Frost/Nixon

  • Informationen zum Film
  • Frost/Nixon

  • Originaltitel:
    Frost/Nixon
    Genre:
    Geschichte, Drama
    Produktionsländer:
    Frankreich, USA, UK
    Produktionsjahr:
    2008
    Kinostart Österreich:
    06.02.2009
    Kinostart Deutschland:
    05.02.2009
    Kinostart USA:
    23.01.2009
    Verleiher Österreich:
    Universal Pictures International
    Verleiher Deutschland:
    Universal Pictures International
  • Cast & Crew
  • Regie:
    Ron Howard
    Drehbuch:
    Peter Morgan
    Musik:
    Hans Zimmer
    Darsteller:
    Oliver Platt, Ron Howard, Geoffrey Blake, Rance Howard, Michael Sheen, Clint Howard, Jim Meskimen, Kevin Bacon, Toby Jones, David Kelsey, Gavin Grazer, Keith MacKechnie, Matthew Macfadyen, Sam Rockwell, Andy Milder, Frank Langella, Wil Albert, Patty McCormack, Gabriel Jarret, Kate Jennings Grant, Eloy Casados, Rebecca Hall, Simon James, Jay White, Penny L. Moore, Janneke Arent, David Ross Paterson, Jennifer Hanley, Robert Pastoriza, Louie Mejia, Kevin P. Kearns
  • Inhalt
  • Richard Nixon muss aufgrund der mysteriösen Verbindung des Republikanerhauses mit dem verruchten Raub an das Haus der Demokraten seinen Rücktritt beschreiten. Sein Ende ist der Höhepunkt der sehr kritischen Amtsperiode, die schon bis dahin in die Geschichte der amerikanischen Präsidenten eingegangen war und mit dem Watergateskandal seine Kirsche auf dem Sahnehäubchen fand. Die Welt steht still: Die Liberalen sind in Feierlaune, die Konservativen verstehen ihre Niederlage nicht. Doch ein Mann steht dazwischen: Dessen Name ist Frost, ein britischer Entertainer. Seine Idee: Mittels dem untergegangenen Herrschers seine Popularität fördern. Was entstand: Ein Zweikampf, der in die Geschichte der US-Medien eingegangen ist ...
  • Filmkritik
  • I'm saying that when the President does it, that means it's NOT illegal!


    Schon einige Tage sind vergangen und die Welt dreht sich immer noch: Die beiden äußerst zweifelhaften Amtsperioden des republikanischen Präsidenten George W. Bush sind endgültig vorüber. Was der neue Kurs bringen wird, wisse man noch nicht. Doch die Filmemacher resümieren bereits über die politischen Entscheidungen des ehemaligen, mächtigsten Mann der Welt.

    Das ehemalige Enfant terrible Oliver Stone schenkte dem ehemaligen Heerführer ein Porträt, das direkt die Vergangenheit von Bush anspricht, um hier einen Kafka-ähnlichen Konflikt zwischen Vater und Sohn zu verorten. Ron Howard stellt sein Sujet auf dem Kopf und schreitet mutig auf einen anderen Pfad. Basierend auf das Theaterstück von Peter Morgan, der sich auch für das kecke Drehbuch verantwortlich schreibt, gelang dem Mann der rührenden Worte und Werke ein Film, der sich gekonnt gegen die bisherige Filmografie des schmalzigen Regisseurs stellt. Der Wechsel der Drehbuchautoren im Hintergrund ist ein fundamentaler, mutiger Aufbruch in eine andere Richtung. Statt sich der Figur des George W. Bush zuzuwenden, richtete Howard sein Augenmerk auf jene Gestalt der Geschichte, die als eine der verruchtesten Präsidenten der USA repräsentiert wird. Ab der ersten Minute zeigt sich der Film als eine bitterböse Satire auf die mediale (Re-)Präsentation der heutigen Politikgestalten. Ähnlich dem überaus beeindruckenden Schwarz-Weiß-Werk Good Night, And Good Luck konzentriert sich Frost/Nixon in all seinen Fasern auf die medial geschaffene Welt, die sich von der Realität auf arger Weise differenziert. Die Vorlage liefert dieser Mediensatire noch die gewisse Würze, welche Howard dankend aufnimmt. Stark konträr zu den pathetischen Dialogzeilen aus A Beuatiful Mind und ähnlicher Produkte, zeichnen sich gerade die Reden von einer angenehmen Kürze aus, die auf dem Punkt genau einen feinen Witz transportieren vermögen, um unser politisches System an jeder erdenklichen Kante eiskalt zu erwischen.

    Doch dieses Werk würde kaum in einer derartigen Weise funktionieren, wenn nicht die richtige Atmosphäre von dem Ensemble geschaffen werden würde. George Clooney hat in seinem Good Night, And Good Luck aus der Nöte eine Tugend gemacht: Die Auftritte seiner Politiker geschahen nur via Aufzeichnungen der damaligen Tage. Howard konnte in seinem Film gerade aufgrund der geschickt zweideutigen Dialoge nicht auf Material der Vergangenheit von Richard Nixon auskommen. Mit der bekannten Edelmime Frank Langella gelang dem Regisseur ein wahrer Glücksgriff. Zwar besticht der restliche Cast auch von einem intensiven Schauspiel, aber Langealla muss hier einfach weiters ausgeführt werden. Es ist die undankbare Aufgabe von dem britischen Frost-Darsteller Michael Sheen, der vor einigen Jahren verblüffend authentisch Englands Premier zu einem zweiten Leben auf der Leinwand erweckte, die zweite Geige in diesem gigantischen Zweikampf zu spielen. Er ist zwar sehr gut, aber Langella ist im wahrsten Sinen des Wortes "bemerkenswert". Jede Pore seines Körpers ist auf sein Vorbild trainiert. Seine Frisur ist bis auf das letztes Härchen eine perfekte Imitation der beliebten Hassfigur und veräußerlicht somit das Spiel auf besondere Weise. Der Altmeister des Schauspiels schaut Nixon zum Verwechseln ähnlich, doch diesen Umstand vertieft er in seiner Gestik und Mimik. Jeder Handgriff, jede Betonung eines Wortes sind Ausdrücke einer genialen Nachahmung der Persona Realita. Er spielt hier keine Rolle – er ist die Impersonifizierung des berüchtigten Politikers.

    Fazit:
    Stark besetzt präsentiert sich diese Präsidentenparabel als absolut gelungene Mediensatire um das Spiel aus dem Schein und Sein am heutigen politischen Schachbrett. Der sarkastische Humor hinterfragt nicht nur die Stellung des ehemaligen US-Präsidenten, sondern versucht allgemein den Zuschauer über die politische Bühne sowohl zum Schmunzeln als auch zum Nachzudenken zu bringen. Frost / Nixon ist Politikkino vom Feinsten!
  • Wertu
  • Story
    4,5
    Musik:
    4,0
    Unterhaltung:
    4,5
    Anspruch:
    4,0
    Spannung:
    3,5
    Darsteller:
    4,5
    Gesamt:
    4,0
    Verfasst von:
    Sebastian Klausner

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