Grace Wong, eine hübsche Ingenieurin, hat gelernt mit ihrem Leben umzugehen. Obwohl ihr Ehemann vor einiger Zeit gestorben ist, und nun eine siebenjährige Tochter alleine großziehen muss, hat sie die primären Dinge sicher im Griff. Nachdem Grace ihre Tochter Tinker per Fahrzeug in die Schule gebracht hat, wird sie auf dem Nachhauseweg von einem Geländewagen brutal angefahren. Als sie aus ihrer Bewusstlosigkeit erwacht, findet sie sich in ihrer eigenen Wohnung wieder. Nur schemenhaft kriegt sie mit wie die Haushälterin von unbekannten Männern ermordet wird. Danach wird Grace Wong von den Bösewichten entführt und an eine ihr unbekannte Stelle gebracht. Dieses “ Gefängnis “ bietet nichts brauchbares dass eine Flucht ermöglichen könnte. Die Fenster wurden mit Holzbretter vernagelt, die massive Türe versperrt. Nur ein schäbiges altes Telefon, dass zuvor von einem der Bösewichter zerlegt wurde, vermeldet gewisse Geräusche. Grace bemüht sich zumindest irgendeine Verbindung zustande zu bringen. Und es gelingt ihr einen jungen Mann anzurufen, der gerade auf den Weg zu seinen Sohn ist. Erst hält Bob dieses Telefonat für einen bösen Scherz. Aber schon bald wird er feststellen, dass es sich um Leben und Tod handelt.
Bei Benny Chans BO CHI TUNG WAH ( CONNECTED ) aus dem Jahre 2008 handelt es sich tatsächlich um ein Remake. Das Original CELLULAR ( FINAL CALL ) stammt aus dem Jahre 2004, in dem Kim Basinger, Chris Evans und Jessica Biel vertreten sind. Unter normalen Umständen klauen sich Produktionsfirmen aus Hollywood kreative Geschichten aus der fernöstlichen Welt. Hier verhält sich die Sachlage entgegengesetzt. Und dieser Umstand ist, wenn nicht neu, dennoch zumindest ungewöhnlich.
Wer jetzt denkt, Remakes sind an und für sich schlechter als das Original, der liegt falsch. Denn während sich die amerikanische Version ernst nimmt, und aus dem Drehbuch einen soliden aber oberflächlichen Actionthriller macht, setzt das asiatische Produkt eines drauf. Ohne auf die Action zu verzichten, und ohne die Spannung zu reduzieren, bereichert der Filmemacher sein Werk mit jeder Menge Komik. Benny Chan, der mit vielen bekannten Größen zusammengearbeitet hat, ist im Inszenieren dieser unterhaltenden Actioner erfahren. Und diese Routine ist BO CHI TUNG WAH wahrlich anzusehen. Dieses 2008 entstandene Werk aus China / Hongkong fühlt sich wie ein Jackie Chan Film an, nur eben ohne Jackie.
Schon nach wenigen Minuten der Einführung setzt der Film auf ein enormes Tempo. Und obwohl die Szenerie rasant gestaltet wurde, konnte die Geschichte detailliert wiedergegeben werden. Auch kommt kein Charakter zu kurz, denn gibt es vor allem viel über die “ Guten “ zu erfahren. Trotzdem ist CONNECTED kein Film der zum Nachdenken anregen soll. Das Ziel ist mit Sicherheit jenes, dass eine Portion Spaß und gute Laune vermittelt werden soll. Und unter dieser Prämisse kann es nur ein positives Ergebnis geben. Zudem punktet das Produkt bei einer großen Zielgruppe, da es genreübergreifend inszeniert wurde. Freunde des Thrillers kommen ebenso auf ihre Kosten, wie Action Liebhaber, oder jene die eine witzige Komödie bevorzugen. Außerdem ist BO CHI TUNG WAH für diese Art Unterhaltungsfilm ziemlich gewalttätig. Also wird auch hier noch eine Randgruppe bedient.
Die Darsteller, die uneingeschränkt eine professionelle Einstellung zur Schau stellen, könnten allesamt einer Modeagentur entspringen. In unseren Breiten stellt man sich bereits die Frage ob die im fernöstlichen Gefilden alle so attraktiv sind. Oder, so die wahrscheinlichere Theorie, die “ Charakterköpfe “ unter ihnen gut im Versteckten bleiben. Wie auch immer, beide Geschlechter sind im höchsten Maße photogen und begabt zugleich. Namen wie Lois Koo ( ACCIDENT ), Barbie Hau ( THE GHOST INSIDE ), Sui Fai Cheong ( ELECTION I + II ), oder Nick Cheung ( THE BEAST STALKER ) sind in unseren Breiten wohl nur dem “ Spezialisten “ ein Begriff.
Fazit:
Ein unterhaltsames und uneingeschränktes Filmvergnügen wird dem Kinobesucher geboten, wenn er sich für BO CHI TUNG WAH entscheidet. Die Ausnahme, die eine Regel bestätigt, wird hier sichtbar. Und die Norm, dass ein Original immer besser ist als das Remake, wird für dieses eine Mal außer Kraft gesetzt.
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