Zombie - Dawn of the Dead

  • Informationen zum Film
  • Zombie - Dawn of the Dead

  • Originaltitel:
    Dawn of the Dead
    Genre:
    Action, Thriller, Horror
    Produktionsländer:
    USA, Italien
    Produktionsjahr:
    1978
    Kinostart Deutschland:
    02.08.1979
    Kinostart USA:
    24.05.1979
  • Cast & Crew
  • Regie:
    George A. Romero
    Drehbuch:
    Dario Argento, George A. Romero
    Musik:
    Goblin, Agostino Marangolo, Fabio Pignatelli, Claudio Simonetti, Massimo Morante, Dario Argento
    Darsteller:
    Joseph Pilato, Taso N. Stavrakis, Tom Savini, Rudy Ricci, Ken Foree, David Emge, David Early, Scott H. Reiniger, Gaylen Ross, David Crawford, Richard France, Howard Smith, Daniel Dietrich, Fred Baker, James A. Baffico, Rod Stouffer, Jese Del Gre, Clayton McKinnon, John Rice, Randy Kovitz, Ted Bank, Patrick McCloskey, Marty Schiff, Tony Buba, Pasquale Buba, Joe Shelby, Nick Tallo, Butchie, Larry Vaira, Dave Hawkins
  • Inhalt
  • DAWN OF THE DEAD beginnt wie der Anfang vom Ende. Die Toten kommen zurück und fressen die Lebenden. Die Gesellschaft steht auf der Kippe, die Zombies entwickeln sich zur unaufhaltsamen Übermacht. Die Menschen können die Lage in den Städten kaum mehr kontrollieren. Inmitten dieses Chaos flüchtet sich eine kleine Gruppe Überlebender in ein Einkaufszentrum, welches sie sowohl für ihre persönlichen Bedürfnisse, als auch als Festung gegen die Untoten nutzen können. Ihre Situation spitzt sich dramatisch zu als sich eine Motorrad Gang mit Gewalt Zutritt zur Shopping-Mall verschafft. Während sich die beiden Gruppen in erbitterte Kämpfe verwickeln, wird die einst sichere Bastion der Menschen von den Untoten vollständig eingenommen...
  • Filmkritik
  • System Control: Steuerung - Alt - Entfernen -----
    DAWN OF THE DEAD ist eine konsequente Eskalation jenes Szenarios, welches Romero bereits in NIGHT OF THE LIVING DEAD entworfen hat. Scheint es im ersten Teil der Trilogie noch so, als ob die Menschen am Ende die Kontrolle wiedererlangen können, so ist bereits am Anfang von DAWN OF THE DEAD eines ganz klar - es ist Schluss mit lustig! Die lebenden Toten sind am besten Weg dazu die Überhand zu gewinnen, die gesellschaftlichen Strukturen, so wie wir sie kennen, stehen auf der Kippe. Die Apokalypse ist da und unsere sozialen Systeme brechen zusammen. Während Wissenschaftler in Talkshows diskutieren und das Militär die Lage verzweifelt unter Kontrolle zu bringen versucht, werden die Städte von Zombies überrannt und vereinnahmt. Gesellschaftliche und organisatorische Strukturen kannibalisieren sich selbst und deren klägliche Reste werden dann von den lebenden Toten zerfleischt. Und obwohl sich die Helden des Films zunächst im prall mit Waren gefüllten Einkaufszentrum einnisten, scheitern sie am Ende an ihren eigenen Schwächen. Der Kampf um die Besitzrechte an den Konsumgütern der Shopping-Mall dezimiert Freund und Feind in gleicher Weise, bis letztendlich die Zombies als einzige "Gewinner" des Szenarios dastehen. "Sie haben einen Vorteil - sie denken nicht." lässt ein Darsteller verlauten. Nach DAWN OF THE DEAD ist dieser Satz die ultimative Inschrift auf dem Grabstein der Menschheit... Trotz aller übersteigerter Blutszenen, trotz subversiver Satire und trotz Low Budget Horror - in diesem Punkt ist der Film so glaubhaft wie jede gute Dokumentation. "Wir haben es vermasselt." sagt Francine... und daran hat sich seit über 20 Jahren nichts geändert...

    Der ultimative Zombie Kultfilm -----
    Wenn das überstrapazierte Wort Kultfilm nur für einen einzigen Zombiefilm Gültigkeit haben darf, dann ist es ohne Zweifel George A. Romero's DAWN OF THE DEAD! Er ist und bleibt der ultimative Genreklassiker, quasi der CITZEN KANE des Zombiefilms! Kein anderer Zombiefilm taucht so oft in den Top 10 Listen von Horror- und Zombiefilmfans auf, kein anderer Filmtitel steht als alleiniges Synonym für ein gesamtes Genre, und kein anderer Zombiestreifen kann es auch nur annähernd mit der ungebrochenen und langjährigen Popularität von DAWN OF THE DEAD aufnehmen. Die Gründe dafür sind vielfältig: Für manche liegen sie ganz klar bei den äußerst blutigen, für die damalige Zeit revolutionären Splattereffekten des Films, andere wiederum spricht er als bitterböse Satire auf die Konsumgesellschaft an. Der Film funktioniert sowohl als kraftvoller und dynamischer Horrorfilm, als auch auf der Ebene eines apokalyptischen Endzeitmovies. DAWN OF THE DEAD ist aber ebenso ein filmhistorischer Meilenstein des in den späten 1970ern aufkeimenden Splattergenres. Natürlich gab es Splatterfilme schon weitaus früher, man denke z.B. an die expliziten Blutopern von Herschell Gordon Lewis (BLOOD FEAST 1963, 2000 MANIACS 1964). Diese, typischer Weise billigst produzierten, B-Movies waren bislang eher einer kleinen, aber eingeschworenen Fangemeinde bekannt und ihre Reichweite eher auf obskure Drive-In Kinos und gelegentliche Midnight Screenings begrenzt. Weitab vom Hollywood Mainstream brodelte es jedoch in den "Giftküchen" junger Regisseure. Schnell und billig heruntergekurbelte Horrorfilme lagen absolut im Trend und die ersten wirklichen Highlights bereits auf dem Tisch (z.B. Tobe Hooper's THE TEXAS CHAINSAW MASSACRE 1974, David Cronenberg's SHIVERS 1975, Wes Craven's THE HILLS HAVE EYES 1977 und John Carpenter's HALLOWEEN 1978). All diese Filme sind selbst zu Klassikern des Horrorgenres geworden, DAWN OF THE DEAD setzte mit seiner direkten und unverblümt blutigen Gewaltdarstellung noch eins drauf und wurde damit zur Benchmark im amerikanischen Horror- / Splatterfilm. Er war exakt jener punktuelle Brückenschlag vom "alten" B-Movie Horror für Genreinsider zum großen Splatter-Spektakel der Neuzeit, welches nicht nur die Grenzen des Darstellbaren gehörig relativierte, sondern damit auch ein Publikum erreichen konnnte welches weit über Insiderkreise hinausreichte. Ganz nebenbei gelang Romero mit DAWN OF THE DEAD das Genre des Zombiefilms zu revolutionieren und ihm für alle Zeiten seinen unverkennbaren Stempel aufzudrücken. Bereits kurz nach der Veröffentlichung des Films löste DAWN OF THE DEAD weltweit eine regelrechte Welle an Zombiefilmen aus, die noch weit in die 1980er Jahre hineinreichte. Selbst heute noch referenzieren, zitieren und verbeugen sich Zombiefilme wie SHAUN OF THE DEAD oder 28 DAYS LATER vor Romero's Klassiker, welcher im Jahre 2004 von Zack Snyder wiederverfilmt wurde. All das macht DAWN OF THE DEAD zu einem der einflussreichsten und wichtigsten Zombiefilme aller Zeiten. NIGHT OF THE LIVING DEAD war die Geburtsstunde des modernen Zombiefilms, DAWN OF THE DEAD sein unüberhörbarer Startschuss...

    "This is real horror guys!" (George A. Romero) -----
    Was macht DAWN OF THE DEAD sonst noch zu dem Klassiker, der er ist? War er lediglich zur richtigen Zeit auf der richtigen Leinwand, oder steckt da mehr dahinter? Wie bereits erwähnt funktioniert der Film auf vielen verschiedenen Ebenen. Horror- und Splatterfans sticht natürlich zunächst mal die explizite Darstellung von Kopfschüssen, Bißwunden und Gedärmen ins Auge, die der Film in hohem Maße beinhaltet. Einerseits haben Hardcore-Horrorfans unserer Zeit natürlich schon weitaus blutigere Filme gesehen, andererseits bietet DAWN OF THE DEAD immer noch weitaus mehr Splatter als die zahnlosen und oft blutleeren Zombiefilme der letzten Jahre. DAWN OF THE DEAD degradiert RESIDENT EVIL zur harmlosen Gute-Nacht-Geschichte für Kinder, verweist 28 DAYS LATER ganz klar auf die Plätze und überflügelt sein eigenes Remake (DAWN OF THE DEAD 2004) trotz "unrated" Director's Cut bei weitem. Es ist eben nicht alles Blut was tropft und die Tatsache, dass sich amerikanische Mainstream Studios den einst subversiven Splatterfilm einverleibt haben ist auch nicht wirklich förderlich für dieses Genre... DAWN OF THE DEAD profitiert ganz eindeutig von den Freiheiten, die Regisseur Romero für sich in Anspruch nehmen konnte. Als Independent Film, welcher noch dazu ohne Altersfreigabe ("unrated") in den Kinos anlief, musste er sich keine Gedanken über Schnittauflagen, Test-Screenings und bornierte Studio-Executives machen. Ein Faktor, der maßgeblichen Einfluss auf die Intensität, Direktheit und inhaltliche Ausrichtung des Films hatte. Mut kann man sich eben doch nicht kaufen...

    Fazit: Wie auch immer man als Zombiefan zu DAWN OF THE DEAD stehen mag. Welche Schwächen und Stärken man mitunter, ob seiner durch das Budget beschränkten technischen Machart ortet, welches Ge- oder Mißfallen er im Sinne des persönlichen Geschmacks auch hervorrufen mag... Eins ist jedenfalls fix: Man muss ihn als Genrefan gesehen haben. Daran führt einfach kein Weg vorbei!
  • Wertu
  • Story
    5,0
    Musik:
    3,5
    Unterhaltung:
    4,5
    Anspruch:
    4,0
    Spannung:
    4,0
    Darsteller:
    4,0
    Gesamt:
    5,0
    Verfasst von:
    eXistenZ

Kommentare

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Inhalt: Eine unbekannte Seuche ist auf der ganzen Welt ausgebrochen. Die Wissenschaftler können nur Vermutungen anstellen und behaupten, der kürzlich auf die Erde abgestürzte Meteorit hätte die Erreger mitgebracht. Jedenfalls stehen die Toten wieder auf und versuchen die noch wenigen Lebenden zu fressen. Die beiden Polizisten Roger und Peter treffen sich nach einem Spezialeinsatz mit ihren Freunden Stephen und Francine, die zusammen einen Hubschrauber der örtlichen Sendeanstalt klauen. Nachdem die Vier lange Zeit über das überall schon verwüstete Land fliegen, entdecken sie ein riesiges in sich abgeriegeltes Einkaufszentrum. Sie landen auf dem Dach und verriegeln den ganzen Komplex, nachdem sie alle Zombies innerhalb der Geschäfte eliminiert haben. Jetzt haben sie sich praktisch ein Paradies geschaffen, in dem es an nichts fehlt…


Kritik: Bis zum heutigen Tag noch immer mein absoluter Lieblings-Zombiefilm! George A. Romero hat mit „Dawn of the Dead“ ein unsterbliches Meisterwerk geschaffen, das mich auch heute noch fasziniert und in seinen Bann zieht. In diesem Film stimmt einfach alles und es gibt in meinen Augen keinen Schwachpunkt. Egal ob Atmosphäre, Spannung, Härte, F/X, Musik oder was auch immer, alles ist zu 100% gelungen. Man darf nie vergessen, das der Film aus dem Jahr 1978 ist, wo die technischen Möglichkeiten (Computer) noch nicht so fortgeschritten waren wie heute. Ein Glück sage ich da nur, denn dadurch darf man die brillianten F/X vom Großmeister Tom Savini bestaunen! Ich weiß nicht mehr, wann ich dieses Meisterwerk zum ersten Mal gesehen habe, ich weiß aber, daß ich den Film seit damals liebe!

Die sensationellen F/X von Tom Savini sind auch nach heutigem Maßstab der Hammer. Die Headshots sind einsame klasse, die Bisse der Zombies sehr realistisch und die Freßszenen noch immer absolut sehenswert. Gerade die sehr zahlreichen Headshots und auch die anderen Einschüsse, finde ich weltklasse! Einzig die recht einseitigen und etwas spartanischen Masken der Zombies kann man als kleinen Kritikpunkt anbringen. Durch die große Masse in der die Zombies auftreten, wäre mit einer aufwändigen Maske wohl das Budget von George A. Romero sehr schnell erschöpft gewesen und der Film hätte vielleicht nicht diesen Kultstatus erreicht.

Was nach meiner Meinung ganz besonders zum Erfolg von „Dawn of the Dead“ beigetragen hat, ist die fantastische Atmosphäre. Alle Bausteine passen hervorragend zusammen. Die Musik von „Goblin“ ist z.B. wirklich unheimlich und verleiht dem Film einen ganz besonderen Touch. Es sind aber auch die Kleinigkeiten, die einfach sehr stimmig sind. Die unzähligen Statisten, die als Zombies durch die Gegend wanken, verpassen ihrem untoten Alter Ego durch sehr passende Mimik, Gestik und dem ganzen drumherum, ein sehr glaubwürdiges Auftreten. Auch die Geräuschkulisse passt herrlich zum Gesamtbild. Da ich persönlich ein Fan der Langfassung mit fast 156 Minuten bin, kann ich selbst bei dieser Fassung keine Längen feststellen und finde jede Minute spannend und einfach genial.

„Typisch für seine Filme ist, dass sie bewusst die in den USA herrschende gesellschaftliche Situation ihrer jeweiligen Entstehungszeit spiegeln und einen politischen Subtext aufweisen, der bestimmte Missstände kritisiert.“ (Quelle: Wikipedia)
Auf diese Gesellschaftskritik möchte ich nicht näher eingehen, da ich der Meinung bin, daß sie für uns Europäer eher nebensächlich ist. Für Personen, die sich etwas in der amerikanischen Gesellschaft auskennen, (wozu ich mich zähle) ist diese Gesellschaftskritik zwar deutlich sichtbar, spielt jedoch nur eine untergeordnete Rolle beim Filmgenuss.

Von den Schauspielern hat mir, damals wie heute, Ken Foree ausgesprochen gut gefallen. Er spielt die Rolle des Peter nach meiner Meinung perfekt und absolut authentisch. Sehr gut passt auch die deutsche Synchronstimme zu ihm! Von allen Hauptdarstellern ist er auch der einzige, der nach „Dawn of the Dead“ noch halbwegs als Schauspieler erfolgreich war (zumindest was Kino und TV betrifft).

Zehn lange Jahre nach „Night of the living Dead“ kam 1978 endlich „Dawn of the Dead“ auf den Markt, der eine Welle von Zombiefilmen auslöste, die bis etwa mitte der 1980er Jahre andauerte. Mittlerweile umfasst die „...of the Dead“ Reihe sechs Teile. Aus meiner Sicht kann von den Nachfolgern nur „Land of the Dead“ überzeugen, den ich für einen der besten Zombiefilme aller Zeiten halte!


Bewertung: Diesen Film muß man einfach gesehen haben! Ein Meisterwerk von George A. Romero, dem „Godfather of all Zombies“. Kein anderer Zombiefilm ist so stimmig und perfekt in Szene gesetzt wie „Dawn of the Dead“. Es passt einfach alles perfekt zusammen. Besonders die Horror-Fans meiner Generation wissen wovon ich rede. Für die Generation „SAW“ ist der Film aber auch ein absoluter Leckerbissen!

11/10 Punkte

geschrieben am 30.10.2011 um 16:56

George A. Romero ist zweifelsohne eine der bedeutendsten Figuren des Genres. Neben Carpenter, Hitchcock, Craven & Co. hat der den Horrorfilm wohl am stärksten beeinflußt und mit seinen Filmen einen Kult geschaffen der bis unzählige Male kopiert wurde. Der Zombiefilm ist quasi durch ihn 1968 mit "Night of the living Dead" entstanden - diesen habe ich vor wenigen Jahren sehen dürfen und auch wenn es anfangs gewöhnungsbedürfig war einen älteren Zombiestreifen mit den damals vorhandenen Mitteln zu sehen ist es umso beachtlicher was man damit geschafft hat - sehr atmosphärisch. Demnach musste ich auch den fast noch beliebteren DAWN OF THE DEAD unbedingt sehen, doch unwissend wie ich's damals war erwischte ich den Final Cut mit einer Länge von sage und schreibe 156 Minuten. Selten habe ich einen Film gesehen der sich in diesem Ausmaß in die Länge gezogen hat, ein riesiger Kaugummi. Die Effekte haben mir damals nicht gefallen, doch in den letzten Jahren hat sich mein Filmverständnis doch betrachtlich erweitert, sodass ich darin kein Problem sehe. Allerdings hoffe ich, dass dieser Theatrical Cut mich besser unterhält...

Mit 127 Minuten ist auch die Kinofassung durchaus lange, umso größer war die Überraschung gleich zu Beginn - eine ruhige Einleitung um auf die Geschehnisse zu verweisen gibt es nicht, man steigt quasi mittendrin ein. Die Zombies sind bereits drauf und dran sich durch die Gesellschaft zu knabbern und diese versucht mit reichlich Munition dagegen zu halten. Der Einstieg ist temporeicher als gedacht und könnte schon fast als Actioner mit Goreszenen durchgehen - das hätte ich wirklich nicht erwartet.

Das durchaus unterhaltende Remake von Zack Snyder habe ich gesehen, daer werde ich hier und da sicher Vergleiche zwischen den Filmen ziehen. Der erste muss ziemlich schnell her: Wie ist man ins Einkaufszentrum gekommen (das ja den Hauptschauplatz darstellt)? In Snyders Neuverfilmung stößt eine Truppe auf die andere die sich anschließend im Einkaufszentrum verschanzen, lediglich eine kurze Aufnahme aus der Luft soll hier zusätzlich explosive Action bieten. Romero hingegen schuf in dieser Phase des Films weit mehr. Die Protagonisten selbst sind es die im Helikopter nach einem möglichen Unterschlupf suchen, daher schenkt man diesen Aufnahmen auch weit mehr Screentime. Die Ausbreitung der Infizierten wird hier einfach erschütternder und deutlicher vor Augen geführt und schafft wirklich das Gefühl, dass die ganze Welt davon betroffen ist - bei Snyder ist davon nichts zu spüren.

Nachdem man noch die ein oder andere Horde Untoter beseitigt hat nimmt man sich Zeit für die Charaktere und deren Entwicklung. Hier lässt man ein wenig Ruhe in den Film einkehren, für mich fast schon etwas zu viel. Einerseits soll es natürlich nicht als Nachteil gesehen werden wenn man sich den Figuren widmet, doch andererseits wird der Film dadurch doch recht stark gebremst. Nach wie vor gibt es immer wieder Momente voll Spannung oder Szenen die einfach Spaß machen, die meist von einer unpassend aber doch passend heiteren Musik begleitet werden. Leider konnten mich die ruhigen Stellen dazwischen nicht ganz so gut unterhalten, denn auch wenn diese absolut notwendig sind - kurz bevor ich auf "Leerlauf" stellte konnte sich der Film immer gerade noch retten. Das soll jetzt nicht das Bild vermitteln DAWN OF THE DEAD wäre großflächig langweilig, jedoch wird mir der Film des Öfteren einfach etwas zu langsam. Die ruhigen Passagen sind inhaltlich von Bedeutung und sorgen auch für eine gewisse Balance im Film, für meinen Geschmack sind diese aber einfach zu "schwer" - sie sind trotz der Storyelemente die Potential dafür bieten nicht so intensiv wie sie sein könnten und ziehen sich daher ein wenig.

Gegen Ende kommt der Film - wie nicht anders zu erwarten - nochmal richtig in Fahrt. In den letzten gut 30 Minuten geht es Schlag auf Schlag, wieder ein toller Mix aus Action und Horror wie man ihn zu Beginn des Films gesehen hat. Es wird mit dem Motorrad durch's Einkaufszentrum geflitzt, mit Macheten Köpfe geteilt, mit einem Vorschlaghammer auf Zombies eingedroschen und auch die Schussopfer häufen sich gewaltig. Auch die Spannung steigt hier wieder, denn den Kampf um's Überleben bekommt auch der Zuseher zu spüren. Freut man sich bei Snyder's Version schon auf die nächste Metzeleinlage, so fürchtet man hier tatsächlich um das Leben der Hauptpersonen (was natürlich nicht ausschließt, dass man sich auf die "Action" ebenso freut).

Mein erster Eindruck von DAWN OF THE DEAD den ich durch die schlechteste Fassung - den Final Cut von Astro - bekam konnte mit dem Theatrical Cut widerlegt werden. Ich bin wirklich froh den Film nun in dieser Fassung gesehen zu haben, denn er ist wirklich so gut wie man ihm nachsagt. Natürlich, er sieht nicht so gut aus wie sein Remake (keine Überraschung) und die Effekte wie z.B. der Make Up-Einsatz war gewöhnungsbedürftig, doch im Vergleich zu Snyder's Version bekommt man hier nicht Hochglanzgore präsentiert (was weiß Gott nichts Schlechtes sein muss), sondern atmosphärischen Horror mit einer ordentlichen Portion Action. Wenn man beim Remake hofft, dass der Nächste so spektakulär wie nur möglich draufgeht, kämpft man hier mit den Charakteren um ihr Überleben - das würde ich als größten Unterschied zwischen den beiden Filmen sehen. Atmosphärischer Action-Horror mit einer heiteren Note - hätte ich mir nicht erwartet, hat mir aber wirklich gefallen.

8/10 blaue Zombies

geschrieben am 20.08.2011 um 03:28

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ø Wertung: 8,7/10 | Wertungen: 23 | Kritiken: 2