Der Photograph Adam und der Arzt Gordon erwachen in einer verdreckten Kellertoilette. Beide sind mit einer Kette am Fuß an einem Abflussrohr gefesselt. Daher ist ihr Aktionsbereich, ihr Bewegungsradius, eingeschränkt. Sie können weder sich selbst erreichen, noch den toten Mann, der mit großer Schusswunde am Kopf, in mitten des Raumes liegt. Ohne zu ahnen weshalb sie gefangen gehalten werden, findet Gordon ein Diktiergerät, dessen Stimme verlangt den Mitgefangenen zu töten. Ansonsten verliert seine gesamte Familie das Leben. Dafür bleibt ihm Zeit bis 06.00 Uhr Morgens.
Nach weiteren Anhaltspunkte suchend, finden die Beiden zwei Sägen, deren Sägeblätter für die Kette zu schwach sind, jedoch nicht für das eigene Fußgelenk.
Eine prekäre Situation...
Zwei australische Studenten erobern die Welt. Sie schrieben das Drehbuch, inszenierten selbst und spielen auch eine der Hauptrollen. Mit einem geringen Budget schafften sie einen ähnlichen Erfolg wie Blair Witch Project, ohne so billig zu wirken. Allein in Amerika wurden bis jetzt an den Kinokassen 56 Millionen Dollar umgesetzt, um das 56fache mehr als der Film gekostet hat.
Das Drehbuch ist trotz mancher Lücken und Logikfehler ideenreich und neu. Die Mordwerkzeuge sind innovativ und eines Argento Fan würdig. Die Umsetzung des Eisenhelms mit Kopfexplosionsautomatik ist das Highlight der Mordinstrumente. Die psychischen Aspekte wie weit ein Mensch geht um sein eigenes Leben zu retten waren aber substanziell wichtiger.
Klar konnte man Parallelen zu Sieben erkennen. Aber vergleichen sollte man ihn, wie es die Produktionsfirma macht, nicht, Saw könnte nicht mithalten. Dafür sind Charaktere zu ungenau und das Szenario trotz düsterer Atmosphäre stellenweise zu unkonsequent.
Die Kamerafahrten erinnerten an eigene Erfahrungen mit einer Hochschaubahn. Irre Bewegungen und spontane Wendungen, mit ungeheuren Speed. Manchmal dachte man der Kameramann befindet sich gerade in einem Kreisel, ohne jemals das Wesentliche zu übersehen. Die Schnittfolgen passten sich an die Irrfahrt an und die Metal ähnliche Musik von Nine Inch Nails Keyboarder Charlie Clouser reduzierten keineswegs die Geschwindigkeit dieses Schockers.
Gesamt gesehen vermittelt SAW ein Ereignis für eine große Leinwand. Das intensive Feeling, das jederzeit spürbar war, wurde durch den Kinosaal zu einer klaustrophobischen Veranstaltung.
Eine seltsam kranke Reise durch die Seelenwelten eines Irren. Ob ich damit den Scriptwriter, den Regisseur oder auch nur den Psychopathen vom Film meine, bleibt euch überlassen.
Leider gibt es auch Schwachpunkte. Gezielt meine ich, außer der löchrigen Story, vor allem die darstellerischen Leistungen der Schauspieler. Danny Clover halte ich, obwohl ich ihn gerne sehe, als Fehlbesetzung. Seine andauernde Verzweiflung führe ich nicht auf seine Rolle, sondern auf seine damalige Verfassung zurück.
Die beiden Hauptakteure agieren speziell in den letzten 15 Minuten so überzogen das unfreiwillige Komik nicht mehr zu vermeiden war.
Wegen dem Low Budget Status sind aber diese Schwächen sicherlich nachzusehen und zu verzeihen.
Fazit:
Saw ist eine neue Variation des Horror Thrillers, sehr intensiv, spürbar nahe und düster schmutzig. 100 Minuten die rasant wie auf einem RollerCoaster vergehen. Einsteigen bitte, Sicherungsgurte anschnallen, los geht’s....
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