Jin und Bin, ein keines Geschwisterpaar, erhalten keine taugliche Erziehung. Die Mama erweist sich als richtige Rabenmutter. Total überfordert nimmt sie kurzerhand die Mädels samt ihren Klamotten, und schleppt sie zur Tante. Mama verabschiedet nur für eine kurze Zeit, schließlich muss sie nach Amerika, um den Daddy zu finden. Im guten Glauben verabschieden sich die beiden und fristen fortan ihr Leben bei der Schwester ihrer Mutter. Diese hat aber andere Sorgen, als sich um die Gören zu kümmern. Der Alkohol und andere Dinge sorgen dafür das Jin und Bin auf sich allein gestellt sind. Aber die Hoffnung das Mama bald wieder kommt lebt. Schließlich hält sie bei ihrer Verabschiedung ein Sparschwein in Händen, jenes sie mit folgenden Worten übergibt: “ Lasst euch von der Tante jeden Tag eine Münze geben und wirft diese Münze ins Schwein. Wenn es voll ist, bin ich wieder zurück !” Aber schon bald merken die beiden, dass es bei der Tante nichts zu holen gibt. So werfen sie Grashüpfer ins Feuer und verkaufen sie an Jugendliche. Es dauert gar nicht so lange bis das “ rote Piggy “ bis oben hin aufgefüllt ist. Voller Freude begeben sich Jin und Bin zur Bushaltestelle, um ihre Mama abzuholen. Schließlich hat sie es versprochen…
KIM SO YONG, geboren 1968 in Pusan, Südkorea. Knapp zwölf Jahre später wandert sie in die USA aus und studiert am THE SCHOOL OF ART INSTITUTE in Chicago Malerei, Performance Art und Video. Nach einigen Kurzfilmen, unter Anderem GIORDANO BRUNOS LAST SONG, oder; SONG FOR A MOTHER FROG, ist IN BETWEEN DAYS ihr erster Langspielfilm. Liebhaber oder auch Kenner asiatischer Produktionen dürfte dieser Titel bekannt vorkommen. Immerhin wurde das Erstlingswerk im Jahre 2006 auf der ViENNALE gezeigt. Mit TREELESS MOUNTAIN steht nun Kim So Yongs nächster Streich in den Startlöchern.
Leider schleicht sich gegenwärtig bei kleinen Produkten, die auf diverse Festivals laufen, immer öfter die dokumentarische Machart ein. Diese Handhabe scheint mittlerweile bei den Regisseuren auf der ganzen Welt ein probates Mittel für Low Budget Produktionen zu sein. Sie setzen an einen X-beliebigen Tag ihre Kamera ein, und drehen drauf los. Sie lassen ihren Darstellern bei ihrer Entfaltung freie Hand. Fast wie in Doku Soaps aus dem Fernseher ergibt sich mit Glück schon etwas, dass man dem Publikum vorsetzen kann. Es sieht fast so aus als mache man es sich bei Billigproduktionen noch zusätzlich einfach. Mit langen, elendslangen Einstellungen, ohne jeglicher Schnitttechnik, und natürlich ohne musikalischer Untermalung, soll der Film und seine Geschichte für sich sprechen.
TREELESS MOUNTAIN ist aus dieser Hinsicht ein eben typischer neuer Dogma ähnlicher, und dokumentarischer Film geworden, der nur einen Grenzbereich des Geschmackes trifft. Dem großen Rest werden die vorhandenen 89 Minuten vielmehr wie ein Dreistünder vorkommen. Da nützt es wenig wenn die beiden kleinen Protagonisten süß aussehen und sich noch so natürlich bewegen. Das 2008 entstandene südkoreanische Werk, mit wenig finanziellen Mittel aus Amerika mitproduziert, muss von seinen mittelmäßigen Inhalt leben. Gefühle bleiben hier leider weitgehend auf der Strecke. Wie auch der erwartungsfrohe Zuseher, der nach Besichtung von TREELESS MOUNTAIN während der ViENNALE 09 nur sehr zögerlich und wenig enthusiastisch Beifall gab.
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