Stranger Than Paradise

  • Informationen zum Film
  • Stranger Than Paradise

  • Originaltitel:
    Stranger Than Paradise
    Genre:
    Komödie, Drama
    Produktionsländer:
    USA, Bundesrepublik Deutschland
    Produktionsjahr:
    1984
    Kinostart Österreich:
    25.04.2003
    Kinostart USA:
    09.01.1985
  • Cast & Crew
  • Regie:
    Jim Jarmusch, Tom DiCillo
    Drehbuch:
    Jim Jarmusch
    Musik:
    John Lurie
    Darsteller:
    Richard Edson, Richard Boes, Rockets Redglare, Sara Driver, Eszter Balint, Cecillia Stark, Danny Rosen, Rammellzee, Harvey Perr, Brian J. Burchill, Paul Sloane, John Lurie, Tom DiCillo
  • Inhalt
  • Der Wahl-New-Yorker Willie bekommt unerwarteten Besuch aus seiner vergessenen Heimat. Seine 16-jährige Cousine Eva soll bei dem gebürtigen Ungarn einige Tage einen Unterschlupf finden. Aus der gezwungenen Notlage der beiden Exilanten wird nach und nach eine innige Freundschaft. Bevor Willie es bemerkt hat er seine junge Verwandtin ins Herz geschlossen. Doch wie wird sich die Beziehung zwischen den Beiden und Willies Kumpanen Eddie in ihren Abenteuern entwickeln, welche sie quer durch die Vereinigten Staaten tragen …
  • Filmkritik
  • Ich würde lieber einen Film über jemand machen, der seinen Hund ausführt, als über den Kaiser von China.


    Der zweiten Regiearbeit von dem Meisterregisseur Jarmusch umschwirrt ähnlich seiner anderen Werke eine unglaublich packende Aura. Eigentlich als Kurzfilm konzipiert, konnte der Regisseur zwei Jahre nach der Entstehung des 30-minütigen Filmchens das Werk auf eine Länge von 89 Minuten verlängern. Nach seinem Debüt, der eine Erweiterung seiner Abschlussarbeit darstellt, etablierte sich Jim Jarmusch mit diesem Kultfilm als einer der Größen am Independentfirmament. Dieser brillante Autorenfilmer ist bis heute einer der wenigen Filmemacher, die sich die Rechte auf ihre eigenen Filme selber behalten und somit totale Kontrolle über ihre Projekte besitzen. Ein wahrer Indie, und Stranger Than Paradise sind die tiefsten Wurzeln dieses blühenden, außergewöhnlichen Gesamtkunstwerks.

    Schon bei den ersten Szenen wenn die triste, durchdringende Stimme von „Screamin’ Jay Hawkins“ durch den alten Kassettenrekorder der jungen Ungarin ertönt und sie durch die heruntergekommenen Gassen von New York schlendert, weiß man sofort, was man sieht: Einen echten Jim Jarmusch. Seine Bildsprache besitzt eine unglaubliche Stärke in seiner Einfachheit. Dieser Meister des Independentfilms konstruiert gelassen, aber präzise seine Bilder, um durch sie sowohl seine alltäglich Geschichte in einer humorvollen, amüsanten Weise zu erzählen, als auch einen gewissen Grad einer kunstvollen Komposition zu erhaschen. Seine Schöpfungen sind nicht so sehr von einem eifrigen Lichtspiel dominiert, wie es in diesem Metier üblich ist, sondern fast gänzlich von der interessanten Wahl der Farben in den jeweiligen Einstellungen. Doch die wirkliche Magie seiner Regie ist, dass es ihm gelingt seine rauen Bilder eines jener slumähnlichen Gebietes der Großstadt mit einer zauberhaften, durchdringenden Aura zu beglücken. Jedes Filmfragment könnte einzeln auch in ein Museum für wunderschöne, triste Schwarz / Weiß-Photografie stehen.

    Ein Film von Jarmusch kann man aber nicht nur durch seine typische Bildsprache erkennen, sondern auch die Inhalte und die Dialoge versprühen diesen eigenen Charme des Meisters. Den Ursprung jener sympathischen Werke kann man auch auf seine spezielle Art des Drehbuchsschreibens nachempfinden. Jarmusch wird nachgesagt, dass er nicht eine Handlung im Kopf hätte, sondern eine Figur für einen Schauspieler, um welche er erst nach und nach einen Plot aufbaut. Oft philosophiert der Auteur über das Sujet der Fremdheit und auch die Ziellosigkeit und modifiziert diese Thematiken in unterschiedlichen Weisen, welche der Zuseher dann in den einzelnen Werken betrachten kann. In Stranger Than Paradise beginnt alles mit der Flucht von dem Protagonisten Willie aus seiner Heimat Ungarn. Zwar wird John Lurie, der diese Figur darstellt, nicht bildlich bei seiner Ankunft in den USA gezeigt, doch der Zuseher spürt bei jeder Dialogzeile diese Antipathie gegen sein ehemaliges Zuhause, und dies bis zum äußerst ironischen Ende des Films. Auch sehr bestechend für diese (und jede andere Jarmusch-Produktion) ist der lakonische Humor, den man nicht in Worte fassen kann. Dem Regisseur gelingt es in seinen eigentlich tristen und ernsten Gesprächen eine unglaubliche Portion an Witzeleien einzubringen, durch welche einfach die Stimmung absolut geprägt wird. Diese Art von Humor lässt sich aber einfach nicht beschreiben und darum kann ich nur jeden anhalten, sich den köstlichen Stranger Than Paradise anzuschauen.

    Fazit:
    Stranger Than Paradise ist in all seinen Nuancen einfach ein typischer Jarmusch. Die Bilder wunderschön in Szene gesetzt, die Musik trist und durchdringend, die Geschichte eine packende Odyssee, die Dialoge eine Freude für die Lachmuskulatur. Der Film ist nun nicht sein bestes Werk, doch dennoch absolut sehenswert.
  • Wertu
  • Story
    3,5
    Musik:
    3,5
    Unterhaltung:
    4,0
    Anspruch:
    4,0
    Spannung:
    3,5
    Darsteller:
    4,5
    Gesamt:
    4,0
    Verfasst von:
    Sebastian Klausner

Kommentare

Um einen Kommentar verfassen zu können müssen Sie sich einloggen. Sollten Sie noch keinen DVD-Forum.at Account haben, registrieren Sie sich bitte hier.

Userkritiken

User Kritiken

Um eine Kritik auf DVD-Forum.at abzugeben musst du angemeldet sein.

Cover

Cover

Bewerte den Film!

Meine Wertung:


Community Wertung:

ø Wertung: 0/10 | Wertungen: 0 | Kritiken: 0