Regisseur und Drehbuchautor Dennis Lee kreiert um das bekannte Gedicht von Robert Frost ein gefühlsbetontes Drama. Die Tragödie Fireflies in the Garden, wie der Film im englischen Original benannt ist, versucht um das Thema des Zwists zwischen Vater und Sohn ein berührendes Stück Filmgeschichte zu konstruieren.
Nach dem höchst unterhaltsamen Kurzfilm Jesus Henry Christ präsentiert Debütant Dennis Lee mit Zurück im Sommer ein Drama in edlen Bildern. Dievisuelle Sprache des Neulings besitzt eine wunderschöne Natürlichkeit, die gekonnt jene Pracht der Trauer und des Glücks kreiert. Geschickt fängt der Filmemacher einzelne, verlassene Regentropfen, die langsam auf der matten Scheibe kriechen, und dichten Schatten auf dem Fenster ein, welche sich dem rauen Gesicht des Protagonisten auferlegen. Zwar scheitert der Regisseur manchmal seine Figuren in aller Härte darzustellen, jedoch zeigt sich in den hübschen Bildkompositionen von Lee, welche Kraft in seiner Sprache steckt. Ähnlich der atmosphärischen Hintergründe gelingt es Dennis Lee auch seine erstklassigen Darsteller in Szene zu setzen. Fireflies in the Garden präsentiert sich mit einem gigantischen Staraufgebot bis in die kleinste Nebenrolle – leider wirkt manch eine Figur dennoch fehlbesetzt. Während etwa die berühmte Britin Carrie-Anne Moss ihre Figur müde aufgesetzt einfach runterspielt, zeigt der zweifach Oscar-nominierte Willem Dafoe erneut eine wesentlich tiefgründigere Charakterdarstellung. Seine bitterbösen Gesichtszüge dienen abermals für eine wunderbare Darbietung eines Menschenfeinds. Besonders im guten Wechselspiel mit der angenehm zurückhaltenden und auch charmanten Darbietung von Ryan Reynolds heben sich die mimischen Vorzüge der beiden starken Hauptdarsteller hervor. Top Darsteller in schönen Bildern vorgeführt.
Leider kann Autor Dennis Lee sein Drehbuch nicht mit einer ähnlich durchdachten Handlungsstruktur segnen. Firefiles in the Garden leidet in erster Linie an seinem äußerst schwachen Buch, welches seine eigenen Figuren nicht zu nützen weiß. Zwar besitzt der Aufbau des Plots eine gewissen Reiz, jener ständige Wechsel der Zeitebenen, jedoch kann diese Nuance nicht zu einem wichtigen Bestandteil des Werkes ausgebaut werden. Vielmehr verkommt der dauernde Vergleich zwischen Vergangenheit und Zukunft zu einem öden Trick um Lücken zu stopfen. Doch gerade diese „Lückenfüller“ nehmen viel Schwung aus der frischen Kinematographie und bauen unnütze Längen in die eigentlich kurzen 120 Minuten ein. Dass noch zu allem Übel ein zielstrebiger Sprint gen Finale und die dazugehörige Schlusspointe dem Zuschauer einfach versagt werden, lässt Zurück im Sommer auch nicht gerade erstrahlen. Die Bilder schön, die Darsteller spielen gut, jedoch kann der Zuseher einfach nicht für die Gefühle der Protagonisten erworben werden. Der Film greift nach den verspielten Träumen eines Glühwürmchens am nächtlichen Firmament, besitzt jedoch dabei die gefühlsvollen Errungenschaften einer verfaulten Zwetschke im Garten. Der handlungstechnische Aufbau von Fireflies in the Garden kommt einem in die Länge gezogenen Trailer gleich.
Fazit:
Nach dem Kinofilm Fireflies in the Garden werden die Mengen langsam aus den Sälen wanken. Ihre Gedanken noch in die Hallen des Filmes verweilend, jedoch leider nicht aufgrund der Komplexität der Handlung. Vielmehr wundert man sich, was man hier nun genau sah. Zurück im Sommer ist ein handwerkliches Filmerlebnis, ohne ein wahrlich berauschendes Ereignis zu sein.
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