Die Oscarverleihung 2010 war eine ganz besondere, denn sie stand ganz im Zeichen zweier Personen: James Cameron und Kathryn Bigelow. Die ehemligen Ehepartner wurden jeweils mit ihrem Film in den wichtigsten Kategorien nominiert und galten als die beiden großen Favoriten. Das Duell wirkte wie David (Kathryn Bigelow mit TÖDLICHES KOMMANDO) gegen Goliath (James Cameron mit dem erfolgreichsten Film aller Zeit, Avatar) und auch hier sollte sich der Kleine gegen den Großen durchsetzen. Bigelow konnte sich mit 6 Auszeichnungen - unter anderem in den bedeutendsten Kategorien Bester Film und Beste Regie - gegen den großen Cameron durchsetzen, der lediglich 3 Oscars in "Nebenkategorien" erhielt. Nun wurde man auch international auf diesen kleinen, im Vergleich unscheinbaren Film aufmerksam, den ich schon vor der Verleihung gesehen habe. Ob der Erfolg bei den Academy Awards gerechtfertigt ist? Meiner Meinung nach schon, wenn auch nicht unbedingt in allen Kategorien...
Es handelt sich dabei um einen Antikriegsfilm der ganz besonderen Art, denn es wird ein Bombenentschärfungskommando im nahen Osten bei ihrer Arbeit begleitet und nicht das "übliche Szenario" geboten. Dementsprechend wird auch nicht eine Schlacht an die nächste gereiht, was bei richtiger Inszenierung zwar großes Kino bedeuten kann aber mittlerweile schon en Masse produziert wurde. THE HURT LOCKER (so der Originaltitel den ich ab jetzt verwenden werde, da ich den dt. Titel schrecklich finde) geht da in eine ganz andere, neue und wirklich interessante Richtung. Action ist zwar auch hier durchaus vorhanden, der Film beginnt sogar mit einer ganz speziellen und attraktiven Eröffnungssequenz die einem mit Sicherheit in Erinnerung bleibt. Danach startet Bigelow mit einer Charakterzeichnung die mir wirklich nahe ging. William James, ein Draufgänger der dem Tod in seiner Arbeit tagtäglich in die Augen blickt und das genießt ist eine der interessantesten Figuren die ich jemals in einem Film gesehen habe. Jeremy Renner verleiht dem Hauptprotagonisten eine unglaubliche Tiefe, sodass die Anspannung für mich in bestimmten Situationen schon grenzwertig war. Er sorgt mit seiner Darbietung für Intensität, die meiner Meinung nach mit dem Oscar hätte ausgezeichnet werden müssen. Aber auch die anderen Charaktere sind genial gelungen, sorgen für Authentizität und machen die unscheinbar wirkende Story (der aber ebenfalls ein verdammt gutes Drehbuch zugrunde liegt) zu etwas ganz besonderem.
THE HURT LOCKER gehört für mich zu den besten Filmen der letzten Jahre und wurde zurecht für den besten Film, die beste Regie und das beste Originaldrehbuch ausgezeichnet. Eine Charakterstudie der Extraklasse mit einem sagenhaften Ende!
9/10 entschärfte Bomben
Manchmal fragt man sich als Schreiberling und Filmfan, warum manche Filme den Oscar bekommen haben, die an den Kinokassen kaum beachtung gefunden haben und auch sonst kaum erwähnt wurden. Meist sieht man es dann wenn man sich den Film anschaut, doch ab und an bleibt einen Danach die frage immer noch offen, Warum? „The Hurt Locker“ ist so ein Film. Nachdem man Ihn gesehen hat fragt man sich doch, was hat der Film was „Avatar“, „District 9“, „Oben“, „Up in the Air“ und co. Nicht haben. Kommen wir aber erstmal kurz zur Handlung.
Es geht um ein Bombenentschärfungsteam im Irak, was sich dem Täglichen Kampf ums überleben auf den Straßen und der Wüste im Irak stellt. So sehen wir den Alltag des Teams, aus einer gewollt Realistischen Betrachtungsweise. Doch hier schon versagt der Film nach gut 20 Minuten mit dem Hauptperson die nun die Bomben entschräft, sein Vorgänger wurde bei einer Entschärfung getötet als die Bombe hoch ging. Dieser neue ist eine Art Moderne John Wayne Figur, ein ganz Harter Kerl, dem alles Scheiß Egal ist und jede Bombe entschärft und keine Angst hat. Diese Figur wünscht man das die Bombe hoch geht. Wirklich ins Herz schließen kann man den Typen nicht auch wirkt ab dem Zeitpunkt, der ganze Realismus, eigentlich wie eine Parodie, es scheinen neuer Dings immer nur ein Team unterwegs zu sein im Irak, meist auch nur ein Fahrzeug. Das wirkt merkwürdig und nicht wirklich Real. Denn ehrlich wenn die Soldaten wirklich so Handeln im Irak ist es kein Wunder das sie den Krieg nie gewinnen. Auch wenn der Film versucht Neutral zu bleiben, sind die Bombenleger irgendwelchen Unbekannten Personen im Hintergrund die dastehen und auch schonmal die Aktionfilmen, während, das Team die Bombe seelenruhig entschärft und zum Beispiel ein Auto in aller ruhe durchsuchen kann um den Zünder zu Finden. Ehrlich wenn alle so sind wenn der Feind an deiner Bombe ist, ist das Handeln der Bösen nicht nachvollziehbar. Im Grunde ist das Handeln der Figuren, nie Logisch oder Verständlich. Selbst wenn man eine Menge Bomben Findet, zieht man erstmal schön an allen Kabeln. Klar der Typ ist ein harter Kerl und weiss das er Sterben könnte aber er Handelt immer Leichtsinnig.
Im Großen und ganzen, bleibt nach dem Film nichts im Gedächtnis, als unglaubhafte Szenen, Die US Soldaten werden entweder mal eben getötet oder sind alle Samt John Wayne Typen, die ab und an mal Zählen wieviele Tage sie noch dableiben müssen. Also wird das Neutrale durch ganz unterschwelligen Patriotismus gestärkt, denn es gibt wie gesagt nicht mal irgend einen Einblick auf die Gegenspieler. Also wenn man Neutral bleiben will und uns das Vorspielt, müsste man im Grunde uns auch die US Soldaten als Namenlose Typen ohne Geschichte zeigen.
Im Grunde ist „The Hurt Locker“ ein Netter Kleiner Film über Bomberentschärfer im Irakkrieg, Spannend Inszeniert aber weit Weg von einem Meisterwerk. Nach dem Film ist man vielleicht etwas schlauer über die Verschiedenen Formen von Bombenattentate und wie Einfach sie doch zum größten Teil zu Entschärfen sind, natürlich funktioniert das nicht immer und Unschuldige sterben, Soldaten Sterben. Doch all das lässt einen Kalt, weil man kaum Bezug zu den Personen aufbauen kann oder sie einfach zu Gesichtslos sind..
Natürlich ist der Job Hart und Lebensgefährlich und auch das sowas wirklich passiert ist Klar, aber der Film ist nicht geschaffen um zu Schocken, es ist einfach nur ein Actionthriller im Irak. Mehr nicht.
Das vierte Audio-Review und der vierte Stil. Diesmal geht's an ein positives Review eines Films, der mir gut gefallen hat. Etwas Kritik und ein paar Gags mussten aber natürlich auch sein.
Hier gehts zum Audio-Review:
http://mitarbeiter.dvd-forum.at/Zocki/FTB/ftb-thehurtlocker.mp3
Hervorragend gespieltes, toll inszeniertes Kriegs-Drama mit schwachem Ende.
Kommentare
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