Während einem längeren Aufenthalt in der Psychiatrie erzählt Anna Rydell ( Emily Browning ) dem Arzt einen immer wiederkehrenden Traum. Zehn lange Monate musste sie das dramatische Erlebnis, indem ihre kranke Mutter ums Leben kam, verarbeiten. Als der Doktor eine fortschreitende Genesung erkennt, schickt er Anna wieder in die Obhut des Vaters Steven ( David Strathairn ), der sie mit viel Freude von der Anstalt nach Hause bringt. Das wunderschöne Anwesen, jenes direkt am Meer liegt, wird auch von Rachel ( Elisabeth Banks ) bewohnt. Annas ehemalige Nanny ist mittlerweile zur Verlobten des Vaters avanciert. Mit dieser neuen Erkenntnis kann Anna sich gar nicht anfreunden. Sie vermutet, dass die attraktive Blondine sogar mit dem Tod ihrer geliebten Mutter in direkter Verbindung steht. Auch Alex, die ältere Schwester der wieder Genesenen, steht dem Treiben der neuen Frau an Papas Seite sehr skeptisch gegenüber. Gemeinsam versuchen sie der mysteriösen Rachel auf die Spur zu kommen, und beginnen im Internet zu recherchieren. Als diese das Mistrauen der beiden wahrnimmt, versucht sie den Mädchen mit Drohungen entgegenzutreten. Auch eigenartige und gespenstische Geräusche sind ab sofort zu vernehmen. Als Matt, Annas ehemaliger Freund, sein Schweigen brechen und alles erzählen will was er in jener dramatischen Nacht gesehen hat, nimmt die Handlung eine tragische Wendung …
Amerikanische Remakes von asiatischen Originalen liegen wohl voll im Trend. Daher war es unerlässlich, auch Ji - Woon Kims TALE OF TWO SISTERS ( 2003 ) im neuen Gewand zu präsentieren. Das koreanische Produkt, jenes eher als Drama funktioniert, wird wegen dem charismatischen Stil des Filmemachers, unter Liebhaber der fernöstlichen Filmkunst, zu einem Klassiker seines gleichen gezählt. Und da momentan alles was in Asien gelang, auch für Hollywood als Neubearbeitung herhalten muss war abzusehen, dass JANGHWA, HONGRYEON ( koreanischer Originaltitel ) als Remake im neuen Glanze erstrahlen wird.
Man könnte glauben, dass es sich die Regisseure Charles und Thomas Guard für ihr gemeinsames Filmdebüt leicht machen würden. Schließlich gibt es den Film schon einmal. Und ein Wiederholen stellt man sich einfacher vor als das Inszenieren von neuem Material. Aber dieser Irrtum könnte sich als tödlich erweisen. Denn gerade TALE OF TWO SISTER wurde ausschließlich wegen dem Ausnahmetalent Ji Woon Kim zum ausgezeichneten Werk. Durch seine Handhabe bekam die Produktion aus dem Jahre 2003 diese enorme Ausstrahlung mitsamt einem bedrohenden Flair. Die Geschichte an und für sich ist wenig spektakulär, sieht man vom überraschenden Ende ab. Und einen zweistündigen Aufbau interessant zu gestalten, dabei den Spannungsbogen aufrecht zu erhalten, und noch dem Original gerecht zu werden ? Das kann fürchterlich ins Auge gehen. Erfahrungen konnten die beiden Neulinge bislang nur bei wenigen Kurzfilmen sammeln. So erweist sich der geglaubte leichte erste Schritt womöglich zum Letzten ?
Erstaunlicher Weise schaffen es Charles und Thomas Guard, trotz aller Skepsis, mit dem Remake zu THE UNINVITED ein beachtliches Erstlingswerk hinzulegen. Klar kommen sie qualitativ nicht ganz an das koreanische Original heran. Aber immerhin gelang es, durch solides Handwerk, ein ansehnliches Endprodukt zu liefern. Die Geschichte wird auf eine Weise erzählt, dass nie Langeweile aufkommen kann. Durch Straffung des Gesamten, die Spieldauer beträgt nur mehr knapp neunzig Minuten, wirkt punktuell der Film bei Zeiten sogar spannender als die Vorlage. Und das Finale, vorausgesetzt der Zuseher kennt es noch nicht, wird erstaunlich für jene und gekonnt für die bereits Wissenden, umgesetzt. THE UNINVITED schafft es durchaus zum eigenständigen Film, und die bösen und negativen Vorahnungen entpuppen sich als unbegründet.
Auch die Darsteller schlagen sich tapfer und passen einwandfrei ins Szenario. Vor allem überzeugt Emily Browning als Anna, die als eingeschüchtertes Mädchen, und wegen der schrecklichen Erlebnisse, einen annähernd gestörten Charakter spielt. Üben konnte die 21jährige Australierin schon des Öfteren. Schließlich war sie bereits in genreähnlichen Werke wie zum Beispiel GHOST SHIP ( 2002 ), DARKNESS FALLS ( 2003 ) oder LEMONY SNICKET ( 2004 ) als Protagonistin mit von der Partie. Auch Elisabeth Banks, als böse Nanny, verkörpert ihre Rolle absolut glaubhaft. Die 1974 in Massachusetts geborene Amerikanerin ist fixer Bestandteil der SPIDERMAN Reihe und darf in ihrer beachtlichen Filmographie noch auf Werke wie OLIVER STONE`S “ W “, ROLE MODELS, THE 40 YEAR OLD VIRGIN oder SLITHER verweisen. Als männlicher Part, dem im Gegensatz der weiblichen Riege nur ein unterstützender Charakter zugeordnet wurde, mimt David Strathairn Annas Vater. Sein bislanges Schaffen umfasst 100 Filme aller Art, und darf vor allem wegen seinem Facettenreichtum gelobt werden. Auch in THE UNINVITED ist der 60jährige Kalifornier als ein positiver Aspekt des Gesamten anzusehen.
Fazit:
Trotz allem Mistrauen im Vorfeld schafft THE UNVITED viele Vorurteile aus dem Weg zu räumen und überzeugt auf weiten Strecken als durchaus sehbarer Thriller. Natürlich besitzt er nicht jenes Charisma, welches dem Original zugeordnet werden kann. Aber immerhin schlägt er sich angesichts zweier kompletten Neulingen auf dem Regiestuhl mehr als nur tapfer. THE UNINVITED muss unbedingt als ein Besseres, der sonst so üblichen Remakes bezeichnet werden.
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