Noch sieben Tage im Einsatz, dann ist Eddie Dugan ( Richard Gere ) endlich am Ziel. Noch die letzte Woche ohne größere Probleme überstehen, dann hat er seine Pensionierung endlich erreicht. Auch das Einschulen eines neuen, noch ambitionierten Polizisten, wird routiniert über die Bühne gebracht. Diese unverletzbare Situation ändert sich schlagartig, als ein letzter großer Einsatz ihm einen Strich durch die Rechnung macht, und sein Ziel, den Job so sicher wie möglich hinter sich zu bringen, in Gefahr gerät.
Sal ( Ethan Hawke ) ist Mitglied eines Spezialkommandos, in dem er während seiner Schicht Umschlagplätze überwacht. Die Dealer sollen Dingfest gemacht, und Drogen sowie das Drogengeld eingezogen werden. Doch an die gesetzliche Handhabe hält sich der rigorose Polizist nicht. Denn geht er zum einen weder mit den Ganoven sorgsam um, noch rückt er des Öfteren das Beweismaterial für die zuständigen Stellen heraus. Schließlich sitzt eine hochschwangere Frau mit eine Handvoll Bälgern zu Hause. Und denen soll es in naher Zukunft besser gehen.
Tango ( Don Cheadle ) möchte endlich raus. Er arbeitet Undercover, und steckt bereits tief in der Scheiße. Fast zu tief um alleine wieder Boden unter den Füßen zu bekommen. Daher wendet sich Sal an seinen Vorgesetzten. Der aber denkt zum Leidwesen nur seine Vorteile und versucht den verzweifelten Polizisten mit guten und optimistischen Worten wieder aufzubauen. Als Agent Smith ( Ellen Barkin ) in Sals Leben dringt, spitzt sich die Lage auf dramatische Weise zu.
Drei Polizisten erzählen ihre Geschichten, die auf den ersten Blick rein gar nicht gemeinsam haben. Sie vermitteln in verschiedenen Sichtweisen einen durchaus realen Einblick in die knallharte Welt ihres gefährlichen Berufsalltags. Regisseur Antoine Fuqua weiß mit dem Genre routiniert umzugehen, da er auf diesem Gebiet bereits Erfahrung sammeln konnte. BAIT ( 2000 ), TEARS OF THE SUN ( 2003 ), KING ARTHUR ( 2004 ), SHOOTER ( 2007 ), sowie der “ oscargekrönte “ TRAINING DAY ( 2001 ) lassen diesen Schluss zu. In BROOKLYN`S FINEST, so der englische Originaltitel, lässt der Filmemacher drei grundverschiedene Geschichten im Separaten agieren, um sie zum großen Showdown zusammen zu führen.
GESETZ DER STRASSE ist ein grundsolider, und ein gut durchdachter Thriller geworden. Das Drehbuch füllt den Film zwar nicht für die gesamten 140 Minuten, aber so unterschiedliche Charaktere unter einem Hut zu bringen, verdient Respekt. Die technischen Belange, begonnen mit der Kamera, über den Schnitt, bis hin zur Ausleuchtung sprechen eine professionelle Sprache. Die Leistung des Regisseurs ist wahrscheinlich die Primärste, denn mit dieser steht oder fällt das Gesamtprodukt. Und diese Durchführung darf als gelungen bezeichnet werden. Er versteht einen Spannungsbogen, der nur im Mittelteil wegen der Überlänge entsteht, und deshalb an jener Stelle für gut 20 Minuten stagniert, aufzubauen, und kann vor allem mit seinem Finale glänzen. Dies ist mit Sicherheit eines, das selbst der geübte Kinogänger nicht erwartet. Und dieser Umstand, einen nicht voraussehbaren Film zu sehen, ist in der gegenwärtig regierenden Hollywoodwelt, in der alles so simpel wie möglich gehalten wird, ein unbedingt positiver.
Den dankbarsten Part, denn er verkörpert den kontroversesten Charakter, bekam Ethan Hawke. Der mittlerweile 39 jährige Texaner versteht es gekonnt den skrupellosen und über Leichen gehenden Cop seinen Stempel aufzudrücken. Die Sequenzen in denen er auf der Leinwand zu sehen ist, zählen zu den Highlights des Films. Aber auch Richard Gere, als alternden und kurz vor der Pension stehenden Polizisten, sieht man gerne zu. Er agiert in einer zerrissenen Rolle, in dem er Kompromisse eingehen muss sicher, ohne aber seine Persönlichkeit in den Vordergrund zu stellen. Don Cheadle ist mit Sicherheit ein charismatischer und hochtalentierter Darsteller. Sein Können kann er aber wegen der wenig spektakulären Rolle nicht zur Gänze zeigen. Seine Szenen sind im Gegensatz zu den beiden anderen Kapiteln mit zuviel Dialog und mit zuwenig Extravaganz behaftet. Damit verlangsamt sich das Tempo des Produktes jedes Mal in seinen Momenten. Eine weibliche Hauptdarstellerin sucht man in GESETZ DER STRASSE vergeblich. Lilly Taylor und Ellen Barkin sind weitgehend in unterstützenden Rollen zu sehen. Das gilt auch für die männlichen Kollegen Wesley Snipes, Vincent D`Onofrio und Will Patton, die ebenfalls in wenigen Passagen ihr bestes geben dürfen.
Fazit:
Regisseur Antoine Fuqua sorgt dafür, dass mit GESTZ DER STRASSE ein fast durchgängig spannender Thriller entstanden ist. Wäre der Film mit 140 Minuten nicht etwas zu lange geraten, und wäre dadurch nicht eine kleine Langatmigkeit erkennbar, dann würde der Gesamteindruck noch höher ausfallen. Dennoch ist mit dieser Produktion, durch das Ensemble, das erfahrene technische Team, und eben durch den Filmemacher selbst, ein Ergebnis zustande gekommen, dass uneingeschränkt einen Kinobesuch lohnt.
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