Der fremde Sohn

  • Informationen zum Film
  • Der fremde Sohn

  • Originaltitel:
    Changeling
    Genre:
    Thriller, Mystery, Drama
    Produktionsland:
    USA
    Produktionsjahr:
    2008
    Kinostart Österreich:
    23.01.2009
    Kinostart Deutschland:
    22.01.2009
    Kinostart USA:
    31.10.2008
    Verleiher Österreich:
    Universal Pictures International
    Verleiher Deutschland:
    Universal Pictures International
  • Cast & Crew
  • Regie:
    Clint Eastwood
    Drehbuch:
    J. Michael Straczynski
    Musik:
    Clint Eastwood
    Darsteller:
    John Malkovich, John Harrington Bland, Angelina Jolie, Colm Feore, Ric Sarabia, Wendy Worthington, Roger Hewlett, Michael Kelly, Peter Gerety, Debra Christofferson, Clint Eastwood, Pamela Dunlap, Jan Devereaux, Riki Lindhome, Erica Grant, Morgan Eastwood, Jeffrey Donovan, J.P. Bumstead, Frank Wood, Jim Cantafio, Kerri Randles, Gattlin Griffith, Michelle Gunn, Antonia Bennett, Madison Hodges, Devon Conti, Russell Edge, Stephen W. Alvarez, Pete Rockwell, Maria J. Rockwell, Dawn Flood
  • Inhalt

  • Nichts scheint im März 1928 auf das drohende Unheil hinzudeuten, als Christine Collins ( Angelina Jolie ) an einem sonnigen Samstagmorgen zur Arbeit muss. Wegen eines Krankheitsfalles wird sie, statt ihrer Kollegin, eingeteilt. Leider war der Tag für einen Kinobesuch mit ihrem neunjährigen Sohn Walter reserviert. So plagt Christine ein schlechtes Gewissen als sie sich von dem Buben verabschiedet. Sie kommt auch wegen des stressigen Dienstes wesentlich später aus der Firma. Und zu guter letzt hält sie auch noch ihr Vorgesetzter auf, sodass sie die Straßenbahn versäumt. Nun dämmert es bereits über der Stadt als die allein erziehende Mutter ihr Heim erreicht. Zum entsetzen stellt sie fest das ihr Sohn spurlos verschwunden ist. Sie überprüft jeden Winkel des Hauses und durchforstet die Nachbarschaft. Aber niemand hat den Jungen gesehen. Christine klammert sich an den Strohhalm Polizei und gibt das Verschwinden bekannt. Nach 24 Stunden, so sagt es die Bestimmung, nehmen bereitwillige Herren des Gesetzes die Fakten auf. In den nächsten fünf Monaten gibt es keine Spur von Walter. Der Druck der Bevölkerung auf die Polizei, den Fall endlich zu lösen, wächst. Als, wie aus heiteren Himmel ein Junge, der sich Walter Collins nennt, gefunden wird. Die Zusammenführung wird zum Medienspektakel und soll einen absoluten Triumph für die Verantwortlichen darstellen. Doch als die Mutter den Jungen zum ersten mal seit langer Zeit erblickt, erkennt sie ihn nicht. Sie weiß sogar, dass es sich hier nicht um ihren Sohn handelt. Jedoch für die Polizei, die ihre Lorbeeren bereits eingeheimst hat, ist der Fall abgeschlossen. Christine Collins wird in Folge gemeinsam mit dem Reverend Gustav Briegleb ( John Malkovich ) nichts unversucht lassen ihren geliebten tatsächlichen Sohn zu finden…


  • Filmkritik

  • Die erschütternde und auf einer wahren Begebenheit basierende Geschichte greift eine Thematik auf, dass damals wie heute ungeheure Brisanz besitzt. Erzielt der Gesetzgeber in einem wichtigen Fall keinen Erfolg, so wird der Druck durch die Medien kontinuierlich größer. Bleiben weitere Resultate aus, müssen irgendwelche Ergebnisse erfunden werden. So kommt es das Verdächtige aus dem Nichts auftauchen, als Futter für die Öffentlichkeit dargelegt, und später im stillen wieder entlassen werden. Es wird dem Volk ein Märchen weisgemacht, dass sich ein Verbrechen niemals lohnt. So zeigt diese tatsächlich stattgefundene Geschichte, dass verantwortliche Gesetzeshüter im schiefen Licht zu ungeheuerlichen Taten fähig sind. Es wird ein “ Verdächtiger “, in Form DES FREMDEN SOHNES als Lösung präsentiert, und als großer Erfolg gefeiert. Widersetzt sich das kleine Volk, wird es in ihrer totalitärster Form eingeschüchtert, und die Akten niedergelegt.

    Clint Eastwood braucht für den Film CHANGELING, im Original, keine spektakulären Bilder. Er lässt in seiner zurückhaltenden Form die Geschichte für sich sprechen. Clint hält es, wie schon zuletzt wunderbar in MILLION DOLLAR BABY umgesetzt, betont einfach. Atmosphäre schafft er in dem er das Licht und den Schatten zu seinem Gunsten arbeiten lässt. Dazu verwendet er eigene Kompositionen die im minimalistischen Bereich angesiedelt sind. Auch der Umstand, dass die Produktion in den 20er und 30er Jahren spielt, stellt für den Regisseur keine Schwierigkeiten dar. Wie selbstverständlich wirkt die Location, die damaligen Vehikeln, und die passenden Kostüme. Man fühlt sich als Betrachter augenblicklich in diese Zeit versetzt.

    Clint Eastwoods größtes Plus für DER FREMDE SOHN, neben den vorhandenen eigenen Fähigkeiten, ist im Endergebnis die Besetzung des Hauptparts Christine Collins. Dabei war die Rolle für Angelina Jolie gar nicht so einfach zu verkörpern. Sieht man sie doch nur aufgelöst und daher stets unter Tränen. Verbal sind dank des Skripts auch keine Meisterleistungen zu erwarten, wird mit dem zu oft gesagten Satz, “ Das ist nicht mein Sohn “, der größte Teil ihres zu lernenden Textes bereits erwähnt. Trotzdem schafft sie es ihren Charakter Ausdruck und Klasse zu verleihen. Sie sieht auch, dank der hervorragenden Maske, verdammt gut aus und passt perfekt in die Szenerie dieser Zeit. Als männlicher Part steht ihr John Malkovich um nichts nach, wenngleich seine Performance nicht so zahlreich zum tragen kommt.

    Sucht man neben den vorherrschenden positiven Dinge auch etwas zum anecken, dann könnte die Spieldauer von 142 Minuten ein Thema werden. Denn Clints konsequente aber ruhige Stilistik kommt ohne Tempobeschleuniger aus, was sich mit Fortdauer der Filmlänge bemerkbar macht. Auch die melodiösen Musikkomponenten werden viel zu häufig eingesetzt. Tatsächlich handelt es sich um vier bis fünf Noten die immer wieder zu hören sind. Auch das schlägt nach einiger Zeit etwas auf das Gemüt. Diese beschriebenen kleinen Dilemmas können aber nicht im geringsten über die seriöse Regie, den perfekten Schnitt, den erstaunlichen Drehbuch, und nicht zuletzt über eine großartig agierende Angelina Jolie hinwegtäuschen.

    Fazit:

    Wer Zeit und Liebe für ein ruhiges, aber seriöses zweieinhalb Stunden Drama a la Hollywood findet, wird mit Clint Eastwoods DER FREMDE SOHN belohnt. Angelina Jolie beweist einmal mehr, dass sie nicht nur in Klatschmedien überzeugen kann, sondern durchaus über eine besondere Qualität auf der Leinwand verfügt.


  • Wertu
  • Story
    4,5
    Musik:
    2,5
    Unterhaltung:
    3,0
    Anspruch:
    4,0
    Spannung:
    3,0
    Darsteller:
    4,5
    Gesamt:
    3,5
    Verfasst von:
    Richard Lammel

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