Krabat

  • Informationen zum Film
  • Krabat

  • Originaltitel:
    Krabat
    Genre:
    Thriller, Fantasy, Drama
    Produktionsland:
    Deutschland
    Produktionsjahr:
    2008
    Kinostart Österreich:
    28.11.2008
    Kinostart Deutschland:
    09.10.2008
    Verleiher Österreich:
    Centfox
    Verleiher Deutschland:
    20th Century Fox
  • Inhalt
  • Es ist düster in der Welt geworden. Der Dreißigjährige Krieg hängt wie kalte Sturmwolken über die Ländereien. Besonders Waisenkinder wie Krabat müssen dies eiskalt erfahren, als sie von Haus zu Haus, von Dorf zu Dorf betteln gehen. Doch der Hunger ist nicht das einzige Problem des Jungen. Seit Tagen plagen ihn Träume von elf Raben, die ihn zu rufen scheinen. Sie locken den Heimatlosen in eine mysteriöse Mühle, zu einem düsteren Mann. Dieser verspricht Krabat die Gesellenschaft. Eine Heimat und Essen. Und Mächte, die er sich nie erträumen hätte. Er müsse nur einschlagen. Nichts ahnend, schlägt der Verzweifelte ein. Die Mühlen beginnen sich erneut zu drehen, der Pakt ist geschlossen …
  • Filmkritik
  • Von Vielen schon im Vorfeld als der deutsche Harry Potter – je nach Gesinnung - abgeschrieben oder hoffnungsvoll erwartet. Krabat ist die Verfilmung des gleichnamigen Jugendromans von Otfried Preußler, der nach einem sorbischen Volksmärchen sein Stück konstruiert. Er erzählt eine düstere Geschichte über Magie und Verzweiflung, Liebe und Verrat.

    Nun also nach mehreren Dekaden findet diese triste Zaubereilegende auch den Weg in die deutschsprachigen Filmhallen. Es scheint wirklich zum Teil, dass der Film eine gewisse Wahlverwandtschaft mit den britischen Pendants einzugehen versucht. Dabei will aber der deutsche Märchenfilm unbedingt ein wesentlich schärferes und düsteres Sujet abliefern. Gerade der ernste Hintergrund von diesem schrecklichen, europäischen Großkrieg sollte als die aussichtslose Grundstimmung fungieren. Krabat machte sich auf ein düsterer, deutscher Potter zu werden – doch irgendwo auf dem Weg dorthin, muss Regisseur Marco Kreuzpainter die falsche Abzweigung durch den falschen Wald genommen haben. Beginnt der Film doch relativ viel versprechend mit seiner traurigen Thematik, kann das Werk sein eigenes Niveau im Laufe des Films einfach nicht halten. Kreuzpainter versucht mit allen Mitteln sein Film in dunkle Farben zu hüllen, ist mit diesem Versuch aber leider nur mäßig erfolgreich. Durch diese intensive Fokussierung auf die zwanghafte Atmosphäre, wirken dann sogar einige Szenen unfreiwillig komisch. Egal, ob es nun die Liebe zwischen Krabat und dem Dorfmädchen ist, oder auch die Einführung eines vergessenen Freundes des Protagonisten – alle Versuche, den Helden in einer neuen, tieferen Perspektive zu zeigen, wirken dumpf und aufgesetzt. Konnte der Deutschen mit seinem letzten Film, Trade, sehr großes, internationales Kino schaffen, gelingt ihm hier nur relativ gutes, deutsches Fernsehprogramm.

    Selbst die gute Schauspielerzunft konnte das mäßige Drehbuch nicht in ein interessantes Psychologiespiel verwandeln. Der vielseitige Christian Redl zeigt als der Gesellenmeister eine durchschnittliche Leistung, von der man eigentlich wesentlich mehr erhofft hatte. Gerade dieser sollte eigentlich vom Ursprungsmaterial die interessantesten, da vielschichtigsten Auftritte haben, die aber im Drehbuch in ein viel zu plattes Schwarz / Weiß- bzw. nur Schwarz-Schema eingebettet wurden. Ähnliches geschah mit dem eigentlich renommierten Daniel Brühl, der sein charmantes Spiel auf wenige, detaillose Gesten und Mimiken reduzierte. Eine Schande, diese beiden großen Namen in Nichts verklingen zu lassen, ohne das dahinter stehende Potential gänzlich zu nutzen. Der deutsche Nachwuchsschauspieler David Kross beschreitet mit der deutschen Volkslegende schon zum fünften Male die große Leinwand – und dies zum zweiten Male nach dem psychologisch reservierten Knallhart als Hauptdarsteller. Doch im Gegenzug zu seinem letzten Kinoauftritt wirkt sein Spiel eher mäßig. Seine ersten Monate bei den Gesellen frohlockt er dem Zuschauer mit einer relativ guten Darstellerleistung – doch wenn es darum geht dem Tode ins Auge zu sehen, gelingt es dem Jungschauspieler nicht die innere Zerrissenheit nach Außen zu tragen. So kann es passieren, dass gerade die dramatischsten Szenen zu den lustigsten für das Publikum werden.

    Fazit:
    Ein deutsches Erfolgsjugendbuch als Vorlage, große Schauspielernamen in den Credits und ein Regisseur, dessen Ruf sprunghaft stieg – Man könnte meinen, all diese wären die wichtigsten Komponenten, um einen deutschen Erfolgsfilm zu zaubern. Der Versuch die Harry Potter-Reihe in düsteren Bildern zu übertrumpfen, fällt leider in Durchschnittlichkeit aus. Krabats Magie ist schon einen Kinobesuch für den einen oder anderen Fantasy-Fan wert, doch sollten diese ihre großen Erwartungshaltungen etwas herunterschrauben.
  • Wertungen
  • Story
    3,0
    Musik:
    3,5
    Unterhaltung:
    3,0
    Anspruch:
    2,0
    Spannung:
    2,5
    Darsteller:
    3,0
    Gesamt:
    3,0
    Verfasst von:
    Sebastian Klausner
    Bestellen bei:
    Jetzt auf Amazon bestellen

BILDER ZUM FILM

Komentare (0)

Um einen Kommentar verfassen zu können müssen Sie sich einloggen. Sollten Sie noch keinen DVD-Forum.at Account haben, registrieren Sie sich bitte hier.

 

Weitere Diskussionen zu diesem und vielen anderen Themen findest du im Forum von DVD-Forum.at.

Rechtliche Hinweise:
Die in den Kommentaren geäußerten Meinungen geben ausschließlich die Ansichten der User wieder, von denen sie gepostet wurden. Diese müssen sich nicht mit der Meinung der Redaktion von DVD-Forum.at sowie deren Partnern decken. Wir behalten uns vor, Kommentare die gegen unsere Nutzungsbedingungen oder gegen straf- oder zivilrechtliche Normen verstoßen bzw. dem Ansehen von DVD-Forum.at schaden können auch ohne Angabe von Gründen zu löschen. Gegen diese Schritte können keine Ansprüche geltend gemacht werden. Bei wiederholten Verstößen ist mit einem Ausschluss aus unserer Community zu rechnen, weiters behält sich DVD-Forum.at bei schwerwiegenden Verstößen wie strafrechtlich relevanten Tatbeständen vor Anzeige zu erstatten und/oder Schadenersatzansprüche geltend zu machen.

Userkritiken

Userkritiken

Um eine Kritik auf DVD-Forum.at abzugeben musst du angemeldet sein.

Cover

Cover

Bewerte den Film!

Meine Wertung:


Community Wertung:

ø Wertung: 5,7/10 | Wertungen: 7 | Kritiken: 0

Weitere Trailer