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Ein Prophet

  • Informationen zum Film
  • Ein Prophet

  • Originaltitel:
    Un prophète
    Genre:
    Krimi, Drama
    Produktionsländer:
    Frankreich, Italien
    Produktionsjahr:
    2009
    Kinostart Österreich:
    30.04.2010
    Kinostart Deutschland:
    11.03.2010
    Kinostart USA:
    26.02.2010
    Verleiher Österreich:
    Sony Pictures
    Verleiher Deutschland:
    Sony Pictures
  • Inhalt

  • Malik El Djebena ( Tahar Rahim ) wurde eben erst 19 Jahre alt, als er wegen Gewalt gegen die Polizei zu 6 Jahren Haft verurteilt wurde. In der Justizanstalt angekommen, widerfährt ihm umgehend der Alltag. Im Staatsgefängnis weht dem jungen eher schmächtigen Kerl, sofort ein rauer Wind entgegen. Der mächtige César Luciano ( Niels Arestrup ), Boss aller korsischen Häftlingen, hat auf den Neuling bereits ein Auge geworfen. Er droht ihm mit harten Konsequenzen, sollte er sich seinen Befehlen widersetzen. Als allererstes soll Malik für Cèsar einen unerwünschten Mithäftling liquidieren. Für diese Tat muss er nahe an das Opfer rankommen, um mit einer Rasierklinge im Mund, die Halsschlagader in Angriff zu nehmen. Nach einigen Übungseinheiten, und mehreren Tropfen Blut später, ist es so weit. Mit der Finte, Haschisch gegen Sex, schafft es der bis in die Zelle des Gegners. Nach dieser Tat, und einigen biederen Aufgaben später, hat sich Malik ein gewisses Vertrauen erkämpft. Sein Status innerhalb der Gang wächst, die Karrierekurve zeigt steil nach oben. Doch allmählich sind den mittlerweile Eingelebten die Aufträge zu wenig geworden. Er beginnt auf eigenen Füßen stehen zu wollen, und individuelle Pläne entspringen. Ob César und seine Gefolgschaft, denen Maliks Eigeninitiativen nicht verborgen bleiben, sich dies gefallen lassen ?


  • Filmkritik

  • Der 1952 in Paris geborene Jacques Audiard kam über den Umweg des Schriftstellers zum Inszenieren. Seinen größten Erfolg als Autor verzeichnete er, als Jacques gemeinsam mit seinem Vater Michel das Drehbuch zu DAS AUGE verfasste. Dieser Film war in Frankreich so erfolgreich, dass er gleich für fünf Cèsars nominiert wurde. In dieser Zeit begann Jacques Audiard mit der Tätigkeit als Regisseur. Anfänglich handelte es sich lediglich um mehrere kürzere Werke. 1994 war es schließlich so weit. WENN MÄNNER FALLEN wurde von der Fachpresse als gelungenes Erstlingswerk gehandelt. Auch sein zweiter Spielfilm DAS LEBEN EINE LÜGE aus dem Jahre 1996 wurde erfolgreich an mehreren Festivals gezeigt. Erst fünf Jahre danach folgte mit der Komödie SCHÖNE VENUS sein dritter Film. Dieser machte die bis dahin unbekannte Audrey Tautou zum internationalen Star. 2005 entstand mit DER WILDE SCHLAG MEINES HERZENS jenes Werk, das mit insgesamt acht Cèsars nach Hause gehen konnte. Dieses Drama lockte allein in Frankreich über eine Million Zuschauer in die Kinosäle. UN PROPHÈTE ( 2009 ) wurde als französischer Beitrag für den besten ausländischen Film ins Rennen für die begehrten Oscars geschickt.

    Wenn der Leser diese vorangegangenen Zeilen vernimmt, wird er vom Können des Filmemachers überzeugt sein. Immerhin lobt ihn die Presse, die Kritiker, und zuletzt auch die Kinobesucher, die das mit dem Kauf der Tickets für DER WILDE SCHLAG MEINES HERZENS schon bestätigten. Ohne Frage weiß Jacques Audiart was er macht. Nichts geschieht bei ihm durch Zufall, jeder Schritt sei bedacht. Bleibt nur die Frage zu beantworten, ob der Seher die Umsetzung seines neuesten Werkes auch mag. Schließlich ist der Stil des Filmemachers bei UN PROPHÈTE nicht unbedingt ein optisches Highlight. Vielmehr versucht es Jacques mit rauen und körnigen Bildern, und hält die Kamera nahe und ziemlich wackelig am Geschehen. Bei etlichen schnelleren Sequenzen könnte der Betrachter ein wenig die Orientierung verlieren. Da es sich bei UN PROPHÈTE um einen Gefängnisfilm handelt, und somit 95 % des Gesamten in diversen Zellen spielt, ist auch die Vielfalt der zu zeigenden Bildern begrenzt. Zudem wurde mit gut zweieinhalb Stunden eine Filmlänge gewählt, die hierfür jenseits von Gut und Böse ist.

    Keine Frage beinhaltet UN PROPHÈTE eine schwerwiegende Aussage. Es ist vermutlich auf der ganzen Welt so, dass ein Eingesperrter, egal wie schwer sein Vergehen war, innerhalb der Gefängnismauern erst das richtige Verbrecherleben erlernt. Auch in diesem Fall war Malik vorerst kein richtiger Krimineller. Das Leben hinter Gitter macht ihn, teils aus Angst aber auch aus Habgier, zu einem Gesetzwidrigen. Wenn aus UN PROPHÈTE die positiven Eigenschaften erwähnt werden sollten, dann ist diese Aussage die primär wichtigste. Und die 2009 entstandene Produktion zeigt diese realitätsnahe Erkenntnis nur all zu deutlich.

    Das Ensemble, meist wurde mit hierzulande unbekannten Darstellern gedreht, bietet eine grundsolide Leistung. Vor allem zeigten die Verantwortlichen bei der Auswahl des Protagonisten ein glückliches Händchen. Malik, gespielt von Tahar Rahim, besitzt bislang noch keine große Erfahrung als Schauspieler. Aber sein Acting wirkt absolut glaubhaft und ehrlich. Das dürfte auch Kevin Macdonald beim Sehen von UN PROPHÈTE aufgefallen sein. Der LETZTE KÖNIG VON SCHOTTLAND Regisseur engagierte Tahar vom Fleck weg für seinen neuesten Film, der den Titel THE EAGLE OF THE NINTH trägt und 2010 in unsere Kinos kommt. Aber auch Cèsar, er wird von Niels Arestrup verkörpert, liefert eine glaubhafte Darstellung als rigoroser Herrscher des Gefängnisinneren. Ihn kennen Cineasten aus SCHMETTERLING UND TAUCHERGLOCKE.

    Fazit:

    Ob der Zuseher UN PROPHÈTE für sich gewinnen kann, obliegt einem jeden selbst. Immerhin bietet der Film eine durchdachte Struktur. Allerdings ist diese Gestaltung zumindest mit “ gewöhnungsbedürftig “ zu bezeichnen. Die Handhabe könnte dazu führen, dass man anfänglich gespannt den Inhalt verfolgt, jedoch Stück für Stück den Wissensdurst verliert, und das Finale völlig desinteressiert über sich ergehen lässt. Die konstant linear erzählte Geschichte, immer im gleichen Rhythmus, dazu die mit über 150 Minuten gewählte Lauflänge, lässt diesen Schluss zu.


  • Wertungen
  • Story
    3,0
    Musik:
    3,0
    Unterhaltung:
    2,0
    Anspruch:
    2,5
    Spannung:
    2,0
    Darsteller:
    3,0
    Gesamt:
    2,5
    Verfasst von:
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