Der Meister, auch AVATAR genannt, hatte in jener Vergangenheit alle vier Elemente in Balance gehalten. Doch diese Zeiten sind längst vergangen. LUFT, WASSER, FEUER und ERDE gehören vier stolzen Nation, die seit einem Jahrhundert verbittert um die Vorherrschaft kämpfen. Zerstörung und der Kampf ums Überleben hat die Gegenwart eingenommen. Als der junge Aang aus dem ewigen Eis befreit wurde, schöpfen die Nationen wieder Hoffnung. Denn er soll als neuer AVATAR alle vier Elemente beeinflussen, und könnte somit wieder zum nötigen Gleichgewicht sorgen. Aang schließt sich dem Geschwisterpaar Katara und Sokka an, um gemeinsam wieder für eine Balance, und letztendlich für Frieden zu sorgen. Doch, ihre Gegenspieler, die bereits in den Genuss des Herrschens gekommen sind, und keinerlei Ambitionen für einen eventuellen Frieden hegen, stellen sich mit aller Vehements den tapferen Helden in den Weg.
Als Regisseur M. Night Shyamalan 1999 mit THE SIXTH SENSE einen gewaltigen Erfolg verzeichnete, wurde der 40 jährige Inder als der neue Regieheld gefeiert. Seine Gabe mit langsamen und intensiven Szenen eine noch nie da gewesene Spannung zu erzeugen, ließen Kritiker den Shooting Star schon als neuen Alfred Hitchcock hoch leben. In UNBREAKABLE ( 2000 ), SIGNS ( 2002 ) und THE VILLAGE ( 2004 ) erkannte man ebenfalls seine Stilrichtung und Lobeshymnen prasselten auf den schüchternen und überaus sympathischen Filmemacher nieder. Nach LADY IN THE WATER ( 2006 ) und THE HAPPENING ( 2008 ) wurden die Jubelstürme zunehmend leiser und Kritik kam auf. Fehlbesetzungen und schlecht geschriebene Drehbücher wurden als Gründe für die nicht mehr uneingeschränkt sehenswerten Filme genannt. M. Night Shyamalan hat man die Mankos der letzten beiden Werke nicht angekreidet. Aber dies wird sich nach dem Sehen von DIE LEGENDE VON AANG grundlegend ändern.
Denn bei THE LAST AIRBENDER, so der Titel im englischen Original, hat der Filmemacher alles falsch gemacht, was man beim Dreh überhaupt falsch machen kann. Das kreative Händchen, dass er bei seinen Debütfilmen noch bewiesen hat, ist nicht mehr vorhanden. Teilweise entsteht sogar der Eindruck, dass ein vorhandenes Konzept schon direkt nach dem Beginn vollends verloren gegangen ist. Eine klare Linie und durchdachte Momente sind in diesem fragwürdigen Abenteuerfilm Mangelware bis nicht mehr erkennbar. DIE LEGENDE VON AANG dümpelt sich von einer Szene in die Nächste, ohne jemals ein Gesamtes zu werden. Die Darsteller wirken mangels wichtiger Direktiven so als würden sie nicht wissen, was von ihnen verlangt wird. Dabei agieren sie, im guten Glauben gelassen, viel zu ernst. Die relativ unbekannten und zumeist jugendlichen Darsteller können einem angesichts diesem Desaster fast leid tun. Die Dialoge sind fern ab des guten Geschmacks. Belangloses und noch dazu uninteressantes Kauderwelsch geben der schon schwachen Geschichte den Rest. Sorry Mister Shyamalan, aber diese Katastrophe haben sie allein zu verantworten !!! Mit Film, Regie und dem selbst geschriebenen Drehbuch hat der nun in Misskredit geratene Regisseur die besten Chancen die begehrten RAZZIES in alle drei Kategorien zu gewinnen. Gratulation schon mal dafür …
Legt man beim Betrachten auch auf die Randbedingungen, so gäbe es zwei bis drei Dinge, die weit über dem bislang beschriebenen Niveau liegen. So sind einige Special Effects, vor allen die mit Wasser, wirklich gut gemacht. Aber wenn man bedenkt das sich allein die Produktionskosten bei rund 150 Millionen Dollar belaufen, dann gibt es auch welche, die man für so teures Geld auch wesentlich gelungener hinbekommen müsste, Das Beste am DIE LEGENDE VON AANG ist, und allein deshalb gibt es hier auch Punkte zu vergeben, die Filmmusik von James Newton Howard. Die Orchestralkompositionen und eingehenden Melodien würden selbst einen Oscarfilm wohltuend unterstützen. Große Klasse mit welch Hingabe er die meist misslungenen Bilder zum Leben erweckt. Er ist verantwortlich, dass dieses Produkt nicht nur kritisiert gehört, und ein “bis zum Schluss bleiben“ auch lohnt.
Fazit:
Es fällt diesmal wirklich schwer hierfür einen Beweggrund für einen Kinobesuch zu finden. Selbst der Fan des Genres Abenteuer wird wenig antreffen, dieses Werk zu mögen. Viel zu viel ist schief gelaufen. DIE LEGENDE VON AANG ist im Gesamten ein Dilemma. Nur der phänomenale Soundtrack stimmt den Zuseher ein wenig friedlicher. Ansonsten bleibt nur zu hoffen dass der liebenswerte Filmemacher hier nur einen Bock geschossen hat, und der Nächste wieder in gewohnten Bahnen läuft. Diese Hoffnung stirbt zuletzt.
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