Regisseur Steven Soderbergh, geboren 1963 in Atlanta, begann seine Karriere im Jahre 1989, als er den Film SEX, LIES AND VIDEOTAPE auf den Markt brachte. Zuvor hatte er nur einige wenige Kurzspielfilme gedreht. Aber mit diesem ersten abendfüllenden Werk erregte er bei den Kritikern enorme Aufmerksamkeit. Sofort war sein eigener Stil erkennbar. Deshalb wurde mit Spannung auf Stevens zweite Arbeit gewartet, die 1991 unter dem Titel KAFKA erschien. Auch dieser Film beinhaltete diese völlig eigenständige Handschrift. Wenngleich diese Produktionen noch keine finanziellen Abräumer darstellten, so wurden sie zumindest von den Filmliebhabern geliebt. Der Erfolg auf Geschäftsbasis ließ nicht lange auf sich warten, denn OUT OF SIGHT ( 1998 ), ERIN BROCKOVICH ( 2000 ), TRAFFIC ( 2000 ), oder die OCEAN`S Serie ( 2001 - 2007 ) konnten auch dahingehend überzeigen. Zuletzt inszenierte der Filmemacher mit CHE: THE ARGENTINE und CHE: THE GUERRILLA für ihn wichtige Filme, wobei er auf die finanzielle Komponente an den Kinokassen wohlweißlich verzichtete.
Warum die Inhaltsangabe so kurz ausgefallen ist, sei schnell definiert. THE GIRLFRIEND EXPERIENCE verzichtet weitgehend auf eine solche. Dieses 2009 entstandene Werk stapft nur den Spuren einer Prostituierten hinterher. Die Kamera begleitet Chelsea, einen Namen den sie nur während der Geschäftszeiten trägt, auf ihrem Weg. Und da sie nichts essenzielles zu erzählen hat, ist die Inhaltsleere im Film ableitbar. Dass sich jenes nicht unbedingt als Vorteil für diese Produktion herausstellt ist absehbar. Was der Zuseher vorgesetzt bekommt sind viel zu lange “ 77 “ Minuten voller Langeweile. Was den anerkannten Steven Soderbergh da geritten haben mag, bleibt unerklärlich. Vielleicht war er von der Person Sasha Grey so angetan, dass dieser Umstand allein genügt, um quasi für Sie einen Film zu realisieren. Bei Sasha Grey handelt es sich nebenbei erwähnt, um keine Schauspielerin im wahren Leben. Vielmehr ist sie das was sie spielt, eine Hure.
Wer jetzt denkt, THE GIRLFRIEND EXPERIENCE muss doch irgendetwas vorzeigbares besitzen, der liegt falsch. Neben der fehlenden Geschichte, und den nicht agierenden “ Schauspieler “, ist auch die Optik ein fragwürdiges Element. Denn wird zumeist ein viel zu dunkles Licht in dem Raum gestellt, sodass zum Beispiel ein Tisch, der vor den eigentlichen Protagonisten steht, wunderbar ausgeleuchtet wurde. Aber die Personen dahinter sind nur noch schemenhaft zu erkennen. Noch dazu ist dieses wohl sehr wichtige Möbelstück scharf, während die Personen dahinter nicht nur im dunkeln sitzen, sie sind auch im unscharfen Bereich. Auch Gläser, die schön platziert und professionell im Licht stehen, waren dem Filmemacher wohl wichtiger als die Leute, die dahinter mehr zu hören als zu sehen sind. Der Schnitt bleibt das einzig Nennenswerte, dass im Bereich über dem Strich anzusiedeln ist. Dieser trägt die typische Soderbergh Handhabe. Gegen Ende einer Szene ist bereits der Dialog der Nächsten zu hören, während das Visuelle noch den Ausklang der alten Sequenz zeigt. Dass dieser eine positive Aspekt nicht genügt um einen gesamten Film zu tragen ist klar, und bräuchte nicht extra erwähnt werden.
Für die Bewertung für THE GIRLFRIEND EXPERIENCE bleibt nur ein Kopfschütteln über. 77 Minuten, die sich wie eine halbe Ewigkeit anfühlen, voller Langeweile, voller Sinnlosigkeit. Ein filmisches Tagebuch einer Prostituierten könnte man auch wesentlich interessanter gestalten, als es hier vorgeführt wurde. Steven Soderberghs Ansehen hat durch dieses Projekt gelitten. Hoffentlich wird man in Zukunft nur von einem Ausrutscher sprechen, wenn auf THE GIRLFRIEND EXPERIENCE zurückgeblickt wird.
Fazit:
Der unnötigste Film der letzten Jahre !!!
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