Invictus - Unbezwungen

  • Informationen zum Film
  • Invictus - Unbezwungen

  • Originaltitel:
    Invictus
    Genre:
    Drama, Sport, Biographie, Geschichte
    Produktionsland:
    USA
    Produktionsjahr:
    2009
    Kinostart Österreich:
    19.02.2010
    Kinostart Deutschland:
    18.02.2010
    Kinostart USA:
    11.12.2009
    Verleiher Österreich:
    Warner Bros.
    Verleiher Deutschland:
    Warner Bros.
  • Cast & Crew
  • Regie:
    Morgan Freeman, Clint Eastwood
    Drehbuch:
    Anthony Peckham, John Carlin
    Musik:
    Kyle Eastwood, Michael Stevens
    Darsteller:
    Robin Smith, Patrick Lyster, Matt Damon, Clint Eastwood, David Dukas, Langley Kirkwood, Danny Keogh, Grant Swanby, Tony Kgoroge, Leleti Khumalo, Robert Hobbs, Penny Downie, Julian Lewis Jones, Jakkie Groenewald, Dan Robbertse, Adjoa Andoh, Shakes Myeko, Louis Minnaar, Patrick Mofokeng, Matt Stern, Marguerite Wheatley, Sibongile Nojila, Bonnie Henna, Josias Moleele, Melusi Yeni, Vuyo Dabula, Daniel Hadebe, Jodi Botha, Henie Bosman, Refiloe Mpakanyane
  • Inhalt

  • In Südafrika ist die Apartheid allgegenwärtig. Und das obwohl Nelson Mandela ( Morgan Freeman ), der vor kurzem aus der Haft entlassen und soeben als neuer Präsident gewählt wurde, alles dagegen unternimmt. Doch das Umdenken findet bei den Menschen nur in ganz kleinen Schritten statt. Als die Rugby Weltmeisterschaft vor der Türe steht, sieht Nelson Mandela die große Chance der Rassentrennung entgegenzutreten. Er sieht, dass die farbige Bevölkerung automatisch nur für die gegnerischen Mannschaften schreien, und die Eigene verschmäht. Daher versucht Mandela für sein Land Südafrika ein Team, jenes fast nur aus Weiße besteht, der Bevölkerung näher zu bringen. Er ändert die Hymne in die Landessprache der Farbigen und lässt traditionelle Trikots schneidern. Der Präsident schickt die Teammitglieder hinaus auf die Straße um dort mit den Jugendlichen pressewirksam zu trainieren. Mit diesem Unterfangen könnte ein Umdenken auf breiter Ebene statt finden. Er muss als erstes diesen Schachzug dem Star und Kapitän Francois Pienaar ( Matt Damon ) beibringen, denn dieser stammt aus einer gestrengen weißen Familie.

  • Filmkritik

  • Eine Einleitung um den Regisseur von INVICTUS näher vorzustellen ist hier nicht notwendig. Denn wer hat von der Hollywoodgröße CLINT EASTWOOD und seinem gesamten Schaffen noch nichts gehört? Der Filmveteran brachte es bislang auf 21 Soundtracks, produzierte 32 Filme, hatte 62 Einsätze als Darsteller und 34 Engagements als Filmemacher. Insgesamt wurde er dafür 108 mal mit Auszeichnungen belohnt. Darunter befinden sich 4 Oscars. Also, was könnte man dahingehend noch schreiben, was noch nicht geschrieben wurde. Daher ist die Erwartungshaltung, wenn der Meister persönlich einen Neuen realisiert, enorm. Und der Umstand, dass eben dieser Neue schon wieder bei diversen Verleihungen in verschiedenen Sektoren nominiert ist, kommt erschwerend dazu.

    Clint Eastwood nimmt sich für seinen Film INVICTUS das Thema Nelson Mandela, vor und während der Rugby Meisterschaften 1995 im eigenen Land, an. Er zeigt den charismatischen Staatspräsident wie er der vorherrschenden Rassentrennung mit Leidenschaft, Engagement und listiger Intelligenz entgegnet. Er benützt den Sport um so medienwirksam wie möglich seine Landsleute zu vereinen. In INVICTUS kombiniert Eastwood quasi die Politik mit dem Sport. Und das natürlich in seiner typischen Art und Weise. Er vermag im sanften Stil und mit sicherer Hand zu agieren. Der routinierte Filmemacher versteht es trotz seiner Ruhe, Kraft in die Szenen zu setzen, und weiß mit seinen Darstellern umzugehen. Aus dieser Sicht wurde auch in INVICTUS nichts falsch gemacht.

    Leider begeht Clint Eastwood einen folgenschweren Fehler. Er gibt seiner zu erzählenden Geschichte einen Spannungsbogen, der im Verlauf des Meisterschaftsendspiels zum Höhepunkt gelangen sollte. Und wenn dieses Vorhaben gelänge, dann wäre diese Produktion qualitativ durchaus mit seinen tollen Vorgängern zu vergleichen. Aber zum Bedauern ist aus dramaturgischer Sicht vieles falsch gelaufen. Was im Boxfilm MILLION DOLLAR BABY noch funktionierte, geht in der Rugby Version völlig schief. Clint Eastwood kann keinen Ballsport inszenieren, jenes hat er hier eindringlich bewiesen. Was zum absoluten Highlight des Filmes werden sollte gleitet zu einem belanglosen Finale ab. Das Spiel verläuft aus technischer Sicht unrund. Die Kamera verabsäumt das Wesentliche zu zeigen, und der Schnitt wird am falschen Zeitpunkt gesetzt. Wenn ab und zu doch so etwas wie Konstruktives gezeigt wird, macht die nächste falsche Einstellung wieder alles zunichte. Daher muss der Betrachter zum Schluss kommen, das alles was aus dieser Hinsicht mühevoll aufgebaut wurde, durch die letzten vermasselten 15 Minuten leidet.

    Das Ensemble, man sollte hier besser von einem Zwei-Mann-Team sprechen, zeichnet sich vor allem in der Aussprache des dort vorherrschenden Dialektes aus. Jeder für sich bietet in dieser Hinsicht eine tolle Performance. Morgan Freeman verleiht seiner Rolle als Nelson Mandela Sympathie. Er mimt den Charakter des südafrikanischen Präsidenten genau und trifft seine Gesten auf den Punkt. Matt Damon als Rugby Spieler Francois Pienaar vermittelt seiner Rolle Glaubwürdigkeit, da er sichtlich an körperlicher Substanz zugelegt hat. Zudem zeigt der Hollywoodstar wieder eine neue Seite seines Könnens. Beide Leistungen sind in INVICTUS etwas über die Bewertung des Regisseurs zu stellen, da Clint sich wegen der oben erwähnten Fehlleistung, einen Lapsus geleistet hat.

    Fazit:

    Wenn der Kinobesucher im Vorfeld nicht weiß welche Größe INVICTUS realisiert hat, wird er wegen der fehlenden Meßlatte den Film als durchaus sehenswert einstufen. Vergleicht man INVICTUS aber mit irgendeinen Clint Eastwood Film, dann wird zum Bedauern festgestellt, dass so ziemlich jeder Andere zumindest etwas besser war. Von daher bleibt ein leichtfahler Beigeschmack haften.

  • Kurz Kritik
  • Story
    3,5
    Musik:
    3,0
    Unterhaltung:
    3,0
    Anspruch:
    3,0
    Spannung:
    2,0
    Darsteller:
    4,0
    Gesamt:
    3,0
    Verfasst von:
    Richard Lammel

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