aber nochmal das Beste und sorgt für einen wahren Genuss, der mit den wunderschönen Bildern toll harmoniert. Dass diese bei den Oscars keine Erwähnung bekommt finde ich daher sehr schade.
Bei den Oscars vertreten sind hingegen Darsteller und Regisseur - und das absolut zurecht. Natalie Portman mag ich schon in ihren früheren Filmen, aber was sie hier leistet ist wirklich das Beste was man derzeit nur erwarten kann. Würde sie bei den Oscars leer ausgehen wäre ich wohl nicht der einzige, der diese Verleihung von da an ein wenig in Zweifel stellen würde. Wichtig ist aber, dass sie nicht alleine gelassen wird und mit Vincent Cassel und Barbara Hershey Darsteller an ihrer Seite hat, die mit ihr in einer Klasse spielen. Selten, wenn überaupt, habe ich solch eine Dichte von hochkarätigen Darbietungen in nur einem Film gesehen. Auch wenn ihr Part ein durchaus großer und wichtiger ist, so würde ich Mila Kunis nicht mit den eben genannten gleichstellen. Ihre Rolle ist in ihrer Intensität zwar erst gegen Ende von immer größerer Bedeutung und bis dahin eher oberflächlich, dennoch denke ich, dass man hier noch ein wenig mehr herausholen hätte können. Ihre Leistung ist dennoch überdurchschnittlich und deswegen auch auf keinen Fall zu bemängeln.
BLACK SWAN ist, meine Erwartungen übertreffend, tatsächlich ein Meisterwerk. Darren Aronofsky beweist nach The Fountain, Pi, The Wrestler und Requiem for a Dream nun endgültig, dass er einer der besten und außergewöhnlichsten Regisseure unserer Zeit ist. Der Film ist in jeder Hinsicht perfekt, daher kann ich dem Film nur die Höchstwertung geben.
10/10 kleine Prinzessinnen
Nina lebt für das Ballett und als die Company, in deren Ensemble sie tanzt , zum Saisonauftakt eine Neuinterpretation von Schwanensee inszeniert, ist sie natürlich Feuer und Flamme. Sie hat nur ein Ziel: die Schwanenkönigin zu werden. Und um dieses Ziel zu erreichen, übt sie verbissen und verbringt mit vollstem Körpereinsatz jede freie Minute im Tanzsaal. Sie ist besessen von der Idee nach purer Perfektion, wie besessen sie ist, merkt sie jedoch viel zu spät…
Meine Kritik:
Welche Lobeshymnen hat man nicht im Vorfeld von Black Swan vernommen: DER Film des Jahres, ein Meisterwerk, Portman mit einer Jahrhundertperformance.
Ich will mich hierbei jedoch nur mit Einschränkungen anschließen, den Black Swan ist nicht das erwartete Meisterwerk.
Was voll und ganz überzeigt ist die Inszenierung – und diese ist in der Tat meisterlich. Von der ersten bis zur letzten Minute baut Aronofsky eine bedrohliche Stimmung auf, die sich im Finale in einem Albtraum aus Wahn und Realität entläd.
Nina ist so verbissen in ihrer Vorstellung von Perfektion, dass sie ihre Identität immer mehr verliert und sich einer Scheinwelt hingibt. Natürlich verwendet Aronofsky hier das Symbol des schwarzen und weißen Schwanes. Die Farben Schwarz und Weiß nehmen in Black Swan eine bedeutsame Rolle ein, den sie symbolisieren Ninas Veränderung.
Die effektvoll eingestreuten Wahnmomente wirken sehr intensiv und schockierend –zuerst dezent (in der U-Bahn, im Schatten), dann mit voller Wucht im Finale.
Die Schauspieler machen ihre Sache einfach sensationell. Allen voran natürlich Natalie Portman, die in der Rolle der Nina eine faszinierende und gleichzeitig erschreckende Performance abliefert.
Warum jedoch kein Meisterwerk?
So sehr mich auch die Inszenierung gefesselt hat, die Story konnte es leider nicht. Mir war schon nach 30 Minuten klar, wie das ganze endet und ab diesem Zeitpunkt lieferte mir die Handlung nichts fesselndes mehr.
Ständig sieht man Lillie mit Ninas Gesichtszügen, das Spiel von Schwarz und Weiß war so offensichtlich, dass jeglicher Raum für weitere Interpretation fehlte.
Eine grandiose Inszenierung reicht einfach nicht, um zu 100% zu begeistern, mir fehlte für eine TOP-Wertung einfach der letzte Pfiff. Leider konnte mich die Handlng einfach nicht fesseln.
Deshalb :
8 / 10
Tanzen, es geht doch nur ums tanzen oder?
Die Ballerina Nina tanzt in einem Ballett New York, Ballett ist ihr leben. Sie wird kontrolliert von ihrer Mutter. Als Schwanensee wieder aufgeführt werden soll, will Nina unbedingt die Hauptrolle und den Schwarzen Schwan tanzen. Doch es gibt so einige Probleme....
„Black Swan“ ist ein Unglaublicher Film. Was wir hier als Zuschauer sehen ist eigentlich nichts anderes als Schwanensee. Doch es ist Fantastisch umgesetzt. Das man es gesehen haben muss. Darren Aronofsky hat es geschafft einen Film zu machen der einfach Wunderschön ist. Obwohl der Film die ganze Zeit von einer Düsteren Atmosphäre beherrscht wird. So ist er einfach wunderschön. Natürlich liegt das auch zum Teil am Soundtrack, welcher ja eine Bearbeitung vom Original Schwanensee ist.
Natalie Portman trägt den Film, sie Schauspielert auf so einem Hohen Niveau. Man spürt den Ehrgeiz von Nina wie sie unbedingt die Rolle haben will und wie sehr sie doch leidet unter dem Druck. Immer mehr tauchen wir ab in die Psyche von ihr. Denn der Film dreht sich zwar uns tanzen. Doch im Grunde erleben wir eine Art ausbruch von Lust und Leidenschaft. Ja selbst Unterdrückte Sexuelle gefühle, die in einer wirklich Erotischen Szene enden. Ich sag nur soviel Mila Kunis und Natalie Portman zusammen. Dort spürt man das knistern.
Die Cinematographie im Film ist Exzellent, in den Ballett Szenen tanzt sie mit und dann ist sie wieder Ruhig und beobachtet Sie zieht uns mit in den Film
„Black Swan“ ist ein Meisterwerk, ein Stück Kunst. Diesen Film wird man so schnell nicht vergessen.
Black Swan, Darren Aronofsky’s latest film, is said to be a ballet thriller. Starring renowned actress Natalie Portman in the leading role and actresses Mila Kunis and Winona Rider in featured parts, it is rumored to become one of the most psychologically disturbing horror films of the year.
Nina Sayers (Natalie Portman), a young dancer who is always striving for perfection, works in a ballet company in New York. When Thomas Leroy (Vincent Cassel), the company’s director, decides to let his aging star Beth Macintyre (Winona Ryder) go, he sets out to look for a replacement for her to play the role of the swan in a new interpretation of Swan Lake. Nina, who dances the part of the White Swan perfectly, gets cast to be the new star, although she has troubles embodying the Black Swan. Throughout the film Nina struggles to find her inner passion, in order to be able to dance the Black Swan. When Thomas tells her to dance it more like the free-spirited Lily (Mila Kunis), the already mentally fragile Nina becomes wildly jealous of Lily, making it even harder for her to achieve her goal. And, although Lily tries to befriend her, Nina can never really trust her, there always being a passionate love-hate relationship between them. Furthermore, Nina is being smothered by her overprotective mother (Barbara Hershey) who, implied to be a former ballet dancer, lives the life she could never have through her daughter. Nina, on top of having to struggle with Lily’s talent, her mother’s love, Beth’s jealousy and Thomas’ sexual advances, tries to simultaneously achieve perfection and passion in her performance of Swan Lake.
This film is gripping from the beginning, playing with known psychological disorders, such as overpowering motherly love or the simultaneous sexual lust and hatred Nina feels for Lily. Furthermore, Nina begins hallucinating, we can assume due to the pressure she experiences to succeed as the star in Swan Lake. Thus, she sees doppelgänger of herself in other women, alluding to the anonymity of dancers who do not have the leading role; she imagines herself turning into a swan and, in the end, sacrifices her life to achieve absolute perfection. This film explores the fine line between the extremes of perfection and absolute beauty, opposed to the pain and self-mutilation ballerinas experience in their careers.
Kommentare
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Und wenn das so wäre, aus Hollywood kommt ja nicht nur schlechtes.
Da muss ich dir recht geben mit einer Hollywoodproduktion hat der wirklich nichts zu tun.
Black Swan hat mit einer Hollywoodproduktion etwa so viel zu tun wie unser Kasperl mit Walt Disney !
Mir hat der Film mittelmäßig gefallen. Aber mehr darf man von einer Hollywoodproduktion auch nicht erwarten. Habe letztes in der Werbung gesehen, dass es Anfang März auf Sky ausgestrahlt wird.