Tödliches Kommando

  • Informationen zum Film
  • Tödliches Kommando

  • Originaltitel:
    The Hurt Locker
    Genre:
    Drama, Thriller, Krieg
    Produktionsland:
    USA
    Produktionsjahr:
    2008
    Kinostart Österreich:
    14.08.2009
    Kinostart Deutschland:
    13.08.2009
    Verleiher Österreich:
    Constantin Film
    Verleiher Deutschland:
    Constantin Film
  • Cast & Crew
  • Regie:
    Kathryn Bigelow
    Drehbuch:
    Mark Boal
    Musik:
    Marco Beltrami, Buck Sanders
    Darsteller:
    Michael Desante, Anthony Mackie, Ralph Fiennes, Jeremy Renner, David Morse, Guy Pearce, Evangeline Lilly, Brian Geraghty, Christian Camargo, Suhail Aldabbach, Christopher Sayegh, Nabil Koni, Sam Spruell, Sam Redford, Feisal Sadoun, Barrie Rice, Imad Dadudi, Erin Gann, Justin Campbell, Malcolm Barrett, Kristoffer Ryan Winters, J.J. Kandel, Ryan Tramont, Hasan Darwish, Wasfi Amour, Nibras Quassem, Ben Thomas, Nader Tarawneh, Anas Wellman, Omar Mario
  • Inhalt
  • Hölle und Alptraum, Adrenalinrausch und Abenteuer? Der Krieg hat viele Gesichter. Hautnah an den Männern mit dem gefährlichsten Job der Welt zeigt Tödliches Kommando Elite-Soldaten eines Bombenräumkommandos im Irak: Diese Männer werden eingesetzt, wo das Risiko im brennenden Kriegsalltag am größten ist. Tag für Tag, Stunde für Stunde ist der Tod ihr ständiger Begleiter und oftmals nur einen Wimpernschlag, ein kurzes Fingerzucken entfernt. Als der Vorgesetzte von Sergeant JT Sanborn und Specialist Owen Eldrige im Einsatz stirbt, bekommt das Kommando einen neuen Anführer: Staff Sergeant William James. Ein Einzelkämpfer, der das Spiel mit dem Tod liebt und sein Team in ein waghalsiges Katz-und-Maus-Spiel treibt. Während Sanborn und Eldridge vergeblich versuchen, ihren neuen Kommandanten zu kontrollieren und dabei an ihre physischen und psychischen Grenzen gelangen, explodiert die Stadt im Chaos des Häuserkampfes.
  • Filmkritik
  • Baghdad, Irak ist in vielerlei Hinsicht ein heißes Pflaster. Die Hitze, zerbombte Häuser, holprig staubige Straßen. Alles andere als ein angenehmer Arbeitsbereich also. Ein Humvee der US-Armee bahnt sich den Weg durch die irakische Hauptstadt. 3 Männer steigen aus, vertreiben mit dem Sturmgewehr im Anschlag neugierige Passanten. Ein WALL-E ähnlicher Roboter wird ausgeladen und bewegt sich ferngesteuert auf einen unscheinbaren Straßenfleck zu, auf dem die Soldaten des EOD (Explosive Ordnance Disposal) einen Sprengkörper vermuten. Ein paar Minuten später hebt sich der Schotter auf den Straßen gleich einer Decke vom Boden, Staub wird aufgewirbelt, nicht Niet- und Nagelfestes beginnt zu Vibrieren um letzten Endes von einer gigantischen Druckwelle der Detonation verschluckt zu werden. Willkommen bei TÖDLICHES Kommando – The Hurt Locker, dem neuen großartigen Film von Kathryn Bigelow, entstanden unter kräftiger Mithilfe von Drehbuchautor Mark Boal (IM TAL VON ELAH). Dieser arbeitete als freischaffender Journalist auch im Irak und erhielt dort Einblicke in die Arbeit eines Entschärfungskommandos. Bei seiner Rückkehr stieß seine Story bei Bigelow auf derart großes Interesse, dass sich beide schnell auf die gemeinsame Produktion von The Hurt Locker verständigten.

    war is a drug


    Tödliches Kommando, so der deutsche Titel, ist ein bemerkenswerter Actionfilm, angereichert mit realistischen Psychogrammen seiner Protagonisten. Wer sind diese Kerle, die sich für den EOD freiwillig melden? Adrenalin-Junkies, Idealisten oder einfach nur Irre? „War is a drug“ steht in großen Lettern schon in der Eröffnungssequenz. Viel davon ist im Film aber nicht zu sehen. Vielmehr konzentriert sie Bigelow auf eine möglichst realistische und detailverliebte Alltagsschilderung der drei Soldaten: Zwischen Army-Gebrüll, Nervenkitzel und Bomben aufstöbern überqueren dreibeinige Katzen die baghdad'schen Straßen, da versucht ein Bub den GI's zweifelhaft authentische DVDs anzudrehen und ein sichtlich gestresster Wachposten erkundigt sich hinter vorgehaltener Hand nach einem Bordell. Kriegspatriotismus oder etwaig vermutbare Gut-Böse Schemen wie Amerikaner gegen Islamisten sucht man vergebens. Die Bösewichte respektive Bombenleger bekommt man in den seltensten Fällen zu Gesicht, die Täterschaft und ihre Motive bleiben unergründet und das Hauptaugenmerk stets auf JEREMY RENNER, ANTHONY MACKIE und BRIAN GERAGHTY und die verbleibende Zahl an Einsatztagen in ihrem Dienstrad. Wohl, man kann dem Film ankreiden, dass es keine durchgehende Handlung samt Spannungsclimax gibt, man kann ihm das aber auch verzeihen und sich von den Episoden respektive Missionen des Teams mitreißen lassen, denn The Hurt Locker ist kein gemächliches Zweistundenwerk mit gelegentlichen Actioneinlagen. Die Spannungsdichte ist hoch, die Actioneffekte stimmig bis eindrucksvoll und somit bleibt der Film trotz vieler dramatischer Elemente stets ein Actionfilm, wohl aber kein Kriegsfilm. Dafür mangelt es Bigelow's Werk nämlich an differenzierter Betrachtung und an Reflexion politischer Umstände.

    Unter den sehr guten Schauspielleistungen nimmt JEREMY RENNER als Staff Sergeant William James eine besondere Rolle ein. Halb irre, halb sympathisch mimt er mit großer Leidenschaft das Oberhaupt des Trios, was seinen Ausrutscher in S.W.A.T. entgültig vergessen lassen sollte. Auch der unbekanntere ANTHONY MACKIE als Sergeant JT Sanborn spielt das verantwortungsbewusste Gegengewicht zu James mit großer Hingabe zu und zu hundert Prozent überzeugend. Abgerundet wird das Trio durch Specialist Owen Eldridge (Brian Geraghty), dem Greenhorn der Truppe. Namen wie GUY PEARCE, RALPH FIENNES, DAVID MORSE oder EVANGELINE LILLY lesen sich auf der Castliste zwar ganz nett, nehmen jedoch innerhalb des Films maximal Nebenrollen ein. Sehr löblich zu erwähnen ist auch Kameramann Barry Ackroyd, der schon bei UNITED 93 seine Stärke im Dokumentieren und im Umschalten zwischen schnell und langsam und zurück zeigte und ebenso bei The Hurt Locker durch viele Nahaufnahmen der Protagonisten viel zu Athmosphäre und Wirkung des Films beiträgt.

    „Tödliches Kommando- The Hurt Locker“ ist ein klasse Film, vorallem weil Kathryn Bigelow das Kunststück fertig bringt soviel Drama und Gefühl in einen Actionfilm zu packen, ohne dass dies auf Kosten von Spannung und Spektakel geht. Vier Preise in Venedig liefern zudem ein weiteres Argument, das neue und bis dato wohl auch beste Werk der außergewöhnlichen Filmemacherin im Kino zu genießen. 130 großartige Minuten zwischen Explosion und Emotion. Einfach bombig!
  • Kurz Kritik
  • Story
    3,5
    Musik:
    3,5
    Unterhaltung:
    4,0
    Anspruch:
    3,5
    Spannung:
    4,0
    Darsteller:
    4,0
    Gesamt:
    4,0
    Verfasst von:
    Ld_Jackpot

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Kommentare

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User Kritiken

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Die Oscarverleihung 2010 war eine ganz besondere, denn sie stand ganz im Zeichen zweier Personen: James Cameron und Kathryn Bigelow. Die ehemligen Ehepartner wurden jeweils mit ihrem Film in den wichtigsten Kategorien nominiert und galten als die beiden großen Favoriten. Das Duell wirkte wie David (Kathryn Bigelow mit TÖDLICHES KOMMANDO) gegen Goliath (James Cameron mit dem erfolgreichsten Film aller Zeit, Avatar) und auch hier sollte sich der Kleine gegen den Großen durchsetzen. Bigelow konnte sich mit 6 Auszeichnungen - unter anderem in den bedeutendsten Kategorien Bester Film und Beste Regie - gegen den großen Cameron durchsetzen, der lediglich 3 Oscars in "Nebenkategorien" erhielt. Nun wurde man auch international auf diesen kleinen, im Vergleich unscheinbaren Film aufmerksam, den ich schon vor der Verleihung gesehen habe. Ob der Erfolg bei den Academy Awards gerechtfertigt ist? Meiner Meinung nach schon, wenn auch nicht unbedingt in allen Kategorien...

Es handelt sich dabei um einen Antikriegsfilm der ganz besonderen Art, denn es wird ein Bombenentschärfungskommando im nahen Osten bei ihrer Arbeit begleitet und nicht das "übliche Szenario" geboten. Dementsprechend wird auch nicht eine Schlacht an die nächste gereiht, was bei richtiger Inszenierung zwar großes Kino bedeuten kann aber mittlerweile schon en Masse produziert wurde. THE HURT LOCKER (so der Originaltitel den ich ab jetzt verwenden werde, da ich den dt. Titel schrecklich finde) geht da in eine ganz andere, neue und wirklich interessante Richtung. Action ist zwar auch hier durchaus vorhanden, der Film beginnt sogar mit einer ganz speziellen und attraktiven Eröffnungssequenz die einem mit Sicherheit in Erinnerung bleibt. Danach startet Bigelow mit einer Charakterzeichnung die mir wirklich nahe ging. William James, ein Draufgänger der dem Tod in seiner Arbeit tagtäglich in die Augen blickt und das genießt ist eine der interessantesten Figuren die ich jemals in einem Film gesehen habe. Jeremy Renner verleiht dem Hauptprotagonisten eine unglaubliche Tiefe, sodass die Anspannung für mich in bestimmten Situationen schon grenzwertig war. Er sorgt mit seiner Darbietung für Intensität, die meiner Meinung nach mit dem Oscar hätte ausgezeichnet werden müssen. Aber auch die anderen Charaktere sind genial gelungen, sorgen für Authentizität und machen die unscheinbar wirkende Story (der aber ebenfalls ein verdammt gutes Drehbuch zugrunde liegt) zu etwas ganz besonderem.

THE HURT LOCKER gehört für mich zu den besten Filmen der letzten Jahre und wurde zurecht für den besten Film, die beste Regie und das beste Originaldrehbuch ausgezeichnet. Eine Charakterstudie der Extraklasse mit einem sagenhaften Ende!

9/10 entschärfte Bomben

geschrieben am 17.08.2011 um 22:37

Manchmal fragt man sich als Schreiberling und Filmfan, warum manche Filme den Oscar bekommen haben, die an den Kinokassen kaum beachtung gefunden haben und auch sonst kaum erwähnt wurden. Meist sieht man es dann wenn man sich den Film anschaut, doch ab und an bleibt einen Danach die frage immer noch offen, Warum? „The Hurt Locker“ ist so ein Film. Nachdem man Ihn gesehen hat fragt man sich doch, was hat der Film was „Avatar“, „District 9“, „Oben“, „Up in the Air“ und co. Nicht haben. Kommen wir aber erstmal kurz zur Handlung.

Es geht um ein Bombenentschärfungsteam im Irak, was sich dem Täglichen Kampf ums überleben auf den Straßen und der Wüste im Irak stellt. So sehen wir den Alltag des Teams, aus einer gewollt Realistischen Betrachtungsweise. Doch hier schon versagt der Film nach gut 20 Minuten mit dem Hauptperson die nun die Bomben entschräft, sein Vorgänger wurde bei einer Entschärfung getötet als die Bombe hoch ging. Dieser neue ist eine Art Moderne John Wayne Figur, ein ganz Harter Kerl, dem alles Scheiß Egal ist und jede Bombe entschärft und keine Angst hat. Diese Figur wünscht man das die Bombe hoch geht. Wirklich ins Herz schließen kann man den Typen nicht auch wirkt ab dem Zeitpunkt, der ganze Realismus, eigentlich wie eine Parodie, es scheinen neuer Dings immer nur ein Team unterwegs zu sein im Irak, meist auch nur ein Fahrzeug. Das wirkt merkwürdig und nicht wirklich Real. Denn ehrlich wenn die Soldaten wirklich so Handeln im Irak ist es kein Wunder das sie den Krieg nie gewinnen. Auch wenn der Film versucht Neutral zu bleiben, sind die Bombenleger irgendwelchen Unbekannten Personen im Hintergrund die dastehen und auch schonmal die Aktionfilmen, während, das Team die Bombe seelenruhig entschärft und zum Beispiel ein Auto in aller ruhe durchsuchen kann um den Zünder zu Finden. Ehrlich wenn alle so sind wenn der Feind an deiner Bombe ist, ist das Handeln der Bösen nicht nachvollziehbar. Im Grunde ist das Handeln der Figuren, nie Logisch oder Verständlich. Selbst wenn man eine Menge Bomben Findet, zieht man erstmal schön an allen Kabeln. Klar der Typ ist ein harter Kerl und weiss das er Sterben könnte aber er Handelt immer Leichtsinnig.

Im Großen und ganzen, bleibt nach dem Film nichts im Gedächtnis, als unglaubhafte Szenen, Die US Soldaten werden entweder mal eben getötet oder sind alle Samt John Wayne Typen, die ab und an mal Zählen wieviele Tage sie noch dableiben müssen. Also wird das Neutrale durch ganz unterschwelligen Patriotismus gestärkt, denn es gibt wie gesagt nicht mal irgend einen Einblick auf die Gegenspieler. Also wenn man Neutral bleiben will und uns das Vorspielt, müsste man im Grunde uns auch die US Soldaten als Namenlose Typen ohne Geschichte zeigen.

Im Grunde ist „The Hurt Locker“ ein Netter Kleiner Film über Bomberentschärfer im Irakkrieg, Spannend Inszeniert aber weit Weg von einem Meisterwerk. Nach dem Film ist man vielleicht etwas schlauer über die Verschiedenen Formen von Bombenattentate und wie Einfach sie doch zum größten Teil zu Entschärfen sind, natürlich funktioniert das nicht immer und Unschuldige sterben, Soldaten Sterben. Doch all das lässt einen Kalt, weil man kaum Bezug zu den Personen aufbauen kann oder sie einfach zu Gesichtslos sind..

Natürlich ist der Job Hart und Lebensgefährlich und auch das sowas wirklich passiert ist Klar, aber der Film ist nicht geschaffen um zu Schocken, es ist einfach nur ein Actionthriller im Irak. Mehr nicht.

geschrieben am 25.07.2011 um 16:45

Das vierte Audio-Review und der vierte Stil. Diesmal geht's an ein positives Review eines Films, der mir gut gefallen hat. Etwas Kritik und ein paar Gags mussten aber natürlich auch sein.

Hier gehts zum Audio-Review:
http://mitarbeiter.dvd-forum.at/Zocki/FTB/ftb-thehurtlocker.mp3

Hervorragend gespieltes, toll inszeniertes Kriegs-Drama mit schwachem Ende.

geschrieben am 24.07.2011 um 22:48

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Wertung: 8/10 | Wertungen: 5 | Kritiken: 3

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