The Wrestler

  • Informationen zum Film
  • The Wrestler

  • Originaltitel:
    The Wrestler
    Genre:
    Romanze, Sport, Drama
    Produktionsländer:
    Frankreich, USA
    Produktionsjahr:
    2008
    Kinostart Österreich:
    27.02.2009
    Kinostart Deutschland:
    26.02.2009
    Kinostart USA:
    30.01.2009
    Verleiher Österreich:
    Filmladen
  • Cast & Crew
  • Regie:
    Darren Aronofsky
    Drehbuch:
    Robert D. Siegel
    Musik:
    Clint Mansell
    Darsteller:
    Judah Friedlander, Marcia Jean Kurtz, Mickey Rourke, Mark Margolis, Ajay Naidu, Vernon Campbell, Marisa Tomei, Evan Rachel Wood, Alyssa Bresnahan, Andrea Langi, Gregg Bello, Bernadette Penotti, Todd Barry, Wass Stevens, Ernest Miller, Dylan Keith Summers, Tommy Farra, John D'Leo, Scott Siegel, Maurizio Ferrigno, Donnetta Lavinia Grays, Armin Amiri, Vale Anoai, Ryan Lynn, Michael Drayer, Jeff Chena, Felice Choi, Johnny Valiant, Ron Killings
  • Inhalt

  • Die Zeit des Glamours ist lange vorbei. Vor Jahren, oder besser vor Jahrzehnten, war Randy the Ram derart berühmt, dass von ihm sogar Actionfiguren als Wrestler hoch im Kurs standen. Viele Kinder, die mit seinen Modellen spielten, himmelten ihn förmlich an. Doch dies ist Geschichte. Jetzt warten höchstens noch eine Handvoll, in der Vergangenheit lebende Fans einen Kampf ab, um ein Autogramm zu bekommen. In der momentanen Situation muss das Geld für die Miete aufgetrieben werden. Dazu dient ein Job in einem Supermarkt. Und um die Raten des Wohnwagens zu bezahlen, tritt er ab und zu in schäbigen Wrestlershows auf. Auch die Hoffnung, eines Tages wieder ein Aufsehen erregendes Comeback zu starten, ist noch nicht ganz erloschen. Aber seine Schmerzen werden alltäglich größer. Und die Knochen machen die Torturen einfach nicht mehr mit. Zu guter letzt scheint auch sein Herz allmählich zu streiken.

    Randy lebt einsam und allein. Daher zieht es den alternden Wrestler des Öfteren in eine Stripbar. In dem Schuppen verdient Cassidy allabendlich ihr hart verdientes Geld, um für sich und ihren kleinen Jungen zu sorgen. Um der Tänzerin näher zu sein, bezahlt Randy ihre Drinks oder ab und zu für einen Lapdance. Auf die Bitte sich auch außerhalb der Lokalität treffen zu können, lehnt Cassidy kategorisch ab. Denn ihr Vorsatz lautet: “ Treffe dich nie mit einem Kunden “. Sie gibt Randy den Tipp, wieder Kontakt mit seiner mittlerweile im Teenagerstadium befindlichen Tochter, in Verbindung zu setzen. Randy legte seine Prioritäten immer in seine Profession und kümmerte sich nicht um seine Familie. Daher herrscht seit vielen Jahren Funkstille zwischen Vater und Tochter. Erst ein Schicksalsschlag wird die bestehende Situation dahingehend ändern, das Cassidy ihren Vorsatz bricht und Stephanie, Randys Tochter, wieder so etwas wie Zuneigung empfinden kann.
  • Filmkritik

  • Für dem 39 jährigen, in New York geborenen Filmemacher Darren Aronofsky, ist THE WRESTLER sein vierter abendfüllender Spielfilm. Gleich mit dem Debütfilm PI, der 1998 entstand, setzt Darren Kritiker und Publikum gleichermaßen in Erstaunen. Nur zwei Jahre später schichtet er mit REQUIEM FOR A DREAM noch eines drauf. Schon das Erstlingswerk besaß eine völlig neue, bislang unbekannte Handschrift. Aber hier zeigt der Regisseur noch weitere innovative Schritte in Sachen Kameraführung und Schnitt. REQUIEM FOR A DREAM wurde für den Beobachter ein seelischer Trip in unbekannte Sphären. Darren drittes Werk THE FOUNTAIN besticht zwar nicht mehr mit der Qualität der beiden Vorgänger, dafür brilliert es mit einem besonderen Anspruch. Dazu ist THE FOUNTAIN derart schön photographiert, dass man es optisch ohne weiteres mit einem Peter Greenaway Film vergleichen könnte.

    Für THE WRESTLER ändert Darren Aronofsky erneut seine Stilistik. Auf dem ersten Blick ist keine besondere Optik wahrnehmbar. Keine ausgeleuchteten Schwarz / Weiß Farben, keine flippigen Schnitte, und auch keine überladenen photographischen Bilder sind erkennbar. Darren hält sich dezent im Hintergrund und konzentriert sich vorwiegend auf die Geschichte, um deren Charaktere wirken zu lassen. THE WRESTLER ist nur auf den ersten Blick kein Regiefilm. Möglicherweise kann man, um die Sichtweise zu verdeutlichen, es mit folgenden Beispiel erklären. David Lynch inszenierte direkt nach seinem Mystery Klassiker LOST HIGHWAY das einfache Drama THE STRAIGHT STORY. Beide Filme begeisterten das Fachpublikum, obwohl sie extrem verschieden funktionierten. So ähnlich verhält es sich mit Darren Aronofskys THE FOUNTAIN zu THE WRESTLER. Total konträr zum Vorgänger, aber mindestens genau so gut.

    Was Darren braucht um auch auf diese Art ein Meisterwerk abzuliefern, ist neben einer grundsoliden Geschichte einen Hauptpart, der über sich hinauswachsen muss. Und dieser Darsteller wurde mit Mickey Rourke gefunden. Vor noch nicht all zu langer Zeit brachte ihn Robert Rodriguez zurück auf die Leinwand, indem er Mickey für eine kleine Rolle in ONCE UPON A TIME IN MEXICO engagierte. Diese Besetzung galt allerdings nur als Test für den späteren SIN CITY. Mickey erledigte beide Jobs meisterhaft, sodass es für Darren keine Gefahr darstellt, ihn zu verpflichten. Dieser doch etwas gewagte Schachzug stellt sich im Nachhinein zum absoluten Geniestreich heraus. Denn Mickey spielt die Rolle seines Lebens. Niemals zuvor durfte man den Schauspieler so intensiv spüren und so nah miterleben wie diesmal. Er allein verleiht dem Wrestlingsport Anerkennung, Respekt und neuen Glanz.

    Eventuell versteht man nach dem Film, warum nicht nur in den Staaten über Jahrzehnte so eine ungeheure Hysterie herrscht. Die realisierten Kämpfe zeigen welche Leistungen stattfinden, und was für ein enormer Verbrauch des Körpers besteht. Auch wenn alles im Vorfeld ausgemacht, der Sport belächelt und er oftmals nicht ernst genommen wird. Wrestling muss als Hochleistungssport angesehen werden. Und nach Aronofskys THE WRESTLER wesentlich höher eingeschätzt werden als davor. Dieser Film zeigt den Sport wie man ihn noch nie in einem Film gesehen hat. Hart, brutal, ja vielleicht bestialisch wird mit sich selbst und den Gegner umgegangen um das Publikum für diese Schaukämpfe zu begeistern, und Wrestling endlich den konvenablen Rahmen zu verpassen.

    Fazit:

    Spannung in den Kämpfen, Dramatik in den Dialogen und Schauspielkunst in Vollendung, heben THE WRESTLER ohne Zögern zu einem der besten Filme des Jahres. Jene Euphorie, die man ansonsten neben dem Ring verspürt, wird eins zu eins in den Kinosaal übertragen. Dem Gespann Aronofsky - Rourke gebührt der Dank. Großes Kino !!!
  • Wertu
  • Story
    5,0
    Musik:
    4,0
    Unterhaltung:
    5,0
    Anspruch:
    3,5
    Spannung:
    5,0
    Darsteller:
    5,0
    Gesamt:
    5,0
    Verfasst von:
    Richard Lammel

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Kommentare

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Userkritiken

User Kritiken

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Darren Aronofsky schafft mit „The Wrestler“ einen Film, der gleichzeitig Matapher für sich selbst ist. In diesem Film versucht ein ehemals erfolgreicher Wrestler, wieder nach oben zu kommen. Gleichzeitig versucht Mickey Rourke, ein ehemals erfolgreicher Schauspieler, mit diesem Film wieder nach oben zu kommen. Sein Lebensstil hat seinen Körper und vor allem sein Gesicht schwer gezeichnet, eben dieser Look passt allerdings hervorragend zu seinem Charakter. Rourke spielt den Wrestler The Ram mit absoluter Hingabe. Der Charakter wirkt authentisch, menschlich und vor allem zutiefst emotional und für einen Mann diesen Berufes erstaunlich zerbrechlich. Die Action im Ring wurde hervorragend inszeniert und Rourke lässt auch die härteren Kampfszenen des Films glaubwürdig erscheinen. Zu einem Teil ist das auch der Verdienst des Filmschnitts, der hier sehr geschickt mit Stuntdoubles umgeht, sodass man deren Präsenz zu keiner Zeit wahrnehmen kann.

Aber auch neben Rourke ist der Cast des Films sehr gut gewählt und die Leistungen hochkarätig. Aronofsky hat dem Film einen simplen Look gegeben, der den erzielten Realismus der Story noch verstärkt. Einstellungen sind oftmals sehr lang, gelegentlich wird mit Handkameras gearbeitet und das Bild weist starke Körnung auf. Letzteres wird viele vor allem über den Blu-ray Release erzürnen, dieser rohe Look passt allerdings hervorragend zum Film und dessen ruhiger, aber beharrlicher Visualisierung. Akustisch wird das Ganze auch sehr passend untermalt, sodass man die Stilistik hier als konsistent und sehr gut gewählt bezeichnen kann.

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Achtung: Der folgende Absatz enthält Spoiler!
Das Ende kann allerdings leider nicht überzeugen. Mir war bereits nach der Szene beim Arzt mehr oder weniger klar, dass Rourke den Kampf gegen Ayatollah nicht überleben wird. Einerseits ist es natürlich gut, dass Aronofsky das kitschige Triumph-Hollywood-Ende vermieden hat, andererseits ist es trotzdem nicht gerade gut, den Zuschauer derart im Unklaren zu lassen. Der Film endet quasi plötzlich, mitten im Kampf. Rourke macht seinen finalen Angriff, aber ob er den Kampf wirklich gewinnt oder beim Aufprall auf Ayatollah einen Herzinfarkt erleidet und doch in der Zinkwanne aus dem Ring getragen wird, das erfährt man nicht. Da es sich bei „The Wrestler“ nicht um einen Mystery oder Science-Fiction Film handelt, bei dem ein gewisser Grad von offenem Ende sogar angebracht ist, hat dies schon einen recht faden Nebengeschmack.
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Absolut unklar ist, was man sich bei dem himmelschreiend grauenhaften Product Placement zum Spiel „Call of Duty 4“ gedacht hat. Eine Sequenz des Films besteht quasi nur daraus, dass der Titel des Spiels mehrmals wiederholt wird. Zwar wird dies im Film so dargestellt, als würde Rourke den Jungen, der ihm von dem Spiel berichtet, akustisch nicht verstehen – trotzdem sind die wahren Intentionen der Szene schmerzhaft offensichtlich und für einen Film dieser Güteklasse absolut unpassend.

Emotionaler, hervorragend gespielter Film mit guter Charakterzeichnung, aber enttäuschendem Ende.

geschrieben am 24.07.2011 um 22:34

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ø Wertung: 8,3/10 | Wertungen: 7 | Kritiken: 1

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