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Königreich der Himmel

  • Informationen zum Film
  • Königreich der Himmel

  • Originaltitel:
    Kingdom of Heaven
    Genre:
    Action, Abenteuer, Geschichte
    Produktionsländer:
    USA, UK, Deutschland, Spanien, Marokko
    Produktionsjahr:
    2005
    Kinostart Österreich:
    05.05.2005
    Kinostart Deutschland:
    05.05.2005
    Kinostart USA:
    06.05.2005
    Verleiher Österreich:
    20th Century Fox
    Verleiher Deutschland:
    20th Century Fox
  • Inhalt
  • Der Film spielt im 12 Jahrhundert, zur Zeit der Kreuzzüge. Godfrey (Liam Neeson) findet seinen Sohn Balian (Orlando Bloom), der als Hufschmied in einem kleinen Dorf tätig ist. Er überredet ihn mit ihm zu kommen und in die Dienste des Köngis von Jerusalem zu treten. Ein schwelender Konflikt zwischen Christen und Moslems hängt wie ein Damoklesschwert über der heiligen Stadt. Als der todkranke König (Edward Norton) stirbt, spitzt sich der Konflikt dramatisch zu. Ein Krieg bricht aus und Jerusalem steht vor der entscheidenen Schlacht...
  • Filmkritik
  • Bild Designer -----
    Weiße Schneeflocken tanzen über eine Serie kalter, blaugrauer Bilder, umspielen Darsteller und Szenerie. Ein schlichtes Begräbnis einer Selbstmörderin, eine kämpferische Auseinandersetzung in den Wäldern, bis hin zu einer Serie rasch monitierter Zeitlupenaufnahmen, welche den Untergang eines Schiffs während eines heftigen Unwetters zeigen. Zufrieden lehne ich mich im Kinosessel zurück. Selbst wenn die Handlung bereits in den ersten 20 Minuten des Films ein verächtliches Kopfschütteln herausfordert, will ich mich vorerst gar nicht darauf einlassen. Schliesslich bekomme ich exakt das, was ich mir erwartet habe - visuelle Ästhetik à la Ridley Scott, handwerklich und stilistisch einwandfrei inszenierte, wunderschön designte und atmosphärische Bilder. Wie sich aber herausstellt, habe ich mich zu früh gefreut. Mit dem Untergang des Schiffes versinkt auch der Film. Der Kinosaal wird zum tiefschwarzen Meeresboden aus Langeweile und Bedeutungslosigkeit... und kein S.O.S. Signal vermag mich davor zu retten.

    Schnittbericht -----
    KINGDOM OF HEAVEN gerät zum handwerklich schlechtesten Ridley Scott Film aller Zeiten. Fehlerhafter Lichteinfall projeziert die Schatten der Darsteller (in ein und derselben Szene) mal in die eine, mal in die andere Richtung. Anschlussfehler dieser Art sind aber noch das geringste Problem des Films. Die größten Inkonsistenzen produziert zweifelsohne das katastrophal schlechte Editing der Kinofassung. Es entsteht der Eindruck, dass dem Film permanent die Zeit davonläuft. Eine Liebesszene wird auf zwei Einstellungen (in Summe ca. 5 Sekunden) reduziert und als Balian ein Stück staubtrockenes Land erhält, bedarf es lediglich einer halben Minute bis die ersten Wasserquellen sprudeln. Spätestens jetzt ist Kopfschütteln angebracht. Sukzessive demontieren die jämmerlichen Schnittfolgen jedweden Anflug kohärenter Dramaturgie, die einfältige Handlung quält sich dabei mühevoll von Szene zu Szene ohne dabei nennenswerte Höhepunkte zu erreichen. Die Kampfszenen sind, wie bereits in GLADIATOR, als eine schwindsüchtige Mixtur aus Slow-Motion und Speed-Up Shots geschnitten. Obwohl Ridley Scott diesen Stil erstmalig verwendet hat, und viele andere Filme ihn kopiert haben, bleibt die Tatsache bestehen, dass diese Montagetechnik hochproblematisch ist. Einerseits werden Unsummen in solch aufwändige Kampfszenen investiert, andererseits werden diese Sequenzen so hektisch und schnell geschnitten, dass man als Zuseher nur mehr einen fragmentarischen Eindruck der Szenerie gewinnen kann. Die Gesamtdramaturgie der Szene zerbricht in unzählige kleine Schnipsel, die kaum mehr eine Beziehung zueinander herstellen können und schon gar nicht dazu taugen ein räumliches Bild des Geschehens zu vermitteln. Erst ganz am Ende des Films, in der finalen Schlacht um Jerusalem, gelingt Ridley Scott und seinem Editor Dody Dorn (MEMENTO, INSOMNIA) mit dieser Montagetechnik eine erhabene, surreale und traumhafte Atmosphäre zu erzeugen, die durchwegs funktioniert.

    Die große Schlacht des Ridley Scott -----
    Die ersten und die letzten 20 Minuten von KINGDOM OF HEAVEN sind absolut sehenswert. Dazwischen blitzt aber lediglich ab und zu das unbestrittene Talent von Ridley Scott auf. Zwischen langweiliger Handlung und konfusen Handlungsweisen der Figuren gibt es durchaus die eine oder andere sehenswerte Einstellung. Wenn Orlando Bloom unter einer Palme sitzt, sich die Kamera zwei Mal um ihn herum dreht und exakt vor dem Schild eines Angreifers zum Stillstand kommt, schlägt das Herz des bilderverwöhnten Kinobesuchers wieder höher. Solche Glanzlichter sind jedoch sehr selten in KINGDOM OF HEAVEN. Die meiste Zeit über ist man gezwungen sich mit einer höchst unterdurchschnittlichen Darstellung von Orlando Bloom herumzuschlagen, der zwar diesmal sogar über drei verschiedene Gesichtsausdrücke verfügt, eine deutliche Weiterentwicklung zu Petersen's TROY wo er nur zwei gezeigt hat, aber vom Schauspieler immer noch weit entfernt ist. Darstellerische Highlights des Films bilden ganz eindeutig Liam Neeson (SCHINDLER'S LIST, KINSEY) und der großartige Jeremy Irons (DEAD RINGERS, BEING JULIA). Die spektakuläre Schlacht um Jerusalem am Ende des Films ist sicher ein Highlight, reicht aber beiweiten nicht an die kraftvoll inszenierte Dynamik der Schlacht um Minas Tirith in Peter Jackson's LORD OF THE RINGS: THE RETURN OF THE KING heran. Und obwohl für die Dvd-Release von KINGDOM OF HEAVEN bereits eine längere Fassung angekündigt ist, die mitunter einige dramaturgische Probleme des Films beheben könnte, ist bereits die Kinofassung mit ihren 145 Minuten Laufzeit zu lang(weilig). Insgesamt gesehen kann KINGDOM OF HEAVEN weder inhaltlich noch formal überzeugen.
  • Wertungen
  • Story
    2,0
    Musik:
    3,5
    Unterhaltung:
    2,5
    Anspruch:
    2,5
    Spannung:
    1,0
    Darsteller:
    2,5
    Gesamt:
    2,5
    Verfasst von:
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