Alice in Wunderland

  • Informationen zum Film
  • Alice in Wunderland

  • Originaltitel:
    Alice in Wonderland
    Genre:
    Abenteuer, Familie, Fantasy
    Produktionsland:
    USA
    Produktionsjahr:
    2010
    Kinostart Österreich:
    04.03.2010
    Kinostart Deutschland:
    04.03.2010
    Kinostart USA:
    05.03.2010
    Verleiher Österreich:
    Walt Disney Studios
    Verleiher Deutschland:
    Walt Disney Studios
  • Cast & Crew
  • Regie:
    Tim Burton
    Drehbuch:
    Linda Woolverton, Tim Burton, Lewis Carroll
    Musik:
    Danny Elfman
    Darsteller:
    Anne Hathaway, Michael Gough, Christopher Lee, Helena Bonham Carter, Johnny Depp, Crispin Glover, Michael Sheen, Marton Csokas, Tim Pigott-Smith, Alan Rickman, Leo Bill, Timothy Spall, Matt Lucas, Imelda Staunton, Geraldine James, Paul Whitehouse, Barbara Windsor, Stephen Fry, Lindsay Duncan, Frances de la Tour, Jemma Powell, Mia Wasikowska, Eleanor Tomlinson, Peter Mattinson, John Hopkins, Eleanor Gecks, Rebecca Crookshank, Mairi Ella Challen, Holly Hawkins
  • Inhalt
  •  
    Inmitten einer Gartenfeier, die Alice Kingleys Eltern wegen ihres 19ten Geburtstages ausgerichtet haben, erhält sie einen überraschenden Heiratsantrag. Doch Hamish Ascot, der wohlhabende Sohn von Lord und Lady Ascot ist nicht unbedingt der Mann ihrer Träume. Alice ( Mia Wasikowska ) war schon als Kind ein lebensfroher und wissbegieriger Mensch, und Hamish vermittelt aber auch überhaupt keine ihrer Leidenschaften. So liegen ihre Interessen am heutigen Tage eher mehr an scheinbaren Nebensächlichkeiten, die sich so im Garten ereignen. Zum Beispiel hoppelt da völlig hektisch ein süßes weißes Kaninchen umher, das seltsamer Weise eine Stoppuhr mit sich trägt. Die Neugier ist groß als Alice dem sonderbaren Hasen folgt. Dieser hoppelt aufgeregt umher, bis sie ihn plötzlich aus den Augen verliert. Er scheint wie vom Erdboden verschluckt zu sein als Alice ein Loch, indem der Hase verschwunden sein muss, entdeckt. Als sie sich runterbückt um diesen Durchschlupf besser untersuchen zu können, verliert sie den Halt unter ihren Füssen und fällt ins Bodenlose. Im Unterland angekommen stellt die erwachsen gewordene Alice allmählich fest, dass sie in ihrer Kindheit schon einmal ( im Traum oder in der Realität ?? ) diese “ Wunderwelt “ besuchte. Nur damals war diese Welt noch in Ordnung. Diesmal ist aber vieles anders. Schnell bemerkt Alice, dass die Herzkönigin ( Helena Bonham Carter ) alles zum ungunsten veränderte, und die lieblichen Bewohner nur an eine Veränderung glauben, wenn Alice sie bei ihrem Unterfangen helfen kann. Dabei müsste sie bereit sein über ihren Schatten zu springen, um mit ihrem größten Tabu zu brechen.
     
  • Filmkritik
  •  
    Einen Film abseits jeder Normen zu realisieren, und dabei seine unverkennbare Handschrift so einfließen zu lassen, dass ein Jedermann sofort weiß, wer für diese Produktion zuständig ist. Wer so ein Tatmerkmal von sich behaupten vermag, ist einer jener Filmemacher von denen es auf der ganzen Welt nur eine Handvoll gibt. Und nur wenige Regisseure dürfen diesen ahnungsbangen Mantel anziehen, so dass er auch passt. Einer von denen ist Meisterregisseur Tim Burton. Wenn man im Vorfeld nur ein Bild, oder aus einem solchen nur einen Baum, ein Haus, oder eine Figur aus einem Burton Film betrachtet, dann weiß nicht nur das weiße Kaninchen sofort, wie viel Uhr es geschlagen hat. Tims Spezialität dabei ist, dass er den Beobachter in eine fremde Welt entführen, und ihn bedingungslos in seinem Bann ziehen kann. Skurrilität, Eigenständigkeit par exzellente und zahllose kreative Einfälle in jedem der Werke, ergeben auch eine Sicherheit für seine neueste Produktion. Tim Burton ist einer der wenigen Regisseure, den bislang noch kein Film misslang. Wer sonst könnte dies noch von sich behaupten ? Mit diesen Vorkenntnissen behaftet befindet sich der Filmkenner in einer dementsprechenden Erwartungshaltung. Weniger als ein neuerlich typisches “ Burton Werk “ darf ALICE IM WUNDERLAND nicht werden.

    Es ist keine Überraschung das ALICE IM WUNDERLAND exakt jene Vorstellungen bedient, die wir uns im Vorfeld als “ Burton Fans “ ausgemalt hatten. Zwar gebraucht es eine gewisse Zeit der Eingewöhnung. Doch ist diese kurze Phase überstanden, gibt es all die eingebürgerten Begebenheiten zu bestaunen, weswegen wir diesen Regisseur so lieben. Tim versteht dem Publikum wie kein anderer “ seine “ Sicht der Dinge zu vermitteln. Auch bedarf es keine Mittel seine Gedankengänge zu verstehen, allein das Ergebnis zu erleben genügt, um seine surreale Welt zu genießen. Und WIE wir ALICE IM WUNDERLAND beanspruchen, und dessen kreative Vielfalt spüren dürfen !
    Tim Burton erschuf kein Remake, daher ist auch kein simpler Vergleich mit dem Disney Vorgänger zulässig. Vielmehr wurde die Geschichte über das herzliche Wesen ALICE weitergesponnen. Natürlich dürfen aber die damaligen Helden nicht fehlen. Und jeder einzelne Charakter wird in der Fortsetzung liebevoll behandelt, und darf gerade wegen dem ausgezeichneten Drehbuch auch vordergründig glänzen.

    Damit ALICE IM WUNDERLAND auch im darstellerischen Bereich überzeugt, bedarf es eine Handvoll Schauspieler, die ihre Profession verstehen. Dabei handelt es sich natürlich vorrangig um jene, die der Meisterregisseur am liebsten um sich weiß. Aber auch einige junge erfrischende und damit neue Gesichter komplettieren das Aufgebot. Müsste der Zuseher eine Rangliste der effektivsten und gleichzeitig unterhaltsamsten Charaktere aufstellen, dann würde diese Tabelle ohne Zweifel Helena Bonham Carter als Rote Königin anführen. Dicht auf ihre Spuren folgen Paul Whitehouse als Märzhase, vor dem man besser schnell in Deckung geht, und Johnny Depp, der auch mit weniger tragenden Rollen gut umzugehen versteht. Die Entdeckung des Films ist Mia Wasikowska als ALICE, die verletzbar zart, aber im gleichen Atemzug tapfer und konsequent ihren unaufhaltsamen Weg durch das Wunderland beschreitet. In weiteren kleinen aber feinen Rollen sind Alan Rickman, Michael Sheen als weißes Kaninchen, Crispin Clover und Christopher Lee zu sehen / hören. Die einzig kleine Schwachstelle, wenn man von einer solchen überhaupt sprechen mag, ist Anne Hathaway als weiße Königin. Sie wirkt in ihrer Performance ein wenig unsicher und daher am wenigsten glaubhaft. Alles in allem ist aber das Ensemble als Einheit großartig und unterstützt die positive Verrücktheit ihres Oberhauptes.

    Über die technische Komponente braucht der Filmfan nicht lange zu diskutieren. Bis auf ein oder zwei misslungene Visual Effects, als Beispiel sei das “ Größer werden “ gleich zu Beginn angeführt, wurde eine erstklassige Arbeit abgeliefert. Kamera und Schnitt ergeben eine Symbiose und Burtons Haus und Hofkomponist Danny Elfman versteht wieder einmal märchenhafte Melodien aus dem Hut zu zaubern. Als Ass im Ärmel gelten all jene Kostüm Designer, Maskenbildner und Hairstylisten, die in den verschiedensten Produktionen viel zu selten gelobt werden. Hier können und dürfen sie in der Auflistung der Highlights nicht fehlen. ALICE IM WUNDERLAND ist im Gesamten ein visueller und auch akustischer Leckerbissen. Über die Lauflänge von 108 Minuten wird eine Qualität geboten, die auch beim mehrmaligen Sehen nicht langweilig wird. Dieses Werk bietet kurzweilige Unterhaltung auf hohem Niveau und ist zudem für eine große Zielgruppe geeignet.


    Fazit:

    Sieht man über die kleine Anlaufphase, den zwei kleinen Schwächen im technischen Bereich, und über den Umstand dass wegen der familientauglichen Freigabe ein wenig das “ Böse “ fehlt hinweg, dann wird dem Besucher ein filmisches Erlebnis dargeboten, dass er so schnell nicht vergisst. Eine jede Menge kreative Ideen, optische Delikatessen, und die Finessen eines Kultregisseurs lassen uns Filmliebhaber zu dem Schluss kommen, dass unsere Erwartungshaltung zur allgemeinen Zufriedenstellung eingetroffen ist, und ALICE IM WUNDERLAND die erhoffte, oder sogar geforderte typische Burton Kost beinhaltet.

  • Kurz Kritik
  • Story
    4,0
    Musik:
    4,5
    Unterhaltung:
    5,0
    Animation:
    4,5
    Darsteller:
    4,5
    Gesamt:
    4,5
    Verfasst von:
    Richard Lammel

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