Die verrückte Welt der Ute Bock

  • Informationen zum Film
  • Die verrückte Welt der Ute Bock

  • Originaltitel:
    Die verrückte Welt der Ute Bock
    Genre:
    Biographie, Drama
    Produktionsland:
    Österreich
    Produktionsjahr:
    2010
    Kinostart Österreich:
    29.10.2010
    Verleiher Österreich:
    Stadtkino
  • Cast & Crew
  • Regie:
    Peter Kern, Houchang Allahyari
    Drehbuch:
    Tom-Dariusch Allahyari, Houchang Allahyari
    Darsteller:
    Julia Stemberger, Andreas Vitásek, Josef Hader, Dolores Schmidinger, Roland Düringer, Karl Markovics, Viktor Gernot, Ute Bock, Thomas Nash, Alexander Pschill, Arian Allahyari, Petra Allahyari, Claudia Androsch, Edik Avetisyan, Stefano Bernardin, Stella Tadevosy
  • Inhalt
  • Ute Bock sitzt mitten in der Nacht in ihrem Büro, als ein vehementes Klopfen an der Außenseite ihres Fensters zu vernehmen ist. Als sie ihren Vorhang zur Seite schiebt erkennt sie eine Familie, die scheinbar ohne Unterkunft durch die Straßen zieht. Die zwei Kinder sind unterkühlt, der Vater schwer zuckerkrank, und die Mutter leidet seit längerem an einer schweren Depression. Ute bittet die obdachlosen Ausländer rein, ohne zu wissen woher sie kommen. Zwar hat die in Jahre gekommene Frau kein Bett mehr frei, aber ein paar Matratzen könnte man in ihrem Büro noch unterbringen. Am folgendem frühen Morgen erfährt Ute, das diese Familie von der Polizei gesucht wird. Sie sollen in Schubhaft genommen, und danach in ihre alte Heimat gebracht werden. Für Ute Bock und ihren Team kommt das aber nicht in Frage.

  • Filmkritik
  • Auf die Frage wie alles begann entgegnet Ute Bock. Es war im Jahre 1999 als bei einer umstrittenen Razzia ( Operation Spring ) in einem Heim 30 afrikanische Jugendliche wegen Drogenhandels festgenommen wurden, und sie selbst wegen Bandenbildung angezeigt wurde. Dieses einschneidende Erlebnis nahm sie zum Anlass eigene Wohngemeinschaften zu gründen und zu finanzieren. Nachdem sie 2000 in Rente ging legte sie alles Engagement in ihre humanistischen Tätigkeiten. Mittlerweile befinden sich über 300 Asylwerber in 60 Wohngemeinschaften, die Ute beheimatet und verpflegt. Für mehr als tausend Asylbewerber, die keinerlei staatliche Unterstützung erhalten, hat Frau Bock für eine Meldeadresse, sowie für eine juristische Beratung gesorgt. Noch immer bekommt Ute Bock keinen Cent vom Staate Österreich und ist daher auf Spenden aller Art angewiesen.

    “KEINER HAT SICH AUSG`SUCHT WO ER AUF DIE WELT KOMMT”


    Schon bald nachdem der Dokumentarfilmer Houchang Allahyaris seinen Film BOCK FOR PRESIDENT im Kasten hatte war klar, dass er dieses Thema nochmals aufgreifen, aber auch weiterführen wollte. Da er im dokumentarischen Stil keine realen Abschiebungen zeigen, und auch die Kamera nicht auf traumatische Ausländerfamilien halten konnte, kam die Idee jene Szenen mit spielfilmtauglichen Mitteln nachzustellen. Dabei bekam er massenweise Unterstützung von namhaften nationalen Stars. Der Filmemacher gibt sehr wohl zu, dass diese Sequenzen ein wenig überzeichnet sind. Im Wesentlichen haben sich diese Geschichten aber genauso zugetragen.

    DIE VERRÜCKTE WELT DER UTE BOCK ist eine Mischung aus einem Dokumentarfilm, in denen Ute Bocks Alltag zu sehen ist, und einem Spielfilm, in denen tatsächliche Begebenheiten etwas überspitzt wiedergegeben werden. In der Welt der Dokumentation fühlt sich der Filmemacher sichtlich wohl. Gekonnt verfolgt er die Protagonistin mit seiner Kamera. Interessant und keineswegs langatmig schneidet er diese Passagen aneinander. Beim Dreh der Filmsequenzen sieht Houchang Allahyaris leider nicht mehr so gut aus. Hier bemerkt man sofort die fehlende Praxis. Die Bezeichnung “laienhafte Inszenierung” trifft es hier wohl am besten.

    Dieser Umstand würde sehr wohl eine Rolle spielen, wenn keine Profis vor der Kamera stehen würden. Dann könnte der Zuseher sehr wohl von einem wesentlichen Manko sprechen. Aber zum Glück gibt es da einen köstlichen Peter Kern als süffisanter Politiker, der eine schlechte Regie sofort vergessen lässt. Aber bedarf es auch einen Paulus Manker, der bitterböse und herrlich anzusehen, das unumstößliche Gesetz vertritt. Einen Josef Hader, der gewohnt seriös sein Können zur Schau stellt. Und Andreas Vitasek, der seinen ausländischen Hund bei der Dame mit Herz abgeben will, sowie einen Roland Düringer, der ungewohnt sympathisch agiert. Sie alle, darunter noch TV Lieblinge wie Dolores Schmidinger, Viktor Gernot, Julia Stemberger, Stefano Bernadin, und nicht zu vergessen ein großartiger Karl Markovics, tragen einen derart großen Stempel auf, dass diese eben angesprochene laienhafte Regie in den Filmszenen nicht weiter zum tragen kommt. Der Unterhaltungsfaktor steigt, sobald der Zuseher einen der genannten “Stars” auf der Leinwand entdeckt. Zusätzlich sei nebenbei zu erwähnen, dass Alle auf eine Gage verzichtet, und sich für die gute Sache gerne eingefunden haben.

    Ute Bock: Ich bin Erzieherin, kein Polizist oder Richter.


    Die gute Seele des Filmes bleibt Ute Bock. Ihr Einsatz und ihr Engagement ist aller Ehren wert. Am schlagkräftigsten ist sie, wenn sie in Universitäten und Schulen auf Fragen kontra gibt. Bei jenen Szenen, in dem sie “Schauspielern” muss, wirkt sie und ihr Schmäh ein wenig aufgesetzt. Aber dies ist kein Wunder, schließlich ist sie keine Darstellerin. Fällt im realen Leben der Name Bock, muss im gleichen Atemzug auch der Name Karin Klaric genannt werden. Denn auch sie beschäftigt sich eingehend mit Personen die Österreich als ihre neue Heimat auserkoren haben. Wie Ute Bock, gebührt auch Karin Klaric aller Respekt für ihre aufopfernde und ebenfalls ehrenamtliche Arbeit.

    Fazit:

    Anstelle eines Fazit, in dem im Großen und Ganzen fast nur Positives zum Tragen käme, folgen zwei Internetadressen, die sich ein jeder Leser einmal ansehen sollte. Möglicher Weise kann auf diesem Weg ein wenig zur Verbesserung der gegenwärtigen Lage beigetragen werden.

    UTE BOCK - www.fraubock.at - KARIN KLARIC - www.purplesheep.at


  • Wertu
  • Story
    4,0
    Musik:
    3,0
    Unterhaltung:
    4,0
    Anspruch:
    2,5
    Darsteller:
    4,0
    Gesamt:
    4,0
    Verfasst von:
    Richard Lammel

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