Während in einem Genfer Laboratorium hochexplosive Antimaterie gestohlen, und ein angesehener Wissenschaftler ermordet und mit Brandmalen versehen wurde, stirbt in Rom der Papst. Kardinäle aus aller Welt treffen ein, um den neuen Pontifex Maximus zu wählen. Die Bevölkerung wartet gespannt auf die viel sagenden Rauchzeichen aus dem Vatikan. Als der amerikanische Wissenschaftler Robert Langdon ( Tom Hanks ) von den Vorfällen aus Europa erfährt, reist er umgehend nach Rom. Kaum angekommen und mit den Ereignissen konfrontiert, steht für ihn fest, dass die einflussreichste Untergrundbewegung der Historie, eine archaische und verschwörerische Verbindung namens ILLUMINATI wieder zum Leben erweckt wurde. Da die ILLUMINATI`s der verdammte Kontrahent der katholischen Kirche ist, besteht für Langdon kein Zweifel, dass die abgekommene Materie im direkten Zusammenhang mit den Vorfällen im Vatikan steht. Nach weiteren Untersuchungen, für die er eine italienische CERN Wissenschaftlerin namens Vittoria Vetra ( Ayalet Zurer ) zur Verfügung gestellt bekommt, wird ihm klar, dass die Lösung in einem geheimnisvollen ILLUMINATI Pfad, den es erst zu entschlüsseln gilt, zu finden ist. Mittlerweile sind vier Kardinäle wie von der Bildfläche verschwunden. Und der Entführer droht per Telefon, sie stündlich zu exekutieren. Außerdem soll zu Mitternacht die Antimaterie freigelassen, und jenes Batterie geladenes Behältnis, deaktiviert werden. Der Urknall steht kurz bevor, sollte Robert Langdon nicht zeitgerecht auf die Rätsels Lösung kommen.
ILLUMINATI = lat. DIE ERLEUCHTETEN = ORDEN DES FREIEN GEISTES
Vorerst konzentrierte sich Regisseur Ron Howard auf Filme die im komödiantischen Bereich angesiedelt sind. NIGHT SHIFT ( 1982 ), SPLASH ( 1984 ), COCOON ( 1985 ) oder WILLOW ( 1988 ) sind nur einige Stationen in seiner Filmographie aus den 80ern. Aber schon kurze Zeit später fand wohl ein Umdenken statt, denn schon 1991 entdeckte mit BACKDRAFT die erste Nichtkomödie den Weg auf die Kinoleinwand. Weitere genreunterschiedliche Filme wie FAR AND AWAY ( 1992 ), APOLLO 13 ( 1995 ) oder KOPFGELD ( 1996 ) sollten folgen, bis um die Jahrtausendwende sein bislang wohl bester Unterhaltungsfilm DER GRINCH veröffentlicht wurde. Nur ein Jahr danach kam A BEAUTIFUL MIND ( 2001 ) in die Kinos. Er räumte unter Anderem vier Oscars ab, und zählt seitdem zum größten Erfolg des Filmemachers. 2006 nahm sich Ron Howard zum ersten Mal einer Novelle Dan Browns an und THE DA VINCI CODE mit Tom Hanks in der Hauptrolle wurde geboren. Der 125 Millionen Dollar Streifen wurde zum finanziell größten Erfolg und spielte weltweit über 758 Millionen Dollar ein. Nun geht mit ILLUMINATI ein weiterer Dan Brown Roman an den Start, und die Erwartungshaltung ist wohl angesichts des Vorgängers enorm.
IT IS ON THIS NIGHT IN VATICAN CITY
Dabei ist Dan Browns Novelle ANGELS & DEMONS, so der Originaltitel, chronologisch vor THE DA VINCI CODE angesiedelt. Da aber bis auf die Hauptfigur Robert Langdon alle ihm zur Seite gestandenen Darsteller ausgewechselt, und der Schauplatz nicht mehr in charismatischen Paris, sondern im kirchlichen Rom angesiedelt wurde, ist der Umstand der falschen Reihenfolge kein dramatischer. Dan Browns Rezept in seinen Geschichten ist immer das Gleiche. Er stützt sich inhaltlich des Öfteren auf reale Fakten und untermauert diese mit einer fiktiven Geschichte. Dadurch wirken seine Romane geheimnisvoll und trotzdem zumeist sachlich. War THE DA VINCI CODE dahingehend noch etwas umfangreicher, und möglicherweise mystischer, so wird in ILLUMINATI wesentlich mehr aufs Tempo gedrückt. So manche kritische Stimme fand, dass einige langatmige Dialogszenen in Teil eins etwas die Qualität minderte. Nun, jener wird in ILLUMINATI besänftigt. Denn bis auf den Aufbau, für den der Filmemacher wieder viel Zeit in Anspruch nahm, ist die Story simpler und rascher voran zu bringen. Die diesmalige Schnitzeljagd benötigt keine Tage und Wochen um an ein Ziel zu gelangen. Diesmal wird aus einem einzigen Tag erzählt.
OPEN THE DOORS AND TELL THE WORLD THE TRUTH
THE DA VINCI CODE war trotz den gigantischen Einnahmen nicht der repräsentative Blockbuster. Bei ILLUMINATI verhält sich die Sachlage etwas anders. Obwohl der 2009 entstandene Film ebenfalls zum Nachdenken anregt, und keineswegs einen typischen Sommerfilmchen gleicht, ist er doch um einiges herkömmlicher, oder leichter bekömmlich, als sein Vorgänger. Er wird durch diese Erzählweise vor allem kurzweiliger. Manchen Kinoliebhaber ist die lange und exakte Aufarbeitung eines Stoffes wichtig, immerhin wird ein großes Spektrum an Genauigkeit gezogen. Und das birgt unter Umständen ein eigenes Flair in sich, jenes auch in Spannung umgesetzt werden kann. Doch in ILLUMINATI erhält der Actionliebhaber jenes Ambiente das er bevorzugt. Durch die raschere Abhandlung sind Autojagden von einem Ziel zum anderen unausweichlich. Daher ist das Tempo, vor allem in der zweiten Hälfte des Films, wesentlich höher. Keine Frage können diese Umstände einen Film nicht weniger spannend halten. Regisseur Ron Howard setzt auf klassische Methoden. Sein Schnitt ist immer auf den Punkt. Er riskiert keine neue, oder modernere Handhabe. Auch die Kamera bleibt betont ruhig und geht zum Glück nicht mit der Zeit. Hans Zimmers Soundtrack wird der Hörer ein Kompliment aussprechen wollen. Obwohl einige Stellen mit jenen Kompositionen eines Jerry Goldsmith, oder mit der Gruppe Goblin vergleichbar sind, erschafft er Melodien, die sehr wohl auch ohne dazugehörigen Bilder auskommen.
ROBERT, IT`S A DEAD END ! NO IS NOT !!
War schon THE DA VINCI CODE nicht unbedingt ein Schauspielerfilm, birgt er doch interessante Charaktere in sich. Audrey Tautou, Jean Reno, Ian McKellen, Alfred Molina, und vor allem Paul Bettany, wurden mit förderlichen Aufgaben betraut. Doch diesmal sind die Rollen neben dem Protagonisten Tom Hanks nicht unbedingt dankbar, und zudem diese noch fragwürdig besetzt. Denn hatte der weibliche Part in Teil eins noch Ausstrahlung, wurde hier mit der israelischen Schauspielerin Ayelet Zurer jemand gewählt, der eine Persönlichkeit eines Hinkelsteins zeigt. Eventuell darf sie ihr Können in Zukunft unter Beweis stellen, hier jedoch ist sie allemal austauschbar. Das Buch ILLUMINATI meint es nicht gut mit Ewan McGregor, Stellan Skarsgard oder Armin Müller-Stahl. Für sie alle war wenig Platz ihre vorhandenen Fähigkeiten zur Entfaltung bringen zu können. Zu sehr konzentriert sich diese Novelle auf Robert Langdom, dem Tom Hanks verkörpert. Und auch dieser darf nicht gänzlich als " die Topbesetzung " bezeichnet werden. Denn zum einen sind Toms schauspielerischen Fähigkeiten weit über der zu spielenden Person anzusiedeln. Und zum anderen nimmt man Tom zwar den Wissenschaftler, aber weniger den Actionstar ab. Jedoch ist ILLUMINATI nicht der Film, in dem es primär auf die Darsteller ankommt, sondern es ist das Gesamtpaket, das zählt.
Fazit:
War THE DA VINCI CODE insgesamt gesehen etwas stimmiger und umfassender, so geht ILLUMINATI ein wenig in Richtung eines Actionfilms, was auch nicht unbedingt als Nachteil abgegolten werden darf. Nach anfänglichen Stolpersteinen wirkt auch die zweite Dan Brown Verfilmung rund, teilweise nicht unspannend, und sogar an so manchen Passagen recht unterhaltsam.
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