Darren Aronofsky schafft mit „The Wrestler“ einen Film, der gleichzeitig Matapher für sich selbst ist. In diesem Film versucht ein ehemals erfolgreicher Wrestler, wieder nach oben zu kommen. Gleichzeitig versucht Mickey Rourke, ein ehemals erfolgreicher Schauspieler, mit diesem Film wieder nach oben zu kommen. Sein Lebensstil hat seinen Körper und vor allem sein Gesicht schwer gezeichnet, eben dieser Look passt allerdings hervorragend zu seinem Charakter. Rourke spielt den Wrestler The Ram mit absoluter Hingabe. Der Charakter wirkt authentisch, menschlich und vor allem zutiefst emotional und für einen Mann diesen Berufes erstaunlich zerbrechlich. Die Action im Ring wurde hervorragend inszeniert und Rourke lässt auch die härteren Kampfszenen des Films glaubwürdig erscheinen. Zu einem Teil ist das auch der Verdienst des Filmschnitts, der hier sehr geschickt mit Stuntdoubles umgeht, sodass man deren Präsenz zu keiner Zeit wahrnehmen kann.
Aber auch neben Rourke ist der Cast des Films sehr gut gewählt und die Leistungen hochkarätig. Aronofsky hat dem Film einen simplen Look gegeben, der den erzielten Realismus der Story noch verstärkt. Einstellungen sind oftmals sehr lang, gelegentlich wird mit Handkameras gearbeitet und das Bild weist starke Körnung auf. Letzteres wird viele vor allem über den Blu-ray Release erzürnen, dieser rohe Look passt allerdings hervorragend zum Film und dessen ruhiger, aber beharrlicher Visualisierung. Akustisch wird das Ganze auch sehr passend untermalt, sodass man die Stilistik hier als konsistent und sehr gut gewählt bezeichnen kann.
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Achtung: Der folgende Absatz enthält Spoiler!
Das Ende kann allerdings leider nicht überzeugen. Mir war bereits nach der Szene beim Arzt mehr oder weniger klar, dass Rourke den Kampf gegen Ayatollah nicht überleben wird. Einerseits ist es natürlich gut, dass Aronofsky das kitschige Triumph-Hollywood-Ende vermieden hat, andererseits ist es trotzdem nicht gerade gut, den Zuschauer derart im Unklaren zu lassen. Der Film endet quasi plötzlich, mitten im Kampf. Rourke macht seinen finalen Angriff, aber ob er den Kampf wirklich gewinnt oder beim Aufprall auf Ayatollah einen Herzinfarkt erleidet und doch in der Zinkwanne aus dem Ring getragen wird, das erfährt man nicht. Da es sich bei „The Wrestler“ nicht um einen Mystery oder Science-Fiction Film handelt, bei dem ein gewisser Grad von offenem Ende sogar angebracht ist, hat dies schon einen recht faden Nebengeschmack.
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Absolut unklar ist, was man sich bei dem himmelschreiend grauenhaften Product Placement zum Spiel „Call of Duty 4“ gedacht hat. Eine Sequenz des Films besteht quasi nur daraus, dass der Titel des Spiels mehrmals wiederholt wird. Zwar wird dies im Film so dargestellt, als würde Rourke den Jungen, der ihm von dem Spiel berichtet, akustisch nicht verstehen – trotzdem sind die wahren Intentionen der Szene schmerzhaft offensichtlich und für einen Film dieser Güteklasse absolut unpassend.
Emotionaler, hervorragend gespielter Film mit guter Charakterzeichnung, aber enttäuschendem Ende.
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