Jeden Morgen beginnt die hübsche Casey Beldon ( Odette Yustman ) ihren Tag mit einem ausgiebigen Jogginglauf. Als plötzlich ein kleiner merkwürdig aussehender Junge den Weg kreuzt, der sich spontan in den Boten des Todes verwandelt. Da bemerkt die junge Dame, dass sie sich gar nicht beim Laufen, sondern in einem Alptraum befindet. Vorerst nimmt Casey diesen Traum nicht ernst, witzelt mit ihrer besten Freundin darüber. Als jedoch am selben Tag mysteriöse Schritte im sonst verlassenen Haus hört, und Klopfgeräusche hinter Spiegeln hervor klingen, beginnt die Angst Oberhand zu gewinnen. Förderliche Erkenntnisse erfährt sie aber erst, als sie in der eigenen Geschichte zu kramen beginnt. Ihre Mutter, die damals den Gatten und die noch kleine Casey verlassen hat, um sich schließlich in einem Sanatorium das Leben zu nehmen, tat dies nur um ihre Familie zu schützen. Um so tiefer Casey gräbt um so mehr wird ihr bewusst, dass das Geheimnis ganz im Verborgenen liegt, und möglicherweise nur Rabbi Joseph Sendak ( Gary Oldman ) das Geheimnis lösen, und somit Casey retten kann …
Als Drehbuchautor ist David S. Goyer zweifelsohne ein begabter Mann. Schließlich stammen Werke wie DARK CITY, BLADE, JUMPER, und vor allem BATMAN BEGINS aus seiner Feder. Und auch in THE UNBORN steht sein Name in Sachen “ Writer “ im Abspann. Warum er aber auch als Regisseur engagiert wurde, bleibt fragwürdig. Schließlich hat er bereits BLADE: TRINITY enorm versemmelt. Und wie längst vor dem Sehen des Filmes geahnt, ist die primäre Schwachstelle während der Vorstellung schnell ausgemacht. Herr David S. Goyer versteht dahingehend sein Handwerk nicht. Dabei versuchte er es diesmal mit einem Trick um das schwerwiegende Defizit nicht auf Anhieb sichtbar zu gestaltet. Er bedient sich bei etlichen Horror, asiatischen Geister, und einigen Exorzisten Filme, und klaut dabei was das Zeug hält. Das Ergebnis sind schlecht inszenierte Szenen, die man allesamt aus anderen Genre Werken kennt.
Die Benotung für das selbstverantwortliche Drehbuch fällt für David S. Goyer um eine Stufe höher aus. Denn zum einen lässt er diverse Spannungsbögen wirken, und zudem besitzt sein Buch etwas neues, dass man aus herkömmlichen Horrorfilmen noch nicht kennt. Er benützt eine Figur, die in den jüdischen Kabbala Schriften als DIBBUK bekannt ist. Dieser DIBBUK ist die Seele eines bösartigen Toten, der sich wegen seiner Missetaten nicht mehr von dem Körper trennen kann. So sucht diese Figur einen lebendigen Menschen, in dem sie schlüpfen, und fortan benützen kann. Es erinnert zwar ein wenig an die Exorzisten Filme, ist es aber nicht ganz. Daher bietet dieser Aspekt doch etwas eigenständiges und wirkt deshalb positiv zum zweifelhaften Gesamteindruck.
Optisch ist Hauptdarstellerin Odette Yustman mit TRANSFORMERS Star Megan Fox vergleichbar. Ob sie jedoch in ihrer Profession wie Megan auch ein Talent besitzt kann bei THE UNBORN leider nicht geklärt werden. Sie darf zwar ab und an ängstlich in die Kamera gucken. Aber wirkliches Können zu beweisen ist bei diesen zu spielenden Charakter nicht möglich. Das selbe gilt für den männlichen Schauspieler, der sich aber im Gegensatz zur Kollegin nicht mehr zu beweisen braucht. Gary Oldman verkörpert den helfenden Rabbi, ohne sich besonders hervorzuheben. Hier sieht man am besten, wenn ein talentfreier Filmemacher am Hebel ist. Nämlich dann wenn selbst ein charismatischer Darsteller wie Mr. Oldman seinen Glanz verliert. Als weiteres bekanntes Gesicht, aber ebenfalls unspektakulär, ist James Remar als Caseys Vater zu sehen.
Fazit:
Nur eingefleischte Horror Fans, denen es schnuppe ist dass sie etliche Szenen aus anderen Filmen kennen, werden THE UNBORN etwas abgewinnen können. Für die Besucher, die nicht immer nur das übliche 08/15 Hollywoodschema sehen wollen, wird dieses Gesamtpaket zu wenig sein.
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