Welcome

  • Informationen zum Film
  • Welcome

  • Originaltitel:
    Welcome
    Genre:
    Drama
    Produktionsland:
    Frankreich
    Produktionsjahr:
    2009
    Kinostart Österreich:
    14.05.2010
    Kinostart Deutschland:
    04.02.2010
    Kinostart USA:
    04.02.2010
    Verleiher Österreich:
    Polyfilm
    Verleiher Deutschland:
    Arsenal Filmverleih
  • Cast & Crew
  • Regie:
    Philippe Lioret
    Drehbuch:
    Serge Frydman, Olivier Adam, Philippe Lioret, Emmanuel Courcol
    Musik:
    Nicola Piovani
    Darsteller:
    Gilles Masson, Stéphane Butet, Jean-Pol Brissart, Karzan Sherabayani, Blandine Pélissier, Vincent Lindon, Patrick Ligardes, Emmanuel Courcol, Olivier Rabourdin, Behi Djanati Atai, Firat Ayverdi, Audrey Dana, Derya Ayverdi, Thierry Godard, Selim Akgul, Firat Celik, Murat Subasi, Yannick Renier, Mouafaq Rushdie, Eric Herson-Macarel, Jean-François Fagour, Jean-Paul Comart, Lazare Herson-Macarel, Jean-Christophe Voiron, Sever Hosgoren, Kivi Fakhri, Carine Bouquillon, Fernand Rolet, Omed Ahmad, Ibrahim Kiransal
  • Inhalt

  • Nach fast 100 Tage und mehr als 4000 gelaufenen Kilometer, trennt dem irakischen Flüchtling “ nur “ noch der Ärmelkanal zu seiner Geliebten. Bilal ( Firat Ayverdi ) ist kein Weg zu weit und keine Gefahren zu groß, um endlich die nach London emigrierte Mina ( Derya Ayverdi ) wieder in die Arme zu schließen. Nur, wie soll er die letzten beschwerlichen 34 Kilometer über das wellenreiche Gewässer schaffen ? Der Versuch mittels einer Schlepperbande, die um 500 Euro den tapferen Kerl in einen Lastkraftwagen über die Grenze schmuggeln will, schlägt fehl. Die französische Einwanderungsbehörde ist ihm bereits auf den Fersen. Da seine finanziellen Mitteln allmählich zu Ende gehen, fast Balil einen ungeheuren Entschluss. Nur sofort lässt sich seine Idee nicht umsetzen. Zu selten ist er in seinen Leben geschwommen. Und die teils mächtigen Wellen zollen den Verliebten jede Menge Respekt ein. Daher besucht er kurzerhand ein Schwimmbad, um das Schwimmen, oder vielmehr die Sparte Kraulen, zu erlernen. Der ehemalige 400 Meter Leistungsschwimmer Simon ( Vincent Lindon ) versieht gerade seinen Dienst als Bademeister. Um ein wenig Zubrot zu verdienen, gibt er Kindern Unterricht. Balil bittet Simon zumindest um zwei Einheiten. Mehr kann sich der unerschrockene Held nicht mehr leisten, und außerdem sollten diese zwei halben Stunden genügen, um lächerliche 34 km, oder mindestens 10 Stunden am Stück erfolgreich zu absolvieren. Anfänglich zeigt sich Simon skeptisch, jedoch hätte er nicht mit der Ernst der Lage gerechnet.


  • Filmkritik

  • Der Ärmelkanal befindet sich zwischen Frankreich im Süden und Großbritannien im Norden. Der Ärmelkanal ist cirka 563 Kilometer lang und an der breitesten Stelle 248 Kilometer breit. In der Straße von Dover, der schmalsten Stelle, sind es nur 34 Kilometer Breite von Dover nach Cap Gris Nez. Der Kanal öffnet sich dabei von Osten nach Westen trichter- oder ärmelförmig und trägt daher seinen Namen. ( Quelle Wikipedia )

    Schon 1993 begann Phillipe Liorets Schaffen als Filmemacher, als er mit Jean Rocheford TOMBÈS DU CIEL, sein Erstlingswerk inszenierte. Mehr Aufmerksamkeit auch im deutschsprachigen Raum erlangte Philippe, in dem er 2004 DIE FRAU DES LEUCHTTURMWÄRTERS in die Kinos brachte. Sandrine Bonnaires Engagement wurde für den Zuseher zum unvergesslichen Erlebnis. Zwei Jahre später erreichte uns ein kleiner aber sehr zu beachtender Film. KEINE SORGE MIR GEHT’S GUT spielt in Frankreichs Mittelschicht und handelt um das plötzliche Verschwinden des geliebten Bruders einer vierköpfigen Familie. Die Schwester, gespielt von Mèlanie Laurent, dürfte auch den amerikanischen Kultregisseur Quentin Tarantino aufgefallen sein. Immerhin besetzte er die hübsche Französin für eine der Hauptrollen in INGLOURIOUS BASTERDS. Nun kommt mit WELCOME eine Produktion die ein sehr heikles Thema beinhaltet.

    Flüchtlinge, die aus ihren geliebten Ländern ausbrechen um ein lebenswertes Leben führen zu können. Meist befindet sich ihr Land gerade im Kriegszustand, oder es herrschen derart schlechte Bedingungen. In jedem Fall besitzt ein jeder Mensch das Anrecht auf ein besseres Dasein. Ohne Wenn und Aber muss diesen Personen in unserer Welt geholfen werden. Dabei sollte es keine Verfolgung und ein anschließendes Abschieben zurück in ihre Heimat geben. Regisseur Philippe Lioret zeigt in WELCOME ein bewegendes Dokument der realen Gegenwart. Er verweist ohne Fingerzeig auf tatsächliche Handhaben und regt auf diese Weise drastisch zum Nachdenken an. Um der Geschichte etwas Erleichterung zu verschaffen, gibt er den Protagonisten im Film noch eine zusätzliche Motivation, um aus seinem Land zu fliehen. Die Liebe soll im wahrstem Sinne Flügel verleihen. Und um das Glück zu erzwingen soll das unmöglichte möglich gemacht werden. Was macht das schon, wenn 34 Kilometer knapp zehn Grad kaltes Nass, mit riesigen Wellen und hunderten von Schiffen als Hindernisse auf einen warten.

    WELCOME ist in jeder Hinsicht ein kleines Meisterwerk geworden. Die Geschichte sprüht vor Ideen. Die Aussage und die mit sich ziehende Botschaft kann nicht effektiver auf die Leinwand gebracht werden. Die Regie ist betont ruhig, aber voller Gefühl. Bewegend, berührend, dramatisch und echt sind nur die ersten Attribute, die den Betrachter beim Sehen in den Sinn kommen. Die leise Musik verstärkt das in sich tragende Gefühlschaos. Die Wut die entsteht, wenn die dramatischen Wandlungen im Film mitverfolgt werden. Trauer die einem überkommt, wenn uns Seher das Gefühl der Machtlosigkeit übermannt. Und zuletzt das Glücksgefühl wenn der Held zumindest in kleinen Schritten seinem gesetzten Ziel näher kommt. Dies alles zusammengesetzt ergibt ein großes Kino. Ein Seherlebnis wie es sein soll, ein Ergebnis jenes leider viel zu selten erreicht wird. WELCOME ist im Gesamten eine französische Produktion, welche gleich auf mehreren Ebenen das Prädikat “ Besonders Wertvoll “ verdient. Bleibt hier nur noch dem Filmemacher zu danken, der es wie kaum ein Anderer, mit seiner Geschichte so würdevoll umzugehen, versteht.

    Fazit:

    Der hier zu schreibende Kritiker könnte endlos lange Lobeshymnen über dies und jenes weiterführen. Zum Beispiel wurde noch gar nicht über die größtenteils unbekannten Darsteller gesprochen, die ihre Sache mehr als nur großartig gemacht haben. Aber nur Lobhudeleien würden diese Beschreibung unnötig in die Länge ziehen. Viel besser wäre es, wenn sich so viele Leser wie möglich einen Ruck geben, um einmal auch für seriöses europäisches Kino ein Ticket zu lösen. Es lohnt sich garantiert. WELCOME beweist wie schön Kino sein kann !


  • Kurz Kritik
  • Story
    5,0
    Musik:
    3,0
    Anspruch:
    4,5
    Spannung:
    4,5
    Darsteller:
    4,5
    Gesamt:
    4,5
    Verfasst von:
    Richard Lammel

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