Brüno

  • Informationen zum Film
  • Brüno

  • Originaltitel:
    Brüno
    Genre:
    Komödie
    Produktionsland:
    USA
    Produktionsjahr:
    2009
    Kinostart Österreich:
    10.07.2009
    Kinostart Deutschland:
    09.07.2009
    Kinostart USA:
    10.07.2009
    Verleiher Österreich:
    Universal Pictures International
    Verleiher Deutschland:
    Universal Pictures International
  • Cast & Crew
  • Regie:
    Jeff Schaffer, Larry Charles
    Drehbuch:
    Larry Charles, Anthony Hines, Dan Mazer, Peter Baynham, Jeff Schaffer, Sacha Baron Cohen
    Musik:
    Bono, Erran Baron Cohen
    Darsteller:
    Miguel Sandoval, Thomas Rosales Jr., Paula Abdul, Harrison Ford, Snoop Dogg, Gustaf Hammarsten, Sacha Baron Cohen, Elton John, Slash, Josh Meyers, Sting, Hugh B. Holub, Gilbert Rosales, Todd Christian Hunter, Clifford Bañagale, Chibundu Orukwowu, Chigozie Orukwowu, Toby Hoguin, Robert Huerta, Marco Xavier, Chris Martin, Domiziano Arcangeli, Jeff Ballard, Richard Bey, Brittny Gastineau, John Grant Gordon, David Hill, Michelle McLaren, Ron Paul, Bono
  • Inhalt
  • Nach einem verheerenden Missgeschick wird der homosexuelle, österreichische Modejournalist Brüno einfach seines Metiers verwiesen. Auf keiner Veranstaltung der europäischen Modeszene ist er mehr erwünscht. Doch die Unglückszeit ist vorbei. Neu motiviert stürmt er in die Vereinigten Staaten, um berühmt zu werden! Und für dieses Ziel tritt er über Leichen. Egal, ob Interviews mit zweitklassigen Schauspielern, ob Adoption eines afrikanischen Babys oder auch Heterosexualitätscoaching in einer puritanischen Kirche – irgendwie wird er schon dieses hoch gesteckte Ziel erreichen ...
  • Filmkritik
  • Great Britain has got one. Kazakhstan has got one. And now, Austria has got one too.


    Der britische Schockkomödiant Sacha Baron Cohen hat in den letzten Jahren durch seine Leinwandauftritte mehr Aufsehen erregt als jeder Andere seines Metiers. Sein neuester Streich, in dem er ein absolutes Novum seines Persona-Schrankes enthüllt, wird nun wie eine Atombombe in Österreich einschlagen. Bühne frei für Brüno!

    Sacha Baron Cohen hat damals mit seiner Rolle Ali G. ein prägnantes Loch in das britische Kulturwesen gebrannt. Mit seiner aufdringlichen Art legte jener Schocker sowohl in seiner Fernsehshow als auch den unterschiedlichen Verfilmungen jedes penibel verdeckte Geheimnis einer versnobten Gesellschaft frei. Mit Borat: Cultural Learnings of America for Make Benefit Nation of Kazakhstan riss Cohen das homogene Gebilde der amerikanischen Kultur auseinander, die allerlei Blödsinn verzapft. Ein Riesenhit war die Folge. Nachdem Ali G. – sowohl die Direct-2-Video-Produktionen als auch die Kinoversion – einen relativen Erfolg hatte, konnte Cohen sich mit Borat in einer völlig neuen Dimension profilieren. Kritiker empfanden dieses exzentrische Produkt der Ambush Interview-Technik als ein wunderbares Novum für die heutige Kinolandschaft. Provokant bis zur letzten Minute, unvergesslich in seiner Provokation. Und genau in diese Kerbe will Cohen nun mit seinem neusten Werk Brüno schlagen. Eines vorweg, ihm gelang es – und noch viel mehr. Doch zunächst zu jener Schwäche, die sich in seinen vorigen Werken einschlich. Die Dramaturgie natürlich. In seinem ersten Leinwandauftritt, in dem nur selten jene scharfe ironische Raffinesse seiner letzten Kinoabenteuer zu Tage trat, wurden die wenigen klugen Witze noch dazu von einer überkonstruierten Dramaturgie von ihrem letzten Fünkchen Charme entkleidet. Demgegenüber der weitaus radikalere Hieb Borat, der mit seiner skurrilen Art jegliche Ketten der republikanischen Gesinnung zersprengt. Doch gleichzeitig zerreißt er hierbei ebenso die Stufen einer fein justierten dramatischen Treppe. Und nun Brüno: Weder zu sehr konstruiert noch irgendwo im Nirgendwo. Dem Regisseur Larry Charles und seinem Hauptdarsteller, Drehbuchautor und Zugpferd Sacha Baron Cohen gelingen mit Brüno ein wohl ausbalanciertes Werk, das in perfekter Weise den grotesken Humor noch verfeinert. Alle Handlungsstränge, jede kleinste Bewegung der Geschichte ist auf das Genaueste hin zu einem der besten Finalen seit langem getrimmt. In dem ganzen Chaos, welches Brüno in der gesamten Welt hinterlässt, läuft der Handlungsbogen nicht nur so fein wie ein Schweizer Uhrwerk ab, sondern kann sogar die Feinmotorik einer rosaroten, österreichischen Kuckucksuhr übertreffen.

    Doch nun zu jenem, das in dem Interesse des Großteils des Publikums liegt: Der Humor. Die Meisten werden sich nach dem überaus amüsanten Borat fragen, ob Cohen wirklich noch eines drauf legen könnte – oder ob er nur eine „Eintagsfliege“ wäre, die ihr Verfallsdatum schon längst überschritten hätte. Der Charakter des homosexuellen, österreichischen Modereporters, der nur von dem Weltruhm träumt, ist vielleicht in manchen Belangen sogar noch gelungener als seine bisherigen Personae. Jedoch den wirklich großen Vergleich zwischen Borat und Brüno kann man eigentlich gar nicht anstellen. Beide sind zum Leben erwachte Stereotypen, die sich perfekt in das Weltbild der amerikanischen Gesellschaft einschreiben lassen. Ein „Besser“ oder „Schlechter“ kann man nicht wirklich festmachen – nur ein „Anders“ kann deklariert werden. Und die beeindruckende Leistung ist, dass Sacha Baron Cohen gerade dieses „Anders“ in vollsten Zügen genießt. Ohne mit der Wimper zu zucken schlüpft der geniale Schauspieler von einer Figur in die Nächste und kann beide Rollen in einer unglaublichen Präzision dem Zuschauer zur Schau stellen. Da sich der Skandalkomiker weiterhin die amerikanische Gesellschaft, auf sehr ähnliche Weise wie in seinem vorangegangen Film, auf dem Arm nimmt, ist jenes sicher: Brüno ist einfach nur unglaublich komisch. Keine erst-, zweit- oder auch dirttklassige Prominenz ist vor dem Schlächter der guten Sitten zu retten. Er legt in brutalster Manier zugleich jene latente Homophobie einer puritanischen Nation und auch die verzweifelte Sucht nach Ruhm frei. Natürlich kann man dem Werk gewisse Abnutzungserscheinungen bei dem vierten oder fünften Mal Sehen vorwerfen, doch bis man diesen Zeitpunkt erreicht hat, wird man sich noch köstlichst amüsieren können. Sacha Baron Cohen hat eigentlich mit Borat und Brüno ein völlig neuartiges Level der Ambush Interview-Technik erreicht. Er tritt nicht mehr Leuten auf die Füße. Das wäre ihm viel zu plump. Vielmehr tänzelt er galant auf diesen mit unglaublich boshafter Freude herum, dreht sich in einer gekonnten Pirouette und landet schadenfroh mitten in die Weichteile einer ganzen Nation. Wir wollen mehr.

    Fazit:
    Provokant, politisch und saukomisch. Mit Brüno hält uns der geniale, britische Skandalkomiker Sacha Baron Cohen im wortwörtlichen Sinne seinen Penis ins Gesicht und lässt uns dabei am Boden Tränen lachend kullern. Mit Aktionen, die ihresgleichen suchen, überflügelt Cohen in vielen Szenen salopp den äußerst provokanten Borat, um ein neues Level der Unterhaltung zu erreichen. So bleibt mir nur zu sagen: Brüno ist süper!
  • Wertu
  • Story
    3,0
    Musik:
    3,5
    Unterhaltung:
    4,5
    Anspruch:
    3,5
    Spannung:
    3,0
    Darsteller:
    4,5
    Gesamt:
    4,0
    Verfasst von:
    Sebastian Klausner

Kommentare

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Userkritiken

User Kritiken

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Kritik: Der schwule Österreicher Brüno dürfte Fans der Ali G Show bestens bekannt sein. Sacha Baron Cohen stellt den Moderator der Show Funkyzeit dar (die wichtigste Fernsehshow in deutschsprachigen Ländern..abgesehen von Deutschland), der seinen Interviewpartnern peinliche Aussagen entlockt. Oft widersprechen sie sich selber, machen strunzdumme Aussagen oder entpuppen sich als homophob. Im Gegensatz zu Borat fand ich Brüno auch in der Ali G Show nicht besonders lustig, lachen konnte ich immer, aber so der richtige Kracher war nie dabei. Im Film dagegen, gab es so manche Szene bei der ich herzhaft lachen musste (Stichwort: Medium und Milli Vanilli), jedoch waren dies keine Szenen aus den Interviews. Aber das ist meiner Meinung nach auch nicht unbedingt das Ziel, sondern dass man den Kopf schüttelt und sich fragt, ob die Menschen wirklich so dämlich sind, oder ob sie nur nicht richtig zuhören. Manche Szenen sind jedoch zu provokant, wirken gewollt und ich kann mir nicht vorstellen, dass die Szenen kein Drehbuch hatten (Stichwort: Baby-Casting). Untern Strich auch sehr unterhaltsam, aber nicht so gut wie Borat.

Fazit: Ein paar ordentliche Lacher sind zwar garantiert, aber man muss schon eine hohe Schmerzgrenze haben um diesen Film genießen zu können^^

6/10

geschrieben am 14.09.2011 um 19:58

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ø Wertung: 6,4/10 | Wertungen: 7 | Kritiken: 1