Krieg der Welten

  • Informationen zum Film
  • Krieg der Welten

  • Originaltitel:
    War of the Worlds
    Genre:
    Action, Thriller, Sci-Fi, Abenteuer, Drama
    Produktionsland:
    USA
    Produktionsjahr:
    2005
    Kinostart Österreich:
    29.06.2005
    Kinostart Deutschland:
    29.06.2005
    Kinostart USA:
    29.06.2005
  • Cast & Crew
  • Regie:
    Steven Spielberg
    Drehbuch:
    David Koepp, Josh Friedman, H.G. Wells
    Musik:
    John Williams
    Darsteller:
    Tom Cruise, Lisa Ann Walter, Lenny Venito, Julie White, Peter Gerety, Miranda Otto, Yul Vazquez, Dakota Fanning, Danny Hoch, Gene Barry, Tim Robbins, Justin Chatwin, David Harbour, Stephen Gevedon, Rick Gonzalez, Camillia Sanes Monet, Ann Robinson, David Alan Basche, Roz Abrams, Michael Brownlee, Marlon Young, John Eddins, Miguel Antonio Ferrer, January LaVoy, Marianne Ebert, Rafael Sardina, Amy Ryan, Ed Vassallo, Michael Arthur, Sharrieff Pugh
  • Inhalt
  • Ray (Tom Cruise) ist geschieden und sieht seine beiden Kinder Robbie (Justin Chatwin) und Rachel (Dakota Fanning) nur am Wochende. Er fühlt sich zusehends von ihnen genervt, versucht sich von jedweder Verantwortung zu drücken und kann daher nicht mehr gut mit ihnen umgehen. Plötzlich passieren unglaubliche Dinge. Blitze legen die gesamte Stromversorgung lahm, die Erde bebt und aus dem Untergrund erheben sich gigantische, von Aliens gesteuerte Killermaschinen, die ohne Vorwarnung damit beginnen die Menschen anzugreifen. Der Krieg der Welten hat begonnen, die Menschheit soll ausgerottet werden...
  • Filmkritik
  • Zwischen den Welten -----
    Steven Spielbergs WAR OF THE WORLDS ist ein Remake des gleichnamigen Films aus dem Jahre 1953 (Regie: Byron Haskin), welcher wiederum auf der berühmten Romanvorlage von H.G. Wells basiert. Spielbergs Interpretation des Stoffes ist einerseits als "Alien-Invasion-Movie" angelegt, andererseits als Drama. Präziser gesagt: als Hollywood Drama! Obwohl WAR OF THE WORLDS mit vielen guten Einzelszenen aufwarten kann, setzt sich der Film letztendlich nicht zu einem konsistenten Gesamtbild zusammen und gleichzeitig meine Erwartungshaltung in den Sand. Spielberg inszeniert zwei Ebenen, die sich über den gesamten Film hinweg gegenseitig im Weg stehen und dem Film jedwede Dynamik rauben. WAR OF THE WORLDS fokussiert sich auf die Figur von Ray, der sich vom verantwortungslosen und desinteressierten Wochenend Vater zum statthaften Beschützer seiner Kinder mausert. Diese Reise seiner Hauptfigur widmet der Film sehr viel Zeit, scheitert aber ganz offensichtlich daran diese Thematik mit Substanz und Tiefgang interessant zu machen. Was am Ende davon übrig bleibt sind klar erkennbare, gute Ansätze und viele langsame Szenen die sich mehr schlecht als recht in das apokalyptische Kriegsszenario einfügen. Die Invasion der Aliens, welche durchaus mit vielen spektakulären Szenen aufzuwarten hat, wird kontinuierlich jedweder Dynamik beraubt. Der Rhythmus des Films zerfließt vor den Augen des Betrachters zu einem langsam dahin plätschernden Bach, der selbst im Finale nicht in einen tosenden Wasserfall enden will, sondern statt dessen gemächlich in einen See fließt. Obendrein zerstört sich WAR OF THE WORLDS nach ca. 110 Minuten selbst - mit dem einfältigsten, dümmsten und schlechtesten Hollywood-Ende des gesamten heurigen Kinojahrs.

    Krieg am Kinderspielplatz -----
    Die Invasion der Aliens ist handwerklich überwiegend gut in Szene gesetzt. Die FX sind sehr ansehnlich, die Killermaschinen der Aliens in den Action-Sequenzen durchwegs spektakulär inszeniert. Das Design der Aliens selbst liegt in etwa zwischen INDEPENDENCE DAY und E.T. Schlaksige Wesen mit putzigen Kulleraugen, lieb nicht? Lieb ist auch, dass in WAR OF THE WORLDS sehr "sauber" gestorben wird. Die Ausrottung der Menschheit, mit Millionen von Opfern, soll offenbar so aussehen, dass sie auch für 12-jährige goutierbar ist und nur ja niemanden an die immanente Grausamkeit denken lässt. Ganz lieb, nicht? Wer sich nach Ansicht von WAR OF THE WORLDS fragt, wieso der Absturz eines riesigen Passagierflugzeuges ohne eine einzige Leiche vonstatten gehen kann, der teilt einen wesentlichen Punkt mit dem Regisseur: Er ist im falschen Film! Ich plädiere hierbei nicht für ein Blutbad, der Punkt ist vielmehr, dass WAR OF THE WORLDS dadurch in hohem Maße unglaubwürdig und aufgesetzt wirkt. Entscheidend ist, dass Spielberg damit eine "alles-wird-gut" Atmosphäre aufbaut, welche die Thematik des Films sukzessive konterkarriert und am Ende vollständig untergraben hat. Dazu gesellen sich viele handwerkliche Fehler und Inkonsistenzen, die in zunehmenden Maße irritierend wirken. Interessanter Weise liegen sie nämlich nicht in den komplexen FX-Szenen, sondern in ganz einfachen Dingen, die ein Regisseur dieses Kalibers im kleinen Finger haben sollte. Anschlussfehler, offensichtliche Probleme mit der eigenen Logik und weitere Anfängerfehler finden sich in einem Ausmaß, dass man eher einem unerfahrenen Erstlingsregisseur zuschreiben würde, nicht aber einem routinierten Filmemacher wie Steven Spielberg! WAR OF THE WORDLS ist in vielen Details äußerst schlampig inszeniert...

    Im Keller -----
    Die Highlights des Films verdichten sich um eine längere Sequenz in einem abgelegenen Farmhaus, welches in einer Angriffszone der Aliens liegt. Hierbei spielt Spielberg seine, nach wie vor vorhandene, Fähigkeit aus Spannung zu erzeugen und dafür die verschiedenen Figuren eloquent zu nutzen. Interessanter Weise ist es eine (für diesen Film) ziemlich minimalistische Sequenz ohne große Bombastik: Drei Menschen verstecken sich im Keller vor den Aliens. Zwei davon sind zugleich die darstellerischen Glanzlichter des Films: Der großartige Tim Robbins (MYSTIC RIVER) und die hervorragende Dakota Fanning (MAN ON FIRE). Als zunächst die Tentakelarme der Killermaschinen den Keller durchsuchen und dann noch ein paar Aliens auftauchen, fällt es den Menschen immer schwerer sich vor der Bedrohung zu verstecken, zumal sie innerhalb der Gruppe einen Konflikt auszutragen haben. Eine großartig in Szene gesetzte Spannungs-Sequenz wie sie Spielberg seit jeher gekonnt aufbauen kann. Leider erreicht WAR OF THE WORLDS nur selten dieses Level an Intensität und Glaubhaftigkeit. In Summe gesehen demontiert sich Spielberg durch ein klar erkennbares Manko an Konsequenz selbst. Sowohl im Genre des apokalyptischen Alien Angriffs, als auch im Bereich des menschlichen Dramas. Nach Ansicht des Films ist mir klar geworden warum die Verleihfirma mit rigorosen Knebelverträgen jedwede Vorabkritik der Fachpresse zu unterbinden versuchte. WAR OF THE WORLDS ist schlicht und einfach kein guter Film!
  • Wertu
  • Story
    2,5
    Musik:
    3,5
    Unterhaltung:
    3,0
    Anspruch:
    1,0
    Spannung:
    2,5
    Darsteller:
    3,5
    Gesamt:
    2,5
    Verfasst von:
    eXistenZ

Kommentare

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Userkritiken

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Jeder der sich auch nur im Geringsten mit dem aktuellen Filmgeschehen beschäftigt weiß um die oft kritisch bezeichnete "Ideenlosigkeit" Hollywoods - richtig, damit sollen die zahlreichen Neuverfilmungen angedeutet werden die in den letzten Jahren entstanden sind. Dabei kamen die unterschiedlichsten Werke zustande. In allen Genres (ganz besonders aber im Horror) wurden diverse Klassiker neu interpretiert und mit einer breiten Budgetspanne umgesetzt. Von Kosten unter $10 Mio. wie etwa bei Texas Chainsaw Massacre bishin zum Blockbusterniveau in dem sich neben Peter Jackson's King Kong auch Steven Spielberg's KRIEG DER WELTEN bewegt. Peter Jackson, Steven Spielberg... es wird also deutlich, dass man nicht nur versucht hat schwarze Zahlen zu schreiben sondern auch, dass man darin investiert hat. Ob sich das bezahlt gemacht hat? Ich denke ja!

Der Film ist zwar eigentlich ein Remake des 50er Jahre Streifens Kampf der Welten, doch auch dieser beruht bereits auf einer Vorlage die weit älter ist. 1901 schuf der Autor H.G. Wells ein Werk das - wie man sieht - auch 100 Jahre später noch richtungsweisende Literatur des Science Fiction darstellt. Das Original, also die erste Interpretation dieser Geschichte, habe ich nicht gesehen, sodass ich hier auch keine Vergleiche ziehen kann. Fakt ist aber, dass Steven Spielberg's Idee stark bemängelt und meiner Meinung nach zu unrecht kritisiert wurde und wird. Ich weiß nicht was man davon erwarten konnte wenn an die Fassung von 1953 gesehen hat, doch meine Erwartungen wurden auf jeden Fall erfüllt.

Spielberg gelang eine wirklich düstere Atmosphäre die zu keinem Moment gekünstelt wirkt, sondern immer authentisch - er lässt den Zuseher glauben, dass man sich in den Geschehnissen wirklich wiederfinden könnte und das ist im SciFi-Genre alles andere als einfach. Der Film scheißt sozusagen auf Hollywoods Hochglanz-Prinzip und lässt einen realen, dreckigen Look entstehen der für den Zuseher greifbar ist. Um den Zuseher zu packen braucht es natürlich mehr... und da kommen die Schauspieler ins Spiel. Tom Cruise ist bei den Oscars völlig zurecht "nur" Gast, denn mit schauspielerischer Genialität ist er nicht gesegnet, in KRIEG DER WELTEN gefällt mir sein Auftritt aber gut wie nie. Er ist mehr oder weniger Protagonist und schafft es diese Rolle so umzusetzen, dass der Film gefüllt wird. Unterstützung dabei bekommt er von einer der wohl besten Darstellerinnen im Kindesalter, Dakota Fanning. Ihr Part hat mich mit dem hektischen und panischen Geschrei nur auf die Palme gebracht, doch genau das ist es was sie so unsagbar gut spielt. Nicht zu vergessen ist aber auch Tim Robbins der zwar erst spät auftaucht, seinen Part als Untergrund-Hinterwäldler aber herrlich verrückt und richtig gut spielt.

Das hätte ich mir zwar zuvor nicht gedacht, aber auf die Effekte möchte ich hier nur kurz eingehen da sie für mich nur in geringem Maße einen tragenden Teil des Films ausmachen. Wie für Spielberg üblich sind die Effekte sehr gut und im Sinn der FSK12-Freigabe auch sehr blutleer, doch im Gegenzug dazu mal etwas Neues (beispielsweise wie die Aliens die Menschen "vernichten", ohne zu spoilern). Auch die Aliens selbst machen richtig was her, wie auch ihre Zerstörungsflut.

Wie gut KRIEG DER WELTEN als Remake kann ich leider nur schwer feststellen, da ich weder Kampf der Welten (1953) noch das Buch von H.G. Wells kenne - als eigenständiger Film über die Apokalypse funktioniert er jedoch sehr gut. Der Film lebt von seiner düsteren, überraschend greifbaren Atmosphäre und seinen Darstellern. Ein Weltuntergangsfilm aus Hollywood der nicht unbedingt an allen Ecken und Enden übertrieben unrealistisch ist - Mission erfüllt!

8/10 Wassertropfen

geschrieben am 18.08.2011 um 13:17

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ø Wertung: 7,2/10 | Wertungen: 9 | Kritiken: 1