Der Schauplatz ist ein unermesslich großes Raumschiff. Es befindet sich auf seiner Reise ins Unbekannte. An Board, in einer kleinen Kapsel, erwacht Astronaut Bower aus dem Tiefschlaf. Zu Beginn der Aufwachphase ist der Weltraumfahrer ohne jegliche Orientierung. Von Panikattacken getrieben ringt er um Luft. Was war mit ihm geschehen ? Was soll er hier auf diesem Schiff ? Ganz langsam, und in kleinen Schritten kann er sich allmählich an Bruchstücke erinnern. Bower weiß, dass sich in einer der anderen Kapsel sein Vorgesetzter Payton befindet, der ebenfalls im Begriff ist aufzuwachen. Nach einer kurzen Phase der Ausrichtung, und nach Austausch gemeinsamer Informationen, beschließt Bower auf Entdeckungsreise zu gehen. Eigenartige Geräusche, und weit entfernte dumpfe Töne, lassen an diesem Ort auf weiteres Leben schließen.
Nadja rennt um ihr Leben. Sie befindet sich auf der Flucht vor wieselflinken und unheimlichen Kreaturen, die in dem Schiff scheinbar die Herrschaft übernommen haben. Kräftemäßig hat sie keine Chance, dass hat sie in den letzten Monaten, in dem sie sich allein durch das Schiff schlägt, gelernt. Sie weiß auch dass die Elysium ( Name des Schiffes ) sich auf einer Kolonisationsfahrt zu dem Planeten Tanis befindet. Auf jenem Planeten herrschen ähnliche klimatische Bedingungen wie auf der Erde, und die restlos überbevölkerte Welt hat endlich seine Ausweichstation gefunden. Die Fracht der Elysium beinhaltet tausende Menschen, die in hochmodernen Überlebenskapseln in künstlichen Schlaf gehalten werden. Sie alle sollen für einen Neuaufbau, in einer fremden Welt, dienen. Doch bis dahin ist es noch eine weite und gefahrenvolle Reise.
Gut zwei Jahre nachdem das Produzententrio Paul W. S. Anderson, Jeremy Bolt und Robert Kulzer ihr gemeinsames Projekt RESIDENT EVIL: EXTINCTION realisiert hatten, wurde die Lust den nächsten Film zu starten, groß. Als Anderson das Drehbuch zu PANDORUM las, hat es ihm einfach umgehauen. Es stößt in Sphären vor, die den Produzenten schon immer interessiert haben. Priorität besaß für ihn das Unheimliche, und die Angst vor dem Unbekannten, jenes am Ende des Universums lauert. Aus ähnlichen Gründen, so berichtet Paul W. S. Anderson, wurde vor 10 Jahren auch EVENT HORIZON gedreht.
Der Regisseur für PANDORUM wurde gefunden als die Verantwortlichen den Film ANTIKÖRPER begutachtet haben. Zugegeben ist der deutsche Filmemacher Christian Alvart noch reichlich unerfahren. Das Talent, jenes er mit Sicherheit besitzt, war in ANTIKÖRPER klar erkennbar. Daher nahm Jeremy Bolt das Risiko in Kauf und engagierten den 1974 geborenen Regisseur. Dieser bemerkte beim Lesen des Drehbuches große Übereinstimmigkeiten mit einem Stoff an dem er bereits viel Energie verwendete. NO WHERE, so der Titel, und das Skript zu PANDORUM wurde einfach von Christian vermischt und überarbeitet. Mit Sorge, die Produzenten würden diese Idee vernichten, und ihn hochkant hinausschmeißen, war groß. Aber Christian Alvarts wurde für seinen Mut belohnt, und PANDORUM konnte nach seinen Vorstellungen umgesetzt werden.
Auf den ersten Blick wirkt PANDORUM durchaus ambitioniert. Zwei Menschen, die desorientiert in einem kleinen Raum, und inmitten eines Raumschiffs gefangen sind, bietet die Grundlage der Geschichte. Sie wollen vor allem raus aus diesen Gewahrsam, ohne zu bedenken, dass jenes beengte Abteil, wahrscheinlich noch der sicherste Platz an diesem Ort ist. Draußen lauert das Böse. Es ist schnell, stark, gefährlich, und kennt keine Gnade. Sind wir mal ehrlich. Das klingt doch alles gar nicht so schlecht, und diese Idee ist wie gemacht für einen Science Fiction Schocker. Auch die Darsteller, vor allem der aufstrebende Ben Foster, weiß auf ganzer Linie zu überzeugen.
Doch dann gibt es da noch dieses zusammen gewürfelte Drehbuch, jenes aus zwei unterschiedlichen Storys stammt. Was zu Beginn, oder sagen wir, in der ersten Hälfte funktioniert, verfällt mit Fortdauer zunehmend ins Chaos. Irgendwann wird dem gesamten Werk die Haftung entzogen. Statt ein miteinander zweier Geschichten, klaffen diese gegen Ende immer mehr auseinander. Es hätte, um so eine Situation noch gekonnt über die Runden zu bringen, eines erfahrenen “ Dirigenten “ bedurft. Aber da stand bloß ein Filmemacher parat, für den das Wort Erfahrung ein Fremdwort darstellt. Dadurch fällt ein Produkt, das vorerst spannend, kurzweilig und durchaus sehenswert war, zunächst ziemlich, und zum Finale endgültig ins Bodenlose. Dieser Umstand ist schade, da man sich nach etwa 45 Minuten in sicheren Gewässern fühlte.
Doch wenn man die vorhandenen Abstriche blauäugig übersieht, und zudem ein Freund derartigen Genre Filme ist, steht einem gruseligen Spaß nichts mehr im Wege. Denn auch die positiven Dinge, die mit den guten Darstellern, dem passenden Score, und den brutalen Actionszenen benannt werden können, lohnen dafür ins Kino zu wandern. Die unerfahrene Regie, und die fragwürdigen Logiklöcher wegen dem “ Puzzle Buch “, können für diesmal unter dem Tisch gekehrt werden. Dennoch wird ein skeptisches Auge Christian Alvarts Zukunft verfolgen. Und registrieren ob er ein Mann ist, der aus seinen Fehler lernen kann. Wenn ja, dann ist er mit Sicherheit einer für die nächsten Jahre.
Fazit:
PANDORUM ist ein grundsolider Science Fiction Schocker, dessen Abstriche umfassend beschrieben wurden. Trotzdem bleibt er ein kurzweiliger und teilweise richtig spannender Film, der auf großer Leinwand, und nicht am kleinen Bildschirm zu Hause, gesehen werden sollte.
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