Im Jahre 2003 als UNDERWORLD in unsere Kinos kam, waren die Besucher wegen den düsteren aber stilistischen Bildern positiv überrascht. Mit Kate Beckinsale wurde für den Hauptcharakter eine attraktive Äußerlichkeit gefunden. Sie errang durch das Horror Genre fast jenen Status den Wesley Snipes für BLADE errang. Exakt drei Jahre später kam wegen des Erfolgs der zweite Teil UNDERWORLD: EVOLUTION in unsere Kinos. Zwar war dessen Handlung lang nicht mehr so innovativ wie das Original, trotzdem blieben die Liebhaber der Reihe auch hier bei Laune. Nun, wieder genau drei Jahre danach, kommt eine weitere Fortsetzung, in Form eines Prequels, auf die große Leinwand.
Doch wer sich auf Kate Beckinsale gefreut hat wird enttäuscht. Laut eigener Aussage hatte sie die Rolle schon zur genüge gespielt und freue sich auf neue Aufgaben. Daher waren die Verantwortlichen auf der Suche nach einem entsprechenden Erscheinungsbild. Die Ähnlichkeit zwischen Kate und der neuem Mitwirkenden Rhona Mitra ist enorm. Aber im Ausdruck sind erhebliche Unterschiede in Sachen Qualität zu beobachten. Die Souveränität und die Aura, die eine Kate Beckinsale umgibt, ist bei Rhona leider nicht vorhanden.
Und nimmt man dem Projekt die Hauptattraktion, fällt der Wert um einen Grad. Und rechnet der Zuseher noch die biedere Handlung und die teils miesen Visual Effects hinzu, wird aus einem sehenswerten Film nur noch ein Alltäglicher. Regisseur Patrick Tatopoulos gibt mit UNDERWOLD - AUFSTAND DER LYKANER ein unspektakuläres Filmdebüt. Den Zuschlag für dieses Projekt erhielt er, weil er bei mehr als 30 Werken für die Spezial Effekte verantwortlich zeichnet. Darunter auch für UNDERWORLD und UNDERWORLD: EVOLUTION. Zwar behält Patrick das dunkle Ambiente, kann aber zum Unterschied die Spannung nicht mittransportieren.
Mitverantwortlich für die Durchschnittlichkeit ist auch das Drehbuch. Denn dieses bietet im Gegensatz zum Original nichts Neues mehr. Es sind ohne Frage wieder die Grundessenzen vorhanden. Aber außer ein paar kleine Zutaten wird wenig Originelles beigemengt. Auch die verbleibenden Darsteller Bill Nighy und Michael Sheen fallen dem Skript zum Opfer. Denn dieses besitzt keine Lines mit denen man glänzen könnte. So ist es für den größten Teil der Besetzung mehr oder weniger eine Auftragsarbeit. Die Leidenschaft bleibt hier auf der Strecke.
In der Reihe der bejahende Aspekte darf man die ungeheuerliche Location bemerken. Klar wird mit dem Computer jede Menge verbessert. Aber trotzdem ist der Filmstandort gut gewählt. Des Weiteren darf auch der Soundtrack melodiös vernommen werden. Paul Haslinger, ein gebürtiger Österreicher, verdankt seiner Kunst unter Anderem auch der fünfjährigen Zusammenarbeit mit der Kult Band Tangerine Dream. So entstanden Filmmusiken wie MIRACLE MILE oder NEAR DARK. Das dritte wichtige Positive ist mit Sicherheit das Make-Up, welches im Falle der Vampire in bleichen Blau gehalten wurde, und ohne Zweifel die Gesamtoptik verbessert.
Fazit:
Genreliebhaber und UNDERWOLD Fans werden auch an dem dritten Teil ihren Gefallen finden können, wenngleich sich die negativen mit den positiven Momenten aufwiegen.
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