Achilles and the Tortoise

  • Informationen zum Film
  • Achilles and the Tortoise

  • Originaltitel:
    Akiresu to kame
    Genre:
    Komödie
    Produktionsland:
    Japan
    Produktionsjahr:
    2008
  • Cast & Crew
  • Regie:
    Takeshi Kitano
    Drehbuch:
    Takeshi Kitano
    Musik:
    Yuki Kajiura
    Darsteller:
    Ren Ohsugi, Nao Ohmori, Susumu Terajima, Takeshi Kitano, Kumiko Asô, Makoto Ohtake, Yûrei Yanagi, Taigi Kobayashi, Takashi Nishina, Masatoh Ibu, Kanako Higuchi, Mariko Tsutsui, Akira Nakao, Aya Enjôji, Kuruo Hatoyama, Bobby Ologun, Eri Tokunaga, Reikô Yoshioka
  • Inhalt
  • Der junge Machisu hat nur einen einzigen, innig geliebten Lebenstraum: Die Kunst als Lebensinhalt – zumindest wird er darauf erzogen. Als Sprössling des reichsten Mannes der Stadt kann er sich diese Tagträumerei nicht nur leisten, sondern wird sogar von allen Seiten dazu ermutigt. Erst eine finanzielle Krise reißt den Jüngling hart aus seiner fantasievollen Illusion. Die Eltern sind am Boden zerstört, da jeder einzelne Yen ihres riesigen Reichtums nach und nach durch ihre Finger entrinnt. Der einzige, ehrenhafte Ausweg ist der kaltblütige Selbstmord – doch an ihren Sohnemann wurde kein Gedanke verschwendet. Nur wurde versucht ihn an seinem bäuerlichen, rauen Onkel und dessen Tante zu hängen, die ihn unwillig annehmen. Die Härte des Alltags lacht den jungen Machisu an, doch er verfolgt unbeirrt seinen großen Traum ...
  • Filmkritik
  • Wenn das große K allein auf der riesigen Leinwand flackert, weiß ein jeder, was auf ihm zukommen wird. Der Name Takeshi Kitano wurde über die letzten Jahrzehnte immer gleichbedeutender mit hochwertigem, japanischem Kino. „Beat“ Takeshi ging in den 90ern und 2000ern einen harten Weg vom unterhaltsamen Komödianten bis hin zu dem respektierten Künstler der Filmhallen. Und nun zeigt der Regisseur in seinem selbstironischen Achilles to kame einen ähnlichen Pfad, der doch recht anders endet.

    Der japanische Kultautor und –regisseur ist in seiner Heimat seit einigen Jahren auch als eigensinniger Maler bekannt. In seinen Anfangsjahren als kindische Alberei abgetan, wird in der heutigen Zeit seine malerische Kunst auch hochgeschätzt und teuer verkauft. Achilles to kame, wofür Takeshi Kitano all die Kunstwerke selber herstellte, ist nicht die Biografie dieses großen Talentes, sondern viel mehr eine allgemeine Parabel über die Kreativität und die Problematik der Originalität, aber auch über Fanatismus und Realitätsfremdheit. Der Film stellt mit dem japanischen Kleinkünstler Machisu dem Zuseher eine überaus interessante Figur vor. Gerade dessen Naivität, die an die äußersten Grenzen des Fassbaren reichen, ist das Material für sehr viel eigenwillige Situationskomik, auf welche das neueste Takeshi-Werk beruht. All die Gedankengänge, welche der oft verkannte Künstler Takeshi in seinem Diskurs um die Kunstfähigkeit webt, umspannt er selbstironisch mit einer gehörigen Portion skurrilen Humors. So machen die Spinnereien der Figuren einen unerhörten Spaß – von der Japanisierung einiger Berühmtheiten bis hin zu der Entstellung eines Toten – und Takeshi Kitano weiß präzise diese zu nutzen, um jenes Sujet sympathisch dem Publikum zu präsentieren. Seine einfach gehaltene Bildsprache fängt die Protagonisten gekonnt ein und lockert dabei die Atmosphäre mit grotesker Komik, die manchmal gar in das tiefschwarze Genre reicht.

    Auch der Cast macht seine Sache fabelhaft. Die Geschichte wurde in drei großen Altersabschnitten unterteilt: Kind, junger Erwachsener, alter Erwachsener. Die Rolle des alten Künstlers, der mit einer Hand voll Verrücktheiten, die Nachbarschaft und seine Familie terrorisiert, hat sich Takeshi Kitano zweifellos auf den Leib geschrieben. Mit Genuss spielt er diese Rolle bis zum Äußersten und zeigt sich wieder mal von seiner äußerst amüsanten Weise. Allein der lethargische Blick des Hauptdarstellers verursacht Lachkrämpfe in der einen oder anderen Szenerie. Dass es recht schwer sein würde, sich selber in jungen Jahren zu finden, kann man sich gut vorstellen. Umso interessanter fiel die Wahl der anderen beiden Altersstufen aus. Zwar bewies der Kinderdarsteller auch gewisses Geschick für das Metier, bleibt aber stets dem Klischee des kindlichen Darstellers treu. Viel interessanter ist hier die Darstellung von Nao Omori, welcher dem Künstler Machisu sein jugendliches Ich verleiht. Erstaunlich unähnlich wirken dabei die beiden Gesichter. Der Grund hierfür sind die großen Eigenheiten dieser beider Schauspieler. Während oft nach Aussehen gecastet wird, um eben ein möglichst hohes Wiedererkennen zu garantieren, greift Achilles to kame eine andere Weise auf. Die Blicke und die Aura, die von den beiden Darstellern strömen, scheinen beinahe identisch zu sein. Zwar erreicht der junge Machisu nie jene sensationelle Bildkraft, welche der Meister innehat, doch der Zuseher erfreut sich sehr, dass auch von der „Inkarnation“ von Takeshi Kitano jene Komik der stillen Mimik ausgeht.

    Fazit:
    Achilles to kame ist ein ernsthafter, manchmal melancholischer Film über das Sujet der Kreativität, aber präsentiert sich als eine sympathisch leichte Komödie. Lachen mit Hirn, was will man mehr ?
  • Wertu
  • Story
    4,0
    Musik:
    3,5
    Unterhaltung:
    4,5
    Anspruch:
    4,0
    Spannung:
    3,5
    Darsteller:
    4,5
    Gesamt:
    4,0
    Verfasst von:
    Sebastian Klausner

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