Danny wartet ungeduldig auf seinen Partner. Als dieser ankommt, sich von seiner gestrigen Spielgefährten verabschiedet, streckt Wheezer die Hand unter Dannys Nase und sagt: „Guess, where I was.“ Ab der ersten Filmminute, weiß der Zuschauer genau, was ihm bei Role Models erwartet: Einen der derbsten und witzigsten Filme seit langem!
Regisseur David Wain präsentiert mit Role Models sein und Paul Rudds überaus witziges Drehbuch, welches nur so strotzt von jeder erdenklichen politischen Uncorrectness. Von Sex bei dem Camping der Sturdy Wings über Drogenfrühstück bis hin zu den sexuellen Phantasien eines Jünglings. Der Ideenreichtum um die Tabulosigkeit des Autorenteams kennt keine Grenzen – und das Publikum dankt ihm dafür. Vorbilder?! will keine subtile Komödie sein, sondern schlägt voll und ganz in die Derbste der derben Kerben, aber das auf eine solch charmante Art, dass der Zuschauer nicht weiß, wann er zu lachen aufhören können. Die skurrilen Einfälle werden auf gekonnter Weise von den Darsteller in die Tat umgesetzt. Seann William Scott spielt erneut seine ewige Rolle, mit der der gängige Kinobesucher ihn beim Anblick seines Gesichts gleich in Verbindung setzt, doch der Auditoriumbesucher verübelt es dem Darsteller keineswegs. Relativ ähnlich sieht es mit seinem Partner Paul Rudd aus. Beide wissen, wie sie das Publikum zu lachen bringen und zögern keine Sekunde ihre „Waffen“ gegen die Lachmuskulatur der Zuschauer einzusetzen. Wesentlich anders scheint der Fall der beiden Jungdarsteller. Den jungen Christopher Mintz-Plasse kennt das Publikum schon aus seinem grandios skurrilen Leinwanddebüt als „McLovin“ in Superbad. Auch seine zweite Rolle legt er ähnlich an sein Erfolgskonzept an, doch verändert sich in den Nuancen seines Spiels. Seine weinerlich liebevolle Art als Geek ist zwar nicht ganz so witzig wie sein Herumfahren mit den seltsamen Cops, doch gerade das Zusammenspiel mit der Umgebung ist gekonnt und überaus amüsant. Und nun zu den Höhepunkt des Films: Der kindliche Bobb'e J. Thompson spielt sich als vorlautes Kind in die Köpfe des Zuschauers. Seit den seltsamen Kids aus einer gewissen Cartoon-Kleinstadt in Colorado gab es kaum eine vergleichbare Kindergestalt im Fernsehen oder Kino. Er ist vulgär, sexuell sehr aktiv und treibt jeden Erwachsenen durch Missbrauchanschuldigen in den Wahnsinn. Ein wunderbarer „Gagmagnet“! Man kann es kaum glauben, aber: Diese beiden Jünglinge spielen ihre routinierten Filmpartners knallhart gegen die Wand.
Das Drehbuch macht den Eindruck endlich mal sich von dem ausgelutschten Thema weg zu bewegen. Hier ist es nicht das übliche Getue einer Liebelei, die jede Etappe brav abklappert. Die Geschichte um die beiden „Vorbilder“, die ihre kleinen Freunde beschützen sollen, aber dabei sie eigentlich nur noch mehr verderben, ist wohl eher die andere Seite Hollywoods. Man könnte sagen, wir sehen hier den Hinterteil der Traumfabrik (was auch einige Fäkalienwitzlereien zu bestätigen wissen). Doch leider muss man als Kritiker hier etwas beanstanden: Der Schein trügt! Statt sich in neue, gefährliche Gefilde des Komödiengenres zu trauen, schreckt der Filmemacher zurück, als er die Zehen in das kalte Wasser taucht. Denn all das, was so wunderbar anders wirkt, stellt sich als das alt bekannte Schema F heraus, das man schon dutzende Male sah. Hinter der Fassade des mutigen Enfant Terrible, verbirgt sich ein kleines, braves Schulmädchen. Aber den Spaß kann diese übliche Art der Geschichte zum Glück nur bedingt bremsen!
Fazit:
Monty Python würde in Role Models gehen, würde die paar Stunden dort sitzen und wahrscheinlich hassen. Wir tun es nicht: Sehen gerne von der fälschlich sentimentaler Art ab und amüsieren uns an einen der derbsten Späße seit Jahren.
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