Wesley erträgt leidvoll sein langweiliges, uninteressantes Leben, welches den Jüngling jeden Tag auf ein Neues in die Knie zwingt. Sein Job ist stumpfsinnige, öde Büroarbeit mit einer Portion Tyrannei. Sein bester Freund schläft mit seiner langjährigen Freundin, und es ist ihm völlig bewusst - doch er unternimmt nichts dagegen. Das Aufregendste in seinem Leben sind jene unkontrollierbaren Panikattacken, welche er mit verschiedensten Medikamenten zu unterdrücken versucht. Doch als eines Tages eine bildhübsche Frau den Bürohengst ein verlockendes Angebot macht, welches sein Leben von Grund auf verändern würde, könnte er doch nur schwerlich nein sagen – besonders deshalb nicht, wenn er gerade in dem Moment von einem Psychopathen verfolgt wird. Die mysteriöse Fremde lässt dem Verängstigten zwei Möglichkeiten: Der feige Tod durch die Hand jenes Verfolgers oder das Leben in einer geheimen Attentäterorganisation namens die Bruderschaft …
Mit seiner Reihe der mystischen Wächter in Moskau und deren Krieg hat der Russe Rekorde gebrochen. Noch nie konnte ein russischer Film so gut mit den Hollywoodschen Werken mithalten, wie es damals Nochnoy Dozor und Dnevnoy Dozor vollbrachten. Und von der einen in die nächste Sekunde wurde dem fantasievollen Timur Bekmambetov prompt als Belohnung ein Filmangebot gemacht, auch in den Vereinigten Staaten zu arbeiten. Der Actionknaller Wanted ist das Ergebnis.
Was noch in der äußerst kurzen Inhaltsangabe eine gewisse Substanz darbringt, scheitert kläglich im Gesamtkonzept. Der Plot von Wanted ist ein loser Faden, der sich irgendwie durch den Film zieht, ohne jegliches Empfinden für die Figuren in den Zuschauern zu wecken. Die hanebüchene Geschichte würde, wie man zu sagen pflegt, auf einen Bierdeckel genügend Platz finden – jedoch eine wesentlich schönere Metapher wäre in diesem Fall wohl, dass sich die Story auf einer leeren Kugelhülse des Helden ausginge. Wanted ist reinstes Adrenalinkino vom Feinsten. Der Regisseur Bekmambetov hat schon in seiner vorigen, actionreichen Reihe gezeigt, wie geschickt er mit seinen skurrilen visuellen Effekten umgehen kann. In Wanted geht er noch eine Stufe weiter und spannt über seinen Film ein faszinierendes Netzwerk voller atemberaubender Special Effects. Dabei sind es gar nicht jene lieblichen Augenliebkosungen, mit welchen die Epen der letzten Jahre uns beglückten, sondern eher der unkonventionelle, sympathische Zugang, welcher den speziellen Stil des Russens ausmacht. Man erkennt manchmal gar, dass es sich hierbei um Computereffekte handelt, jedoch schätzt ein Jeder die Art der Verwendung. Wo sonst sieht das normale Auge das reizende Wörtchen „Fuck You“ mit fliegenden, blutverschmierten Tastaturbuchstaben und einem ausgeschlagenen Zahn in der Luft schweben.
Der sicherste Weg, um diesen Film zu genießen, ist das eigene Denkzentrum für einige Minuten zu entlasten. Die wilden 110 Minuten sind voll gestopft mit stupiden Handlungssträngen, teilweise pathetischen Dialogszenen und waghalsigen Stunts. Zwar misst man den untypischen Charme des zerstörten, düsteren Moskaus, doch einiges wird durch die Atmosphäre der Schauspieler wieder wettgemacht. Egal, ob nun Morgan Freeman, Angelina Jolie oder auch Terence Stamp – man sieht ihnen teilweise ihre Unterforderung in den Dialogsequenzen an, aber allein bei der autoritären Anwesenheit vom düsteren Freeman läuft es einem kalt den Rücken hinunter. Auch James McAvoy kann in der Hauptrolle recht gut unterhalten, jedoch gelingt es ihm einfach nicht den Coolnessfaktor des knallharten Konstantin Khabensky zu erreichen, den dieser als der Wächter Anton hatte. Doch Bekmambetov lässt uns auch hier nicht im Stich: Der russische Schauspieler darf in einer der verrücktesten Rollen des Films schlüpfen und für jede Menge Spaß sorgen. Die Fans sind beruhigt.
Fazit:
Gehirn aus, entspannen und sich einfach von der gewallten Ladung Action überfahren lassen. Regisseur Timur Bekmambetov lässt mit Wanted ein wahres Actionfeuerwerk auf den Zuschauer herab, in welchem jegliches Adrenalinbedürfnis befriedigt wird.
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