Achtung: Kritik enthält geringe Spoiler!
Im Jahr 2005 wurde ich das erste Mal so richtig aufmerksam auf Robert Downey Jr.. Bis dato nur in Nebenrollen konnte er mit Kiss Kiss Bang Bang auf Anhieb meine Sympathie gewinnen. Es folgten Filme wie Tropic Thunder, Iron Man oder Sherlock Holmes mit denen er innerhalb weniger Jahre zu einem meiner Lieblingsschauspieler avancierte. Daher stiegen natürlich auch die Erwartungen die ich in IRON MAN 2 setzte, denn der erste Teil hat mich sehr gut unterhalten und ist für mich eine der besten Comic-Verfilmungen der letzten Jahre. Zweifel, die ich bei Sequels grundsätzlich habe, sind dennoch in mir aufgestiegen. Nach dem tollen 1. Teil hat mich der Trailer zum Nachfolger nicht wirklich begeistert...
Der erste Iron Man-Film ist absolut gelungen und bot die Vorstellung/Entstehung des Charakters, was eigenlich immer interessant ist wenn der Regisseur keinen Mist baut. So gelang es Jon Favreau und Robert Downey Jr. die Latte für einen Nachfolger sehr hoch zu legen und gleich vorne weg: der Film hat meine Erwartungen übertroffen!
Die Grundstory ist keine allzu große Herausforderung, denn einen Gegner für Iron Man zu finden dürfte nicht allzu schwer sein und einen ganzen Film lang unterhalten - und genau so ist es auch. Mickey Rourke macht seine Sache als russischer Bösewicht der seinen Vater rächen will sehr gut und passt gut in die Rolle, das hat mir schon im Trailer zugesagt. Allerdings hat das Drehbuch (noch) ganz andere Stärken, die mir wichtiger sind. Der Minireaktor in Tony Starks Brust den er sich im ersten Teil selbst verpasst hält ihn nicht nur am Leben, sondern tötet ihn gleichzeitig langsam. Diese Palladiumvergiftung steigt immer schneller und ist ein genau so wichtiges Element des Films wie die Vorgeschichte in der auf seinen Vater Howard eingegangen wird. Von dem wird in Teil 1 nur gesprochen, hier hat er nun seinen Auftritt - wenn auch nur auf Video. Hier möchte ich gleich zu den Charakteren überleiten...
Die gefallen mir ihm Nachhinein betrachtet sogar klar besser als im Vorgänger. Robert Downey Jr. ist selbstverständlich charismatisch wie immer und das absolute Highlight des gesamten Films, mit ihm würde wohl viel verloren gehen. Gwyneh Paltrow gibt auch im zweiten Teil seine Assistentin, aber anschließend auch seinen Boss und hat dementsprechend einen größeren Part, der dem Film aber gut tut. Don Cheadle ersetzt Terrence Howard in der Rolle des Col. Rhodey und auch wenn ich grundsätzlich strikt gegen derartige Besatzungsänderungen bin stört mich das hier kaum, da es sich nur um eine Nebenrolle handelt und ich Cheadle als Schauspieler sehr mag. Genial spielt allerdings Sam Rockwell, der Starks Gegner Justin Hammer gibt, auch Scarlett Johansson kann in ihrer kleinen Rolle überzeugen. Besonders amüsant ist für mich (was ich lange nicht wusste), dass Tony Starks Fahrer aus dem Film der Regisseur der beiden Filme ist - als kleine Nebeninformation.
Wichtig sind bei Comic-Verfilmungen dieser Art ja meist auch die Effekte, die auch schon im ersten Teil ansehnlich waren. Für den Nachfolger hat man natürlich versucht - wie könnte es auch anders sein - die Effekte zu steigern, was absolut spürbar ist. Die Action gehört zu dem unterhaltsamsten das ich je gesehen habe und ist einfach der Hammer, sodass IRON MAN 2 auch die Bluray ist die ich bisher mit Abstand am öftesten gesehen hab. Glücklicherweise verlässt sich Jon Favreau nicht auf diese und schafft alles in allem ein mehr als würdiges Sequel.
9/10 Urinfilterungssysteme
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