Benjamin Carson ( Kiefer Sutherland ) versucht sein Leben wieder in den Griff zu kriegen. Nachdem der Ex - Cop durch Eigenverschulden den Tod seines Kollegen verursachte, flüchtet er in eine durch Alkohol und Medikamente entstandene Abhängigkeit. Dabei ging auch die Ehe in Brüche. Um seine beiden Kinder öfter sehen zu können, strebt er nun ein normales und drogenfreies Leben an. Finanziell steht es ebenfalls nicht mehr gut. Um von der kleinen Schwester Angela ( Amy Smart ) zukünftig nicht mehr abhängig zu sein, immerhin schläft er in ihrer Wohnung auf deren Couch, nimmt er einen Job in einem baufälligen Gebäude als Security an. Er soll in dem ehemaligen Luxuskaufhaus, jenes vor Jahren einem riesigen Brand zum Opfer fiel, den Nachtdienst übernehmen. Sein Vorgänger ist auf mysteriöse Weise verschwunden. Und schon beim ersten Rundgang fällt Benjamin die riesigen sauberen Spiegel im ansonst so desolaten und schmutzigen Haus auf, misst dem jedoch noch keine große Bedeutung zu. Aber als das Glas andere Dinge zu zeigen beginnt ist sich der ehemalige Polizist seiner Sinne nicht mehr sicher. Sind diese Wahrnehmungen auf seine kürzlich erlebte Vergangenheit zurückzuführen, oder verbergen die Spiegel ein grausames Geheimnis in sich.
Mit HAUTE TENSION ( 2003 ) schafft der französische Filmemacher Alexandre Aja einen perfekten Einstieg in das Filmbusiness. Der immens prickelnde Horrorthriller erlangt binnen kürzester Zeit in internationalen Fachkreisen so etwas wie einen Kultstatus. Knapp drei Jahre später sorgt der Regisseur mit dem Remake zu THE HILLS HAVE EYES ( 2006 ) für große Verwunderung. Sein zweiter abendfüllender Spielfilm wird bei Genreliebhaber höher gehandelt als das Original. Und dieser Umstand darf in der Filmwelt durchaus als selten bezeichnet werden. Für MIRRORS bedient sich der Filmschaffende einem koreanischen Werk aus dem Jahre 2003. GEOUL SOKEURO ( Into the Mirror ) von Sung - ho Kim ist qualitativ in der Lage sich etwas über die herkömmlichen asiatischen Geisterfilmen zu setzen. Alexandre selbst schrieb das Drehbuch um, sodass die filmische Umsetzung nach seinem eigenen Geschmack verläuft. Nachdem MIRRORS im Kasten war, ließ Alexandre keine Zeit ungenützt um das neueste Projekt in Angriff zu nehmen. PIRANHA 3-D soll schon im nächsten Jahr unsere Kinosäle füllen.
MIRRORS ist das Ergebnis eines Vorhabens des Regisseurs, ein neues Kapitel des Horrors aufzuschlagen. Nach den sadistischen Komponenten in den Vorgängerfilmen folgen wir in Aja`s Filmographie nun in eine Welt der übernatürlichen Mächte. Zugegeben ist diese Welt für uns Zuseher nicht neu. Speziell die Östliche überhäuft uns förmlich mit übersinnlichen Filmen. Für den Regisseur jedoch war dieser Wechsel ein wichtiger Schritt in seiner Entwicklung. Aber war dieser Schritt auch gut für uns als interessierter Zuschauer ?. Nun gut; wenn man ihn objektiv betrachtet, und dabei außen vor lässt, dass es sich hier um ein Aja Werk handelt, wurde MIRRORS recht spannend inszeniert. Und es handelt sich hier auch um ein typisch westliches Remake, das dem asiatischem Original ohne Mühe Paroli bieten kann. Nur sind diese Ansichtspunkte zu wenig. Schließlich wurde der Film von jenem Regisseur inszeniert, den wir bereits einen Kultstatus gaben. Unter diesen Gesichtspunkten wird der Beobachter den neuen Weg weniger begeistert entgegentreten, und sich den guten alten HIGH TENSION Style herbeisehnen.
Als Hauptdarsteller für die Rolle des ehemaligen Polizisten darf Serienstar Kiefer Sutherland den geschundenen Körper in die Kamera halten. Und er verweist sofort auf seine Stärken, die er ausgiebig in jeder Staffel, und in jeder Folge des TV Hits 24 zum besten gibt. Power, Mut, und sich aus jeder noch so auswegslosen Situation befreiend, diese Aspekte stehen in MIRRORS an der Tagesordnung. Nur ganz selten und an wenigen Stellen, bekommt der Betrachter einen schwachen und unsicheren Kiefer zu sehen. Mit Verlaub stellen diese Sequenzen etwas neues in Sachen Sutherland dar, und sind somit erfrischender als das Übliche anzusehen. Jeder weitere des Ensembles, inklusive der attraktiven Amy Smart sind Beiwerk, und agieren bloß als unterstützende Kraft zum Protagonisten.
Als positive Eigenschaft in MIRRORS darf das Set bzw. die Kulissen genannt werden. Die düsteren hohen Räume des verbrannten Kaufhauses wirken schon im Tageslicht richtig bedrohlich. Nach Dämmerung, wenn Schatten, Licht und Geräusche noch zusätzlich zum tragen kommen, ist ein ansteigender Nervenkitzel zu spüren. Toneffekte und ein passender Score unterstützen diesen Eindruck. Die Verantwortlichen weisen extra darauf hin, dass die Kulisse aus keinem Studio stammt. Vielmehr wurden die Innenaufnahmen im rumänischen Bukarest gedreht. Und zwar in einem Gebäude, jenes als altes Kaufhaus herhalten muss. Es handelt sich dabei um einen, von Kommunistenführer Nikolae Ceausescu in Auftrag gegebenen, gewaltigen Bau. Nach seinem Tod im Jahre 1989 wurde das noch nicht vollendete Haus als Bauruine in dem Zustand belassen. Möglicher Weise spielen genau diese Umstände mit eine Rolle, dass sich beim Betrachten ein gewisses Unbehagen einstellt.
Fazit:
MIRRORS ist ein kurzweiliger und ziemlich spannender Mystery Thriller geworden. Leider trübt die Tatsache dass der Regisseur Alexandre Aja es noch um eine Klasse besser könnte. Für diejenigen, denen Gänsehaut ohne ein gewisses Extra genügt, werden in MIRRORS ihren gruseligen Spaß haben.
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