Die Stadt der Blinden

  • Informationen zum Film
  • Die Stadt der Blinden

  • Originaltitel:
    Blindness
    Genre:
    Thriller, Mystery, Drama
    Produktionsländer:
    Kanada, Japan, Brasilien
    Produktionsjahr:
    2008
    Kinostart Österreich:
    16.01.2009
    Kinostart Deutschland:
    23.10.2008
    Kinostart USA:
    03.10.2008
    Verleiher Deutschland:
    Kinowelt
  • Inhalt

  • Der Augenarzt ( Mark Ruffalo ) sieht keinen Grund für das plötzliche Erblinden eines Patienten. Die Augen weisen für den Sehverlust keinerlei Symptome auf. Und trotzdem wurde es umgehend; nein nicht finster, sondern weiß. Der Erkrankte beschreibt, dass er sich so fühle, als ob er in Milch taucht. Der Mediziner fragt bei seinen Kollegen wegen eines eventuellen Virus nach, hat jedoch keinen Erfolg. Zu Hause angekommen, erzählt er der Ehefrau ( Julianne Moore ) von den unerklärlichen Vorkommnissen. Am nächsten Morgen wacht der Arzt mit dem selben Merkmalen auf. Und nicht nur er wird vom blitzartigen Verlust des Augenlichts heimgesucht. Nach und nach verlieren alle, die mit dem Ersterblindeten in Kontakt kamen, ihre Sehkraft. Eine Kettenreaktion ist die katastrophale Folge der Situation. Die Krankheit scheint ansteckend zu sein.
    Die Regierung wird wegen der raschen Verbreitung aufmerksam und stecken die Patienten in eine Art Quarantäne. Die Frau des Arztes, die seltsamerweise nicht von der Verbreitung betroffen ist, lässt sich unter falschen Angaben, ebenfalls einweisen. Sie will ihren Mann zur Seite stehen, der mit der Erblindung schwer zu kämpfen hat. Erst sind sie ganz alleine in der großen Anstalt, aber täglich werden mehr Betroffene eingeliefert. Schon bald sind die Abteilungen überfüllt. Ein Verlassen kommt nicht in Frage, denn das Herr überwacht die Ausgänge. Und da man den Grund der Krankheit nicht kennt, wird jeder erschossen der unerlaubt zu flüchten versucht. Die Patienten sind auf sich gestellt. Keine Krankenschwestern, Pfleger oder gar Ärzte trauen sich nur in die Nähe der Opfer. Einzig Essenspakete werden ihnen zur Verfügung gestellt. Daher entwickelt sich die Anstalt zu einem Gefängnis, in dem keine Gesetze gelten.


  • Filmkritik

  • … Die Welt erblasst ins weiße Nichts …


    Aus einer Novelle von Literatur Nobelpreisträger Jose Saramago, von Don McKellar für die große Leinwand umgeschrieben, stammt eine Geschichte, die es so noch nicht zum sehen gab. In einer Zeit, in dem Remakes und Fortsetzungen das große Kino dominieren, erscheint eine Geschichte, die uns völlig überrascht. Eine Stadt erblindet und man kennt die Ursachen nicht. Nur eine Person scheint von der Krankheit nicht betroffen zu sein. Die Protagonisten werden gesammelt, und weggesperrt. Der Normalbürger beginnt durch die gefängnisartigen Umständen ein tierisches Verhalten an den Tag zu legen. Der Drang an der Macht teilhaben zu können, bringt in so manchen Menschen das Böse zum Vorschein.
    Und da sagt man es gäbe keine Geschichten mehr, die erzählt werden können …

    Regisseur Fernando Meirelles ( CITY OF GOD, CITY OF MEN ) geht es in seinem Film DIE STADT DER BLINDEN nicht um die Erzählung einer Epidemie. Vielmehr ist es sein Begehr den Umgang der Betroffenen mit sich selbst auf drastische Weise darzustellen. Der Auswuchs der Krankheit existiert nur peripher. Zu der großartigen Geschichte bildet der Filmemacher auch in der Optik neue Welten. Seine Übergänge und Schnitte werden nicht ins dunkle Nichts gehaucht. Erst werden die Bilder unschärfer, danach taucht die Leinwand ins milchige Weiß, und verharrt hier für einige Momente . Diese Vorgehensart zeigt die Sichtweise der Blinden und versucht in gleicher Maßen bei dem Zuseher die eigene Phantasie anzuregen. Der Beginn für die nächste Szene funktioniert auf umgekehrten Weg. Diese Stilisierung, der stets fremde Rahmen, und die nah gezeigten Personen, ergeben eine eindringliche Stimmung. Das vorherrschende nebelige Licht erzeugt ein klaustrophobisches und unbehagliches Gefühl.

    Da BLINDNESS ohne Effekte auskommt, und auch an Gewaltszenen gespart wird, muss neben den optischen Vorzügen, die darstellerischen Fähigkeiten der Schauspieler stimmen. Dazu benötigt das Werk unbedingt welche, die wegen der vielen ruhigen Dialogszenen durch Ausdruck glänzen können. Und Julianne Moore, als Frau des Arztes, scheint für die Aufgaben wie prädestiniert zu sein. Ihre Präsenz gepaart mit dem Ausdruck prägen das Geschehen. Obwohl ihr Charakter, immerhin ist sie die einzig Sehende, der am schwersten zu spielende ist. Als Doktor wurde der 41 jährige Amerikaner Mark Ruffalo engagiert. Die Chemie im Zusammenspiel mit Julianne stimmt, sodass kein Quantum an Glaubwürdigkeit verloren geht. Danny Glover, als der Mann mit der Augenklappe, gibt wie eigentlich immer eine souveräne Leistung ab, wenngleich sein Part nicht unbedingt durch das Geschehen führt. Der Rest der Besetzung wurde von den Verantwortlichen, obwohl sie ohne weitere großen Namen auskommt, gut gewählt.

    Fazit:

    Da es weder für das Skript, noch für die eingesetzten Mittel, Vergleichsmöglichkeiten mit anderen Werken gibt, sollte sich der interessierte Leser selbst eine Meinung von BLINDNESS, so der Originaltitel, bilden. Eine weitere Beschreibung zur Bildsprache des Regisseurs würde bloß verwirren. Tatsache bleibt, dass diese Produktion als unbedingt sehenswert eingestuft werden muss. So wie der Urinstinkt der Charaktere auf dramatische Weise zum Vorschein kommt, so darf auch der Filmfan seinen Instinkt folgen, und DIE STADT DER BLINDEN eine Chance geben.


  • Wertungen
  • Story
    5,0
    Musik:
    3,0
    Unterhaltung:
    3,5
    Anspruch:
    3,5
    Spannung:
    4,0
    Darsteller:
    4,0
    Gesamt:
    4,0
    Verfasst von:
    Bestellen bei:
    Jetzt auf Amazon bestellen

BILDER ZUM FILM

Komentare (0)

Um einen Kommentar verfassen zu können müssen Sie sich einloggen. Sollten Sie noch keinen DVD-Forum.at Account haben, registrieren Sie sich bitte hier.

 

Weitere Diskussionen zu diesem und vielen anderen Themen findest du im Forum von DVD-Forum.at.

Rechtliche Hinweise:
Die in den Kommentaren geäußerten Meinungen geben ausschließlich die Ansichten der User wieder, von denen sie gepostet wurden. Diese müssen sich nicht mit der Meinung der Redaktion von DVD-Forum.at sowie deren Partnern decken. Wir behalten uns vor, Kommentare die gegen unsere Nutzungsbedingungen oder gegen straf- oder zivilrechtliche Normen verstoßen bzw. dem Ansehen von DVD-Forum.at schaden können auch ohne Angabe von Gründen zu löschen. Gegen diese Schritte können keine Ansprüche geltend gemacht werden. Bei wiederholten Verstößen ist mit einem Ausschluss aus unserer Community zu rechnen, weiters behält sich DVD-Forum.at bei schwerwiegenden Verstößen wie strafrechtlich relevanten Tatbeständen vor Anzeige zu erstatten und/oder Schadenersatzansprüche geltend zu machen.

Userkritiken

Userkritiken

Um eine Kritik auf DVD-Forum.at abzugeben musst du angemeldet sein.

Cover

Cover

Bewerte den Film!

Meine Wertung:


Community Wertung:

ø Wertung: 7,5/10 | Wertungen: 2 | Kritiken: 0