Drehbuchautor und Filmemacher Kurt Ockermüller zeichnete bereits für die letzten sechs legendären Folgen der Kultserie EIN ECHTER WIENER GEHT NICHT UNTER verantwortlich. Daher ist es nicht abwegig das der gleiche Regisseur auch den Kinofilm ECHTE WIENER - DIE SACKBAUER SAGA inszeniert. Seine Vorbereitung begann, indem er sich mit “ Karli “ Klaus Rott des Öfteren an einen Tisch setzte, und dabei jede Menge Ideen für das Skript sammelte. Ein Jahr vor Drehbeginn kontaktierte er Karl Merkatz, um dem Projekt ein Gesicht zu verpassen. Edmund war von dieser Idee, eine Serie, die vor dreißig Jahren gestorben, aber immer noch präsent ist, durchaus angetan. Die restliche Gang mit ins Boot zu bekommen, war nun kein Problem mehr, und so kommt der Mundl als Weihnachtsgeschenk Ende 2008 in unsere Kinos.
Wenn der Liebhaber an die beliebte Serie denkt, wird er diese als eine Humoreske aus seiner Erinnerung holen. Bei ECHTE WIENER - DIE SACKBAUER SAGA verhält sich die Sachlage etwas anders. Obwohl die Produktion nicht auf witzige Dialoge verzichtet, begibt sich die Thematik doch vielmehr einem Drama hin. Edmund Sackbauer ist verletzlich und greise geworden. Und die Verantwortlichen benützen jede Gelegenheit um dies zu verdeutlichen. Etwa in einer Szene als der alte Sack des Bauers klar in die Kamera gehalten wird, nur um den labilen Zustand des Protagonisten dem Publikum vor Augen zu führen. Der eine oder andere wird das dabei entstandene beklemmende Gefühl zu deuten wissen. Dem Rest jedoch wird mit den nackten Tatsachen nichts anfangen können und es womöglicherweise falsch verstehen.
Nicht das der Genrewechsel dem Film geschadet hätte, aber ein wenig mehr aus dem komödiantischen Bereich hätte die Szenerie aufgelockert und die Vorfreude besser reflektiert.
Schön das fast alle Mitglieder der Sackbauer Reihe Zeit und Lust fanden um bei diesem würdigen Abschluss mitzuwirken. Dabei zeigt sich das Ensemble einheitlich in gewohnt guter schauspielerischer Verfassung. Klar ist Karl Merkatz der Aufhänger und erklärter Star. Dennoch brauchen sich Ingrid Burghard als Toni, Klaus Rott als Karli, Dolores Schmidinger als Fini, und all die anderen nicht zu verstecken. Sie beweisen, dass die Theorie gemeinsam stark zu sein, keine Floskel darstellt. Als vielleicht kleines Manko bleibt zu erwähnen dass dem Neuen Manuel Rubey, der den aus den Babyschuhen entwachsenen Rene verkörpert, zuviel Leinwandpräsenz geschenkt wird. Keineswegs verhält es sich so das Manuel seine Rolle nicht beherrscht, aber zur alten Mundl Philosophie passen diese pubertären Probleme nicht ganz. Als netter Zusatz dient Franz Buchrieser, der natürlich einen Polizisten spielt, und den folgenden berühmten KOTTAN Satz zum Besten geben darf.
Inspekta gibt’s kan
Fazit:
ECHTE WIENER ist im Vergleich zur Serie ernster und berührender geworden. Dennoch werden die eingefleischten Mundl Fans auf ihre Kosten kommen. Für sie ist diese Produktion sicher ein Kinobesuch wert. Schön den alten Haudegen noch ein letztes Mal in seiner Paraderolle sehen zu dürfen. Mit dem Kinofilm jungfräulich einsteigen ist womöglich die falsche Entscheidung. Hier wäre eine vorherige Einschulung mit diversen alten Folgen unausweichlich.
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