Bad Lieutenant - Cop ohne Gewissen

  • Informationen zum Film
  • Bad Lieutenant - Cop ohne Gewissen

  • Originaltitel:
    The Bad Lieutenant: Port of Call - New Orleans
    Genre:
    Krimi, Drama
    Produktionsland:
    USA
    Produktionsjahr:
    2009
    Kinostart Österreich:
    25.02.2010
    Kinostart Deutschland:
    25.02.2010
    Kinostart USA:
    20.11.2009
    Verleiher Österreich:
    Centfox
    Verleiher Deutschland:
    20th Century Fox
  • Cast & Crew
  • Regie:
    Vondie Curtis-Hall, Abel Ferrara, Werner Herzog
    Drehbuch:
    William M. Finkelstein, Victor Argo, Paul Calderon, Abel Ferrara, Zoë Lund
    Musik:
    Mark Isham
    Darsteller:
    Jennifer Coolidge, Irma P. Hall, Val Kilmer, Paul Calderon, Nicolas Cage, Brad Dourif, Werner Herzog, Eva Mendes, Victor Argo, Zoë Lund, Shawn Hatosy, Michael Shannon, Tom Bower, Nick Gomez, Gary Grubbs, Xzibit, Shea Whigham, Fairuza Balk, J.D. Evermore, Lauren Swinney, Denzel Whitaker, Lance E. Nichols, J. Omar Castro, Tim Bellow, Tony Bentley, Joe Nemmers, Lucius Baston, Sam Medina, Jeremy Aaron Johnson, Bernard Johnson, Matt Borel, Kerry Cahill, Vondie Curtis-Hall, William M. Finkelstein
  • Inhalt

  • New Orleans im August 2005. Ein Insasse kauert trotz überfluteten Gefängniszellen noch immer hinter Gitter. Die Luft wird langsam knapp, das Wasser steigt bedächtig aber sicher. Direkt nach der Katrina Katastrophe fragen sich die beiden Polizisten Terence McDonagh ( Nicolas Cage ) und sein Kollege Stevie ( Val Killer ), ob der letzte Verbleibende noch lebt. Ein Wetteinsatz soll die Situation der Unterhaltung dienen. Als die beiden Cops zu den versperrten Räumen gelangen, stellen sie fest dass dem Häftling das Wasser buchstäblich bis zum Halse steht. Nach längerer Diskussion, ob sie ihn nun retten sollen oder nicht, entschließt sich Terrence trotz ungeheurer teuren Designerunterwäsche in das kalte Wasser zu springen, um den Eingesperrten zu befreien.

    Ein Jahr später wird Terrence für seine mutige Tat zum Lieutenant befördert. Aber die Rückenschmerzen, die ihn seit jenen Tagen auf höllische Weise verfolgen, lassen den leidenden Polizisten nicht mehr los. Um an jegliche Art von Schmerzmitteln zu kommen, hauptsächlich betäubt er sich mit Kokain, geht er jedes Risiko ein. Zudem wird der dazu gewonnene Status für Machtspielchen genützt. Die Abhängigkeit, hervorgerufen durch die starken Drogen, und die neu erlangte Autorität, machen ihn zum BAD LIEUTENANT. Als er einen Fall übernimmt, in dem eine Einwanderfamilie auf bestialische Weise ermordet wird, gerät sein Leben vollends außer Kontrolle. Er trifft auf den Drogenbaron Big Fate ( Xzibit ), und sein Gläubiger ( Brad Dourif ) hängt ihm wegen überfälligen Zahlungen im Nacken. Zudem wird seine Freundin Frankie ( Eva Mendes ) mit in den Fall gezogen und ….. der Rücken schmerzt abscheulich.


  • Filmkritik

  • Offensichtlich ist Regisseur Werner Herzog nicht abgeneigt, sich Remakes bekannter Werke anzunehmen. Schon im Jahre 1979 verfilmte er mit NOSFERATU: PHANTOM DER NACHT einen Klassiker der Frühzeit nochmals . Nun inszeniert der deutsche Filmemacher einen Stoff, den Abel Ferrara 1992 auf seine nachhaltige Art auf die Leinwand brachte. BAD LIEUTENANT, das Original, wurde wegen seiner gezeigten Brutalität und dem Tabuthema Kirche, bei der Abel die Frage um Schuld und Sühne aufwarf, zum einen umstrittenen Werk in den 90ern. Ohne den Klassiker jemals gesehen zu haben, will man Herzogs Aussage Glauben schenken, verpackte Werner den Inhalt rund um den Bad Cop in ein neues Jahrzehnt. Als realer Hintergrund, hierfür musste kurzerhand Katrina herhalten, bietet der Hurrikan den Ausgangspunkt dieser neuen “ alten “ Geschichte.

    SHOOT HIM, HIS SOUL IS STILL DANCING


    Lassen wir den Vergleich zum Original in diesem Absatz außen vor, und bewerten BAD LIEUTENANT: PORT OF CALL NEW ORLEANS als eigenständigen Film. Natürlich gibt es typische Werner Herzog Sequenzen, in dem das vorhandene Talent aufblitzt, und er gleichzeitig auf jegliches Konventionelle pfeift. Aber zum Leidwesen ist dieses Remake sehr Hollywood freundlich gestaltet. Dieser Film, mit seinem bösen Polizisten, schmerzt niemanden mehr. Dieses 2009 entstandene Werk kratzt nur noch etwas an der Oberfläche. Einen Tiefgang sucht hier der Zuseher vergeblich. Die eingesetzten komischen Szenen wirken nicht mehr komisch, sondern fast peinlich. Die Spannung, die in einem Cop Thriller vermutet wird, ist kaum spürbar. Zugegeben ist diese Produktion solide inszeniert, aber auf keinen Fall besser als der übliche Durchschnitt.

    ABEL FERRARA versus WERNER HERZOG


    Einen direkten Vergleich hält dieses zu beschreibende Werk nicht stand. Hier handelt es sich gleich um zwei Qualitätsstufen, die den Unterschied ausmachen. Abel Ferrara verpasste seiner Version einen ungeheuren Tiefgang. BAD LIEUTENANT ( 1992 ) ging an die Nieren, war unbequem, drang eindringlich ins Hirn, und verblieb bis heute an dieser Stelle. Das REMAKE ist oberflächlich, banal, und trotz routinierter Handhabe am nächsten Tag vergessen. Es schadet niemanden, und ist mit einer Packung Süßigkeiten sogar Hollywood tauglich. Auch bei den Darstellern sind enorme Unterschiede feststellbar. Harvey Keitel mimte den Polizisten mit einer puren Charakterisierung. Er legte all sein Können ohne Nachdenken in die Wagschale. Als er 1992 seine Tour der Leiden vollzog, schmerzte dies auch dem Betrachter. Bei Nicolas Cage sieht das eher so aus als würde er lamentieren. Sein immer wieder kommendes “ Overacting “ ist eher nervend als genüsslich anzusehen. Im Grunde, und als Gesamtes gesehen, ist das Original ein Klassiker, jenes seine Prädikate auch verdient. Während das Remake wohl eher nicht mehr als eine Durchschnittsware darstellt.

    Fazit:

    Hier bloß nicht zu viel erwarten. Denn nur dann darf BAD LIEUTENANT: PORT OF CALL NEW ORLEANS ( 2009 ) für einen “ spannenden “ Kinoabend herhalten. Und fast noch geschickter wäre es, das Original während des Remakes völlig zu verdrängen. Dann könnte Werner Herogs Inszenierung tatsächlich, oder zumindest, besser funktionieren.


  • Kurz Kritik
  • Story
    3,5
    Musik:
    2,5
    Unterhaltung:
    2,5
    Anspruch:
    2,5
    Spannung:
    2,0
    Darsteller:
    2,5
    Gesamt:
    2,5
    Verfasst von:
    Richard Lammel

Kommentare

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User Kritiken

User Kritiken

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Nur über wenige Filme wurde in den letzten Jahren so konträr berichtet wie über BAD LIEUTENANT. Werner Herzog schafft das mit seinen Filmen ja grundsätzlich, aber hier hab ich Kritiken aller Art gehört und gelesen - von unglaublich bishin zu der letzte Müll. Aufgrunddessen habe ich den Film im Kino gemieden und auch lange mit einem Kauf gezögert, dass ich den Film aber früher oder später sehen musste war von Anfang an klar. Heute kam's nun endlich dazu...

Selten hat mich die Inszenierung eines Inhalts so seltsam gestimmt wie in BAD LIEUTENANT. Worum geht es? Terence McDonagh ist einer der besten seines Dezernats und wird damit beauftragt das Massaker an einer Familie auzuklären. Während den Ermittlungen aber gerät der Detective immer mehr in einen Sog von Drogen und Korruption...

Ein eigenartiger Film. Er konnte mich nicht fesseln wie ich's mir erhofft aber nicht erwartet hatte und schaffte es auch nicht mich gut zu unterhalten. Er plätschert so vor sich hin während der Alltag des korrupten Cops von Drogen, Glücksspiel und zwielichtigen Deals gezeichnet wird. Es passiert eine zu lange Zeit einfach nichts, denn erst gegen Ende überschlagen sich die Ereignisse was auch spannend in Szene gesetzt wurde. Die Emotionen kochen über, das Geschehnisse liegt im Unterbewusstsein - sowohl von den Charakteren, als auch vom Zuseher - und der Film zeigt ein Potential, das bisher vor sich hin schlummerte. Man könnte meinen, dass es das Drehbuch ist weswegen der Film nicht in Fahrt kommt, denn die Ereignisse in der ersten Stunde sind nicht gerade weltbewegend. Im Nachhinein muss ich aber sagen, dass es daran nicht liegt denn aus diesem Stoff hätte man einfach mehr machen können, die Schuld gebe ich da Regisseur Werner Herzog. Die Vorlage wurde von ihm einfach zu spannungsarm und nebensächlich umgesetzt, da hilft auch eine gute Performance von Nicolas Cage nichts. Der hat mich mit seinem Schauspiel positiv überrascht, denn nach seinen letzten Filmen hätte ich etwas anderes erwartet - in gewissen Szenen blitzte sein Talent aber förmlich auf.

Auch wenn das Drehbuch keine riesigen Highlights bietet hätte man daraus einen konstant packenden und atmosphärischen Cop-Thriller erschaffen können - die Voraussetzungen dafür sind gegeben. Lediglich die Regieführung lässt hier zu wünschen übrig, denn schon mit der Änderung einiger inszenatorischer Kleinigkeiten hätte man viel bewirken können.

BAD LIEUTENANT ist gut, aber nichts besonderes. Die Darsteller machen das Beste aus ihren Rollen, doch leider macht die Regie eine schöne Grundlage zunichte. Deswegen ist der Film zwar kein Totalausfall, aber mit dem letzten Feinschliff hätte hier ein packender Thriller entstehen können.

6-6,5/10 verlorene Wetten

geschrieben am 18.08.2011 um 09:32

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Wertung: 7/10 | Wertungen: 4 | Kritiken: 1