Ein hochgeschätztes Magazin führt ihn unter den dreißig einflussreichsten Produzenten Hollywoods. Aber das viele Geld und der enorme Status gehen vehement auf die Kosten seines Nervenkostüms. Ben ( Robert DeNiro ) hetzt von einen Termin zum anderen. Er verhandelt nur mit den Großen des Business, um seine Geschäfte lukrativ zu gestalten. Nebenbei versucht er die schon gescheiterte Ehe noch ein allerletztes mal zu kitten. Nur hier macht ihm der Job einen dicken Strich durch die Rechnung. Denn, jedes Mal wenn sich der gestresste Produzent Zeit für Privates nimmt, kommt ihn ein wichtiger Anruf in die Quere. Zum Beispiel bestehen wichtige Vertragspartner auf ein humaneres Ende des letzten Produktes, sodass es auch in Cannes vorzeigbar ist. Dass der Regisseur sein Werk, und vor allem das Finale schützen will, ist leider all zu verständlich. Hier muss Ben einen Konzens finden. Aber da steht auch schon sein nächstes gigantisches Problem vor der Türe. Bruce Willis, der bereits die Hauptrolle für das nächste zu finanzierende Werk unterzeichnet hat, weigert sich schlichtweg Pfunde abzuspecken. Und auch der sprießende Vollbart muss unter allen Umständen aus dem Gesicht des Superstars entfernt werden. Das Wort “ rasieren “ in Verbindung mit seinem Bart lässt Bruce zum explodierenden Pulverfass werden. Diese und andere Dilemma sind ständige Partner mit dem sich ein Produzent im glamourösen Filmgeschäft im täglichen Leben herumschlagen muss.
INSIDE HOLLYWODD führt den Kinobesucher hinter die Kulissen der sonst so oberflächlichen Glitzerwelt. Während im Endprodukt nur die gestylten Bodys und die perfekt ins Licht gesetzten Gesichter der Stars gesehen werden, tummeln sich im Hintergrund die wahren Protagonisten zum “ Schwanzvergleich “. Nur die Einflussreichsten unter ihnen bestimmen, in welcher Form ein Film auf den Markt kommt. Nur selten setzt sich der Regisseur durch, und wenn er sich im Vorfeld nicht den “ Final Cut “ sichert, hat er sowieso schon verloren. So auch in diesem Fall. Ein Test Screening verdeutlicht das unpassende Ende. Und um die vermutlich entstehenden Verluste in Grenzen zu halten, wird auf den Filmemacher ein enormer Druck erzeugt. Natürlich bekommen die Konsumenten nur das geringste mit. INSIDE HOLLYWOOD zeigt, vermutlich ebenfalls in abgeschwächter Form, wie es auf der Spielwiese der Verantwortlichen tatsächlich von statten geht.
Regisseur Barry Levinson, der durch seine Erfahrung mit Sicherheit einiges, mit dem uns der Film konfrontiert kennt, weist in der Filmographie einige Highlights auf. Bereits 1982 entstand mit DINER ( Mickey Rourke ) ein gelungenes Erstlingswerk. Danach wurden mit GOOD MORNING VIETNAM ( 1987 ) und RAIN MAN ( 1988 ) zwei absolute Meisterwerke geschaffen. Zu Beginn der neunziger Jahren inszenierte der 1942 in Maryland geborene Amerikaner mit BUGSY ( 1991 ), TOYS ( 1992 ) oder DOC HOLLYWOOD ( 1994 ) qualitativ eher unterschiedliche Arbeiten. Aber nur wenige Zeit später fand Barry mit SLEEPERS ( 1996 ), WAG THE DOG ( 1997 ) oder LIBERTY HEIGHTS ( 1999 ) zu gewohnt alter Stärke. Nun kommt, ein wenig mit Verspätung wenn man das amerikanische Release Date betrachtet, INSIDE HOLLYWOOD ( 2008 ) in unsere Kinos.
WHAT JUST HAPPENED, so der Originaltitel, ist kein Film der die wahren Verantwortlichen in ein schiefes Licht stellt. Hier kann sich keiner auf den Schlips getreten fühlen. Der Zuseher kann nur vermuten, wie es tatsächlich hinter verschlossenen Türen zugeht. Barry Levinson verpackt seine “ Enthüllungsstory “ in ein satirisches Gewand und umgeht so eine Konfrontation mit den Obigen. Er weist uns Kinobesucher nur den Weg, und verzichtet dabei das richtig miese Gesicht des Business zu zeigen. Trotzdem können wir mit dem Endergebnis einigermaßen zufrieden sein. Denn die gezeigte Kost erweist sich als eine Vergnügliche. Der Unterhaltungswert ist während der gesamten Lauflänge der Nährboden des Betrachters. Es macht einfach Spaß diesen Inhalt zu verfolgen wenn man nicht selbst in einer solchen Situation steckt. INSIDE HOLLYWOOD ist amüsant, kurzweilig, aber etwas zu wenig bissig.
Bei Kapazitäten wie Robert DeNiro, Bruce Willis oder Sean Penn darf über die Qualität der Besetzungsliste nicht lange philosophiert werden. Denn diese erinnert sehr stark an jene aus diversen Robert Altman Filme. Auch sämtliche männliche Nebendarsteller, unter ihnen klingen die Namen John Turturro, Stanley Tucci oder Michael Wincott, sind erstklassig besetzt. Dass es bei den weiblichen Darstellern namentlich weniger spektakulär zugeht, liegt wohl eher an den fehlenden Charakteren im Drehbuch. Aber immerhin darf sich der Zuseher an der Anwesenheit von einer Catherine Kenner, einer Robin Wright Penn, oder einer Kristen Stewart erfreuen. Sie alle ergeben ein befähigtes Cast.
Fazit:
Wenngleich bei dieser Satire ein wesentlicherer Tiefgang vermisst wird, steht einem vergnüglichen Kinobesuch nichts im Wege. Vorausgesetzt man interessiert sich für die “ wahren Hintergründe “ des Filmgeschäftes.
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